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2 (1883)
Entstehung
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21
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Die Sprache. Die Silte. Etymologisches. 21

durch Uebung, Brauch*). Die Uebung macht die Hand-lung immer leichter (»Uebung macht den Meister«), der zuihr erforderliche Kraftaufwand des Willens wird immergeringer, so dass es schliesslich nicht mehr der Anspann-ung der Willenskraft, ja nicht einmal des bewussten Ent-schlusses bedarf. Der Mensch handelt, wenn die Situationdes Handelns einmal an ihn herangetreten ist, so zu sagenvon selbst, mechanisch, das Handeln ist zur »zweitenNatur« geworden (»consuetudo altera natura est«).

Dies Phänomen, das wir als das der Gewohnheitbezeichnen, wiederholt sich ebensowohl im Leben derVölker wie in dem der Individuen. Von der blossen Ge-wohnheit aber ist die Sitte wohl zu unterscheiden, jenebetont nichts weiter als das äusserliche Moment der Con-stanz d. i. der fortgesetzten Gleichmässigkeit des Handelns,zur Sitte kommt aber noch ein inneres Moment hinzu.

6. Sprachliche Abgrenzung der Sitte vonder Ge wohnheit.

Die Sprache unterscheidet Sitte und Gewohnheit.»Gewohnheit« hängt etymologisch mit »wohnen« zusam-men,**) bildlich ausgedrückt ist es das Handeln, welches

*) Der usus der Lateiner, welcher ebenfalls das Zueigen -machen in sich schliesst: uebung eines Rechtssatzes = ususlongaevus, in usu esse, d. h. Begründung desselben auf gewohnheits-rechtlichem Wege, eines Rechts = usus, usu-capio d. h. Begrün-dung desselben durch Ersitzung.

**) Nach Weigand, deutsches Wörterbuch (gewohnen) ist alt-hochdeutsch Kiwon, giwon, Kawon, mittelhochdeutsch: gewon =