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2 (1883)
Entstehung
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19
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Die Autorilät der Sprache in Dingen des Sittlichen. 19

ihrer Untersuchung ziehenden Wissenschaft wird die Ge-schichte des menschlichen Denkens und damit auch dieder sittlichen Ideen sich erschliessen, und von der Höhe,die sie damit erstiegen, wird sie auf die Bestrebungenvorangegangener wissenschaftlicher Epochen, das Verständ-niss des Sittlichen ohne die Geschichte zu gewinnen,herabsehen als auf die müssigen Spiele unreifer Kinder.Der Wortschatz der Sprache für das Sittliche zerfälltin zwei Gruppen. Die eine umfasst die speciellen Triebe,Tugenden, Laster, welche die Sprache als besondere,eigentümliche Gestaltungen des sittlichen oder unsitt-lichen Verhaltens anerkennt wie z. B. Habsucht, Bachsucht,Mitleid, Liebe, Ehrgefühl, Pflichtgefühl. Sie haben für unsan dieser Stelle kein Interesse; den drei zuletzt genanntenwerden wir später eine genauere Betrachtung zuwenden.Die zweite Gruppe umfasst die geringe Zahl derjenigenAusdrücke, in welche die Sprache ihre allgemeineTheorie über das Sittliche niedergelegt hat: Sitte,sittlich, Sittlichkeit, Sittengesetz, unsittlich,moralisch, Moral, unmoralisch, eigennützig, un-eigennützig, selbstlos, selbstverleugnend, selbst-süchtig, egoistisch, unegoistisch, wozu die wissen-schaftliche Theorie dann noch »ethisch« hinzugefügt hat.Diesen Worten haben wir die Anschauung des Sittlichen,welche der Sprache vorschwebt, zu entnehmen. Es istein Verhör mit der Sprache, bei dem es ebenso wichtig

wird zu constatiren, worauf dieselbe Antwort gibt, als

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