Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche. 3
ich bei der gegenwärtigen neuen Auflage des Werkesnoch freie Hand, so würde ich dasselbe gänzlich ausge-schieden und als eigene Schrift veröffentlicht und hier nurdie Resultate derselben verwerthet haben, aber mit derersten Auflage habe ich mir den Rückzug bei der zweitenabgeschnitten.
Der Begriff des Sittlichen ist uns zur Zeit noch einfremder; wir waren im Bisherigen nicht genöthigt, ihnheranzuziehen, und wir haben geflissentlich vermieden, eszu thun, um zu sehen, wie weit wir mit dem Egoismusallein, d. h. mit den beiden Triebfedern, welche er unszum Aufbau der gesellschaftlichen Ordnung in Lohn undZwang zur Verfügung stellt, gelangen konnten. Es galtuns, um es kurz auszudrücken: das sociale Leistungsver-mögen des Egoismus exact darzulegen. Das im Bisherigengeschilderte System des Verkehrs, des Staats und desRechts hat uns die Antwort darauf gegeben. Damit istaber auch das sociale Leistungsvermögen des Egoismuserschöpft.
Reicht dasjenige, was er für die Gesellschafft beschaffthat, für ihre Zwecke aus? Darauf wollen wir uns imFolgenden die Antwort holen; die Erkenntniss seiner Un-zulänglichkeit für die vollständige Lösung der gesellschaft-lichen Aufgabe wird uns den Uebergang zum Sittlichenbahnen: in die Lücke, die er übrig gelassen hat, greiftdas Sittliche ein.
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