2 Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.
egoistischen oder ethischen: Pflichtgefühl und Liebe.Ich hatte, als ich meinen Plan entwarf, für letztere beideKap. IX und X bestimmt, indem ich beabsichtigte, den ihnenbeiden gemeinschaftlichen Begriff des Sittlichen als Ein-leitung zu Kap. IX vorauszuschicken. Bei der Ausfüh-rung hat sich dies jedoch als völlig unthunlich erwiesen.Während der Arbeit dehnte sich die Aufgabe immer mehraus; je näher jch dem Ziel zukommen glaubte, desto wei-ter entrückte es sich meinen Blicken, eine Frage zog dieandere nach sich, und des Stoffes ward schliesslich so viel,dass aus der Einleitung zu einem Kapitel ein Werk wurde.Es ging mir wie dem Fischer, der ein Netz ausgeworfen,um einen kleinen Fang zu machen, und der, wie er esheraufziehen will, es so voll findet, dass die Maschen zuzerreissen drohen — als ich das meinige herauszog, stecktenahezu die ganze Ethik darin. Ich konnte mich der ein-gehenden Behandlung der vielen sich mir aufdrängendenFragen nicht entziehen, da manche derselben von den bis-herigen Bearbeitern der Ethik theils gar nicht aufgeworfen,theils in einer Weise beantwortet worden waren, mit derich mich nicht einverstanden erklären konnte. In dieserLage habe ich mich entschlossen, meine ursprüngliche An-ordnung des Werkes zu ändern und ein neues Kapitel ein-zuschieben, welches ausschliesslich der Entwicklung desBegriffes des Sittlichen gewidmet ist: das gegenwärtige,wodurch sich dann die Ziffer der folgenden Kapitel meinemursprünglichen Plane gegenüber um eins verschiebt. Hätte