Druckschrift 
2 (1883)
Entstehung
Seite
XXV
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Vorrede. XXV

Lehrer des Strafreohts an. der Hochschule Wien, dannals Justizminister und schliesslich als Generalprokuratoram obersten Gerichtshofe unschätzbare Dienste geleistethat, welche im dankbaren Andenken der Nachwelt stetsfortleben werden, überall ein Muster strengster Pflicht-treue und vollster Hingebung an seinen Beruf welcheEinbusse die Wissenschaft des Strafrechts an ihm erlittenhat, die in ihm einen der wenigen Auserwählten besass,der mit ihm über das gewöhnliche Mass weit hinausreichen-den Eigenschaften des Theoretikers die" Vorzüge eineshervorragenden Praktikers verband das auszuführenist weder dieses Orts, noch bin ich, der NichtÖsterreicherund der Civilist, der Berufene dazu*). Aber was derMensch war, und was der Freund dem Freunde gewesen,davon glaube ich in dem Vorwort zu einem Buche, daseinst als Freundesgabe in seine Hand gelegt ward, öffent-lich Zeugniss ablegen zu dürfen.

Ich verdanke meine Bekanntschaft mit Glaser demersten Juristentage, es war der Berliner von 1860. Hierwar Oesterreicu durch eine Reihe hervorragender Männervertreten, unter ihnen Glaser und Unger, und mitbeiden knüpfte sich hier bereits ein Verhältniss der Ver-traulichkeit an, das sich auf den späteren Juristentagenmehr und mehr befestigte und sich schliesslich zu eineminnigen Freundschaftsverhältniss gestaltete. Der Juristen-

*) In meisterhafter Weise ist das Bild seines Schaffens undWirkens und seiner Persönlichkeit auf wenig Seiten von seinemältesten und vertrautesten Freunde Unger in seinem Nachruf anJulius Glaser, Wien bei Gerold, 1886 entworfen, einen anderen war-men Nachruf hat ihm K. Janka, Professor in Prag, in der juris-tischen Vierteljahrsschrift, Organ des deutschen Juristenvereins inPrag, 18S6, S. \ ff. gewidmet.