Druckschrift 
2 (1883)
Entstehung
Seite
XXIV
Einzelbild herunterladen
 

XXIV Vorrede.

und der sich kürzlich durch eine Abhandlung in meinenJahrbüchern (B. 24, No. 2) als Schriftsteller in beachtens-werter Weise beim juristischen Publikum eingeführt hat,in freundlichster Weise abgenommen, ich selber bin nurzugezogen worden, wo er Anstände fand. Es drängtmich, ihm für diesen mir geleisteten werthvollen Dienstöffentlich meinen aufrichtigen Dank auszusprechen.*)

Ich kann dieses Vorwort nicht schliessen, ohne deseinen der beiden Männer zu gedenken, deren Namendieser Band an der Stirn trägt. Julius Glaser istnicht mehr; am 26. December vorigen Jahres hat ihnder Tod in der Fülle der Kraft und in dem rastlosenunermüdlichen Drange des Schaffens plötzlich dahin-gerafft. Mich traf die Nachricht wie ein Donnerschlag.Nie im Leben hat mich der Tod eines Freundes so tieferschüttert, es war mir, als ob mit diesem Freunde einStück meines eigenen Herzens ins Grab gesenkt sei.Was sein Vaterland Oesterreich an ihm verloren, zudessen edelsten und begabtesten Söhnen er zählte, unddem er in seinen verschiedenen Stellungen: zuerst als

*) Bei der Revision des Correcturbogens dieser Vorrede gehtmir ein Aufsatz von W. Wundt in Leipzig: Das Sittliche in derSprache (Deutsche Rundschau, XII, 7) zu, der durch meine Unter-suchungen über denselben Gegenstand in diesem Bande veranlasst,dieselben in manchen Punkten berichtigt, wie ich hiermit öffentlichdankend gern anerkenne. Da es mir nicht um mich, sondern umdie Sache zu thun ist, so glaube ich dem Leser, der sich für denGegenstand interessirt, diese Notiz nicht vorenthalten zu sollen, undkann es nur bedauern, dass mir jene Abhandlung erst nach derDrucklegung des Werkes zugekommen ist. Dieselbe liefert mir denerfreulichen Beweis, dass die Anregungen, die ich der Wissenschaftzu einem tiefern Eindringen auf einem bisher von ihr kaum betre-tenen Gebiete glaubte gegeben zu haben, nicht verloren sind.