Vorrede. XXI
versetzt mich der Kritik gegenüber in eine ungünstigeLage, dieselbe kann nicht anders als nach den Datenurtheilen, die ihr zur Zeit vorliegen. Dieses Urtheilaber ist, soweit es sich nicht um irrige thatsächlicheBehauptungen von mir, sondern um meine Grundauf-fassungen handelt, kein zutreffendes. Erst wenn dasWerk fertig vorliegt, ist für sie der Zeitpunkt gekommen,um zu den Ansichten, die ich in demselben vertrete,Stellung zu nehmen, es wird sich dann zeigen, dassUnterstellungen und Einwendungen, die man gegen michbereits jetzt vorschnell erhoben hat, sich in Nichts auf-lösen. Ich lasse keinen Gedanken in meinem Werkefrüher auftreten, als da, wo er systematisch seine rich-tige Stelle findet. Den Schein, dass derselbe mir fremdsei, muss ich so lange über mich ergehen lassen, bisder richtige Moment gekommen ist, ihn zu beseitigen;bis dahin muss ich mir die Belehrungen und Berichti-gungen von Seiten voreiliger und kurzsichtiger Kritikerschon gefallen lassen. Dieses Loos wird mir ganz be-sonders blühen in Bezug auf meine Zurückführung desSittlichen auf den Gesichtspunkt des gesellschaftlichen(objectiven) Utilitarismus. Man wird ihn mit dem abge-standenen öden individuellen Utilitarismus verwechselnund mich schlankweg zum Utilitaristen im letzterenSinne stempeln, bis im dritten Bande die Partie überdie ethische Selbstbehauptung und den ethischen Idealis-mus zeigen wird, dass noch Niemand bisher die Fahnedes ideal Sittlichen auf so festem Grunde befestigt hatwie ich. Worauf der psychologische Zwang zum Sitt-lichen beruhen soll, habe ich auf Grund der bisherigenethischen Deductionen noch nie begriffen — ich meiner-