Druckschrift 
2 (1883)
Entstehung
Seite
XVI
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XVI Vorrede.

andere Rücksichten leiten lassen, als wer sie erst zu be-gründen hat, was bei jenem den Vorwurf der Weitläufig-keit, Breite auf sich laden würde, ist für diesen, wenner die richtige Vorstellung seiner Aufgabe in sich trägt,und wenn es ihm darum zu thun ist, sie gründlich underschöpfend zu lösen, nicht zu umgehen.

Alles das, was ich bisher gesagt habe, bezieht sichnur auf die Art, wie ich meine Aufgabe zu lösen ver-sucht habe, und der Leser kann sich immerhin damitvöllig einverstanden erklären, dass sie, wenn sie über-haupt gestellt werden durfte, in dieser Weise gelöst wer-den musste. Aber wie passte sie in den Rahmen desgegenwärtigen Werks hinein?

Ich habe schon oben bemerkt, dass sich letzterer imLaufe der Untersuchung immer mehr erweitert hat, dassdas Recht mich auf das Sittliche, das Sittliche auf dieSitte zurückwarf. Bei letzterer angelangt, hatte ich,Angesichts der gänzlichen Unzulänglichkeit dessen, wasdie bisherige Ethik über sie enthält, keine andere Wahl,als ihr entweder völlig auszuweichen, wodurch meinSystem der gesellschaftlichen Ordnung ebenso lückenhaftgeworden wäre, wie es das der gangbaren Ethik in derThat ist, oder aber sie völlig erschöpfend zu behandelnund den Nachweis zu erbringen, ein wie wichtiges. Gliedjener Ordnung sie bildet. Das habe ich gethan. Ob ichfür meine Theorie der Umgangsformen einen grösserenRaum beansprucht habe, als bei der gänzlichen Neuheitder Aufgabe und bei der ausserordentlichen Fülle desMaterials unumgänglich war, möge der Leser entschei-den, ich meinerseits habe mich nach Kräften bestrebt,den Zweck, für den ich letzteres aufgeboten habe, un-