Vorrede. XV
In einer andern Lage befindet sich der Mann, der einbereits urbar gemachtes Terrain bestellt, in einer andern,wer es erst urbar zu machen hat. Letzterer muss denUrwald lichten, die Baumwurzeln beseitigen, das Ge-strüpp entfernen, minder bildlich: sehr vieles thun, des-sen jener sich überheben kann. Für den gewöhnlichenLeser, für den die Arbeit als solche keinen Reiz hat,sondern dem nur am Resultate derselben etwas liegt, istes nicht gerade erfreulich, den Schriftsteller mit der-artigen Dingen sich abmühen zu sehen. Ich meinerseitshätte nichts mehr gewünscht, als dass ich mein eigenerNachfolger gewesen wäre, ich hätte dann meiner Unter-suchung ungleich mehr den Anstrich des Glatten gebenkönnen, als es mir jetzt möglich geworden ist. Wiemanche Anläufe hätte ich mir ersparen können, die blossin der Absiebt unternommen sind, um zu zeigen, dassin dieser Richtung nichts zu finden ist, dass man beimSuchen eine andere Richtung einzuschlagen hat, um denrichtigen Begriff zu finden — das Tappen und Tastenauf einem unbekannten Terrain, um sich erst zu orien-tiren — wie manche Einwendungen hätte ich nicht auf-zuwerfen und zu widerlegen brauchen, die Niemandmehr erheben wird, wenn die Grundanschauungen undBegriffe, welche es erst einzuführen gilt, einmal aner-kannt, angenommen und Jedem geläufig geworden sind.Kurz die erste Bearbeitung und Einführung einer Lehresteht unter völlig anderen Gesetzen, als die spätere Be-handlung derselben, und dies bitte ich bei der Beur-theilung meiner Untersuchungen nicht ausser Acht ^zulassen — wer mit fertigen Begriffen und Anschauungenoperirt, kann und soll sich bei der Darstellung durch