Druckschrift 
2 (1883)
Entstehung
Seite
XVII
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Vorrede. XVII

verändert im Auge zu behalten, ich glaube nichts aufge-nommen zu haben, was nicht zu den allgemeinen Ideen,auf die es abgesehen war, einen wenn auch nochso winzigen Beitrag stellte. Dieselben münden sämmt-lich in den einen Gedanken, der den Grundgedankendieses Werks bildet: den Zweck. Ueberall, selbst imAllerkleinsten und Minutiösesten glaube ich denselbenbei den Umgangsformen nachgewiesen zu haben, unddaraus denke ich demnächst Kapital zu schlagen fin-den Nachweis des Zwecks in der sittlichen Weltordnung.Wenn die Allgewalt des Zweckes für die Gestaltung dergesellschaftlichen Ordnung sich selbst in den niederstenllegionen des Lebens bewährt, in denen nach der land-läufigen Ansicht nur der Zufall, die Laune, die Willkürherrschen, wenn ich hier, wo es sich um das scheinbarvöllig Bedeutungslose und Geringfügige handelt, denNachweis erbracht habe, dass der Zweck alles gemachthat, wie sollte es anders sein in denen, wo die Auf-gaben, die er zu vollbringen hat, sich mehr und mehrsteigern und den Charakter von unabweisbaren Lebens-bedingungen der Gesellschaft annehmen, in denen derMoral und des Bechts? Mit dieser Frage entlasse ichden Leser im gegenwärtigen Bande; ich hoffe, dass ichsie nicht umsonst aufgeworfen haben werde, möge sieder Antwort, die ich im folgenden darauf ertheilen werde,den Weg bereiten.

Mit dem gegenwärtigen Bande ist das neunte Ka-pitel, mit dem er beginnt, noch immer nicht abgeschlossen,der folgende wird noch ein ganz beträchtliches Stückdesselben nachzubringen haben. Ein Kapitel, das sichüber zwei Bände hinzieht! Dass ich damit ein literar-

v. J h o r i n g , Der Zweck im Keclit. II. 3. Aufl. b