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Streifzüge im Kaukasus, in Persien und in der asiatischen Türkei
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Beirut. Der Hundsfluss. 435

vorzüglich Italienern, Arabern und christlichen Syrern. Hierwird aber, wie überall in der Levante, ein Jeder Araber ge-nannt, der arabisch spricht, und so gilt das ganze VolkSyriens und Phöniciens, welches zum Theil gar kein echtarabisches Blut, oder doch nur wenig besitzt, dem Fremdengegenüber als Araber. Die christliche Bevölkerung ist dievorherrschende und Mordscenen, wie die zu Damascus, wärenhier unmöglich. Ihre Tracht ist sehr malerisch; es ist einidealisirtes türkisches Costüm mit kurzer Jacke und weitenbis unter das Kniee reichenden Hosen, welches die meistschlank und elegant gewachsenen Leute gut kleidet; denKopf bedeckt der türkische Fez, hier jedoch wie im Libanonin abweichender, oben achteckiger Form getragen. DerFremde, der hier zuerst den Orient betritt, ist leicht versucht,dies Costüm für die echte arabische Volkstracht zu halten,welche doch damit nicht ein Stück gemein hat. Beduinenkommen sehr selten nach Beirut; nur ein einziges Mal sahich ein braunes Wüstengesicht unter den Falten der tiefherabfallenden Kefije.

Reizende Ausflüge bietet die Umgegend; auch wir konnten,Dank der Verspätung des Dampfschiffs, einen derselbenmachen. Zwei deutsche Meilen im Norden der Stadt fliesstder Hundsfluss, der Lycus der Alten, durch eine enge Fels-schlucht zum Meere; ein scharfer Galopp auf derben kleinenPferden brachte uns erst durch die Gärten der Stadt unddann auf dem weichen Sande des Meeresstrandes in einerstarken Stunde dorthin. Die Felswand am linken Ufer desBaches trägt das älteste Fremdenbuch der Welt Hier Hesszuerst ein Herrscher von Assyrien, der die Welt vom fernenNinive bis zum Meere bezwungen, sein Bild in den Steineingraben und in Keilschrift seinen Namen und seinen Ruhmverkündigen; ihm folgte ein Pharao Rhamses von Aegypten,dessen Thaten Hieroglyphen verewigen. Dann kam Jahr-hunderte später der römische Kaiser Antoninus Pius mit seinenLegionen und hinterliess eine lateinische Inschrift; eine ku-fische erinnert an die Eroberung des Küstenlandes durch diearabischen Khalifen. Schliesslich erschien im Jahre 1860 die

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