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Streifzüge im Kaukasus, in Persien und in der asiatischen Türkei
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358 Kazem.

ausser dem Kellek das einzige Vehikel, während der Euphratvon wirklichen Kähnen befahren wird. In Baghdad selbstspielt er die Eolle der venezianischen Gondel zum Waaren-transport und zur Menschenbeförderung; sein Name ist Quffe.Diejenigen, welche uns auf dem Tigris begleiteten, waren mitbunten Muscheln, die in den Asphalt eingeklebt waren, ganzniedlich verziert und einige führten über ihrer hohen Reisig-ladung noch Segel; gerudert und gesteuert wurden sie mitherzblattförmigen Schippen.

Ueber Nacht setzte ein ziemlich frischer Gegenwind ein,der bei der trägen Strömung des Flusses unsern Fortschrittsehr problematisch machte, um so störender für uns, als unserKellek nach so häufigem Aufstossen auf Steine und Sandbänkeallmählich in Verfall gerieth und wir das Wasser schon hartunter unsern Kopfkissen plätschern hörten. Um der Not-wendigkeit einer zeitraubenden Reparatur überhoben zu sein,trieben wir unsere Schiffsleute unter dem Versprechen einesguten Bakschisch zur Eile an und erreichten auch, dass sieden nächsten Tag fleissig vorwärts ruderten. Endlich, Nach-mittags um 3 Uhr verkündete uns Hadshi Ramadzan, unserzweiter Diener, der als geborener Baghdader die Gegendkannte, dass wir aussteigen könnten, um Baghdad auf näheremWege zu Wagen zu erreichen, während Ali mit unserem Ge-päck zu Wasser nachkäme. Wir setzten zwar einigen Zweifelin die Richtigkeit seiner Angaben, da uns die Existenz einerFahrgelegenheit zu unwahrscheinlich vorkam und wir voneiner Stadt auch nicht das geringste Anzeichen erblickenkonnten; auf seine bestimmte Versicherung jedoch gaben wirnach, stiegen am Rande eines dichten Palmenwaldes aus undfolgten seiner Leitung. Nach kurzem Marsch durch herr-liche Palmen standen wir vor einer kleinen Stadt, derenStrassen von munterem bunten Leben wimmelten; es warKäzem, auch Kazmen genannt, gewissermassen eine VorstadtBaghdads, aber von der eigentlichen Stadt noch durch einekleine Stunde Weges getrennt. Plötzlich bei einer Wendungdes Weges that sich uns ein Blick auf, wie wir ihn nochnicht gesehen; die schönste Moschee lag wahrhaft feeenartig