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Streifzüge im Kaukasus, in Persien und in der asiatischen Türkei
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Zustände in Persien, 297

für die Reise bis Souk-Bulak, nachdem er uns vor Zeu-gen versprochen, uns für 32 Tuman, wenn wir es wünschten,von dort nach Mossul zu bringen. Endlich war Alles ge-nügend vorbereitet, und die Abreise wurde auf den nächstenMittwoch festgesetzt. Wieder ein Zeichen unserer Unerfah-renheit in orientalischen Sitten; denn wir hätten wissensollen, dass ein Perser ungern, ixnd ein abergläubischer Kurdeum keinen Preis eine Reise am Mittwoch, dem Unglücks-tage, antritt. Richtig erschienen denn auch am Mittwochweder Pferde noch Tscherwadar und wir gaben, nicht un-gern übrigens, unserem Aufenthalte in der gastfreien Stadtnoch einen Tag zu.

Was wir über Persien im Allgemeinen in Tebriz hörten,war wenig erfreulich Das Land leidet an einer schlechtenRegierung, die Regierung an einem schlechten Volke, unddas Volk an einem undankbaren Lande, ein circulus vitiosus,aus dem nicht herauszukommen ist. Seit dem Tode desEmir Mirza Taghi Chan, der mit eiserner Faust Ruhe undOrdnung geschafft hatte und den der Schah aus Eifersuchtauf seine Macht ermorden Hess, haben sich die Zuständestets verschlechtert. Wenn auch offene Unruhen in letzterZeit nicht vorgekommen sind, so ist doch der Zustand desLandes keineswegs ein friedlicher, und jedes bedeutende Er-eigniss, wie eine neue Hungersnoth oder ein Thronwechselkann die grössten Umwälzungen herbeiführen. Der Schahist eine grosse Null und der Thronfolger eine kleine. Be-dauernswerth ist der Unfug, der mit dem Schah auf seinerReise in Europa getrieben worden ist; er bildet sich in seinerlächerlichen Eitelkeit jetzt vermuthlich ein, dass es denHerrschern in Europa nur darum zu thun war, sich derFreundschaft seiner mächtigen Person zu versichern. Mitneuen Uniformen und einem Stückchen Eisenbahn ist Persiennicht zu civilisiren, und es ist stark zu bezweifeln, ob dasLand je einer besseren Zukunft entgegen geführt werdenkann, so lange es von Persern bewohnt ist. Wenigstens istnoch kein Beispiel in der Geschichte bekannt, dass ein orien-talisches Volk sich von seinem Ruin wieder aufgerichtet