Petrowsk. 243
platz einer furchtbar blutigen Belagerung durch die Berg-völker.
Ich habe selten eine Stadt gesehen, wo der-ganzen Be-völkerung der Ausdruck der langen Weile so auf dem Ge-sicht geschrieben stand, wie in Petrowsk; so sass beispiels-weise der dienstfreie Theil der Garnison fast vollzählig aufdem Hafendamm und warf mit Steinen nach den Fischen,die in Menge herumschwammen; die Thiere mussten kranksein, denn sie schwammen dicht an der Oberfläche undschienen nicht untertauchen zu können, durch die Steinwürfegeängstigt, kamen sie bis dicht an das Ufer und Hessen sichmit den Händen greifen Wir wussten schliesslich nichtsbesseres zu thun, als uns dieser interessanten Beschäftigunganzuschliessen. Trotz eines solchen augenscheinlichen Ueber-flusses an Nahrungsmitteln war es schlechterdings nicht mög-lich, im Klub etwas anderes, als ein zähes Stück Rindfleischzu erhalten; auch war der Schmutz daselbst so unergründlich,dass wir uns auf die Strecke zwischen Urmi und Temir-chanschura zurückversetzt glaubten, nur hatte er dort denVorzug, rein mineralischer Natur zu sein, was derlrländer durch„clean dirt", im Gegensatz zu „dirty dirt" bezeichnet. End-lich wurden unsere Wünsche erfüllt; am Abend des drittenTages (12. October) sahen wir die Lichter eines Dampfers,der in den Hafen einlief, und eine Stunde später befandenwir uns wohlbehalten an Bord des „Turkmen". Die Preisefür Billets und Gepäck waren, mangels jeder Concurrenz, soexorbitant, dass der Tarif sich würdig jeder kaukasischenGasthof'srechnung an die Seite stellen konnte.
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