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Streifzüge im Kaukasus, in Persien und in der asiatischen Türkei
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172 Karajaz. Ankunft in Tiflis.

Standarte zu lesen: Es war das Chapjor'sche Regiment vomKubanischen Heere.

Wenige Meilen vor Tiflis steigt die Strasse noch einmalüber einen etwa 1000 Fuss hohen vorspringenden Bergrücken,anscheinend sehr unmotivirt, denn sie hätte mit geringenMehrkosten zwischen demselben und der Kura durchgeführtwerden können. Von der Höhe hat man wenigstens einegute Aussicht auf das System des Mariencanals, welches zurBefruchtung der Karajaz-Steppe angelegt worden ist; es ver-bindet die Kura mit einem kleinen auf dem linken Ufergelegenen See durch einen Haupt- und 17 Seitencanäle undwird, wenn der Erfolg den Erwartungen entspricht, überzwei Quadratmeilen Steppe in fruchtbares Land verwandeln.Die hiesige Gegend ist auch der Schauplatz der grossfürst-lichen Wildschweinsjagden, von welchen oben die Rede ge-wesen ist. Am Nachmittag schien sich alles gegen uns ver-schwören zu wollen: betrunkene Posthalter und Pferdemangelverspäteten unser Fortkommen und auf der letzten Stationvor Tiflis, von wo wir schon die Thürme der Stadt erkennenkonnten, hätten wir beinahe nächtigen müssen. Wir erhieltennur eine Telega, und mussten Ali mit dem Gepäck die Sorgefür sein Fortkommen selbst überlassen. Je mehr wir unsder Stadt näherten, desto belebter wurde die Strasse; Reihenvon Wasserrädern schöpften aus der Kura das für die üppigenGärten längs des Ufers erforderliche Wasser, städtischeWagen, von Spazierfahrten heimkehrend, Fussgänger in denbuntesten Trachten, Lastkameele und Büffelkarren, und zuunserem Leidwesen städtisches Pflaster, das unsern, durchdreitägige Telegafahrt hartgeprüften Gliedmassen den Gna-denstoss gab. Durch weitausgedehnte Vorstädte gelangten wirin das Bazarviertel, wo trotz der Dämmerungsstunde nochdas bunteste Leben herrschte, und um sieben Uhr wurdenwir im Hotel du Caucase von unserem inzwischen wieder-hergestellten Kameraden begrüsst.