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Auszug aus der Beschreibung eines Krankenzeltes.
Beilagen zu Band
Beilage 1)5.
Auszug
aus der Beschreibung und Bezeichnung der Bestandteile eines Krankenzeltes zu zwölf Bettenfür den Felddienst (November 1867) sowie Anleitung zur Aufstellung desselben.
I. Beschreibung.
Das Krankenzelt hat die Gestalt eines Hauses, ist 28' langund 20' breit; die senkrechten Seitenwände messen 5'; die Höhedes Dachfirstes von der Erde an gemessen beträgt lS'/i'. Esbesteht aus einem in einzelne Theile zerlegbaren eisernen Ge-rippe und einer darauf ruhenden Bekleidung von Segeltuch.Die senkrechten Seitentheile bestehen aus einfachem Segeltuchund sind oben mittels Lederstrippen und Bändern an die be-treffenden durchgehenden Längenstäbe des Gerippes (kleineReiter) angehängt; unten sind sie durch Holzpflöcke an dieErde angespannt und mit einem Streifen gummirter Leinwandbesetzt.
Die Giebelwände sind gleichfalls aus einfachem Segeltuchgefertigt und bestehen aus je zwei übereinanderfallenden Gar-dinen, welche zurückgeschnallt werden können, um die Eingängezu bilden. Das Dach besteht aus einer doppelten Lage Stoß':einer Lage Segelleinen (Unterdach) und einer daraufliegendenLage Segeltuch (Oberdach); das Unterdach hängt auf jederSeite um ca. 1' über die Längenstäbe des Gerippes über unddeckt, indem es an die hier angehängten Seitentheile ange-schnallt ist, die durch die Lederstrippen und Bänder des Letzterengebildeten Oeffnungen. Durch Zurückschnallen der überhän-genden Streifen des Unterdaches (Fallblätter) nach oben werdendie 3V2" breiten Oeffnungen frei und gewähren die nöthigeLuftventilation. Das Oberdach ist an seinen unteren Rändernmittels Handleinen und Holzpflöcken direct an der Erde be-festigt und bildet so, etwas überstehend, die Traufe des Daches.Im Innern, ca. 4' von der einen Giebelwand entfernt, ist eineZwischenwand angebracht, welche den entsprechenden Raumfür die Wärter und zum Auf bewahren der Requisiten abscheidet;diese Zwischenwand besteht ebenso wie die Giebelwände auszwei übereinanderfallenden und zurückschiebbaren Gardinen.
Der Zeltgiebel ist an jedem Ende mit einer Xeutralitäts-fahne, in der Mitte mit einer schwarz-weissen Flagge geschmückt.
Das Gewicht eines Zeltes mit allem Zubehör beträgtS'A Zoll-Centner.
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II. Die Bestandteile sind:
1 Doppeldach, dessen obere Lage aus Segeltuch und dessen
untere an jeder Seite etwas überstehende Lage ausSegelleinen besteht etc.
2 Stück 28 '/»' lange Seitentheile aus Segeltuch etc.
3 grosse Ständer aus 1 '/i" starken schmiedeeisernen Röhren
gefertigt etc.3 Ständerköpfe etc.6 Sprossen.10 kleine Ständer.
2 kleine Reifer.
3 grosse starke Sturmleinen, an beiden Enden mit je einem
starken Holzknebel versehen, und sechs grosse, mitEisen beschlagene Sturmpfähle etc.32 kleine Handleinen.
9)10) 48 kleine Heringe.
11) 10 Stück Holzeicheln.
12) 3 Fahnen.
13) 2 Paar Lederschuhe zum Verpacken etc., sowie ein schmiede-
eiserner Griff zum Verpacken der Gusskreuze.
III. Aufstellung.
Zur Aufstellung eines Krankenzeltes wählt man am besteneinen trockenen und konsistenten Boden. In hygienischer Be-ziehung ist besonders wünschenswerth, dass das Terrain etwasabschüssig ist und somit einen Abfluss nach irgend einer Seitehin gestattet.
Das Zelt wird derartig placirt, dass die am Ort vorherr-schende Windrichtung dasselbe diagonal trifft. Zur Arbeit desAufstellens sind erforderlich: 1 Unteroffizier und 7 Mann; dieLeute theilen sich in zwei Abtheilungen: die erste aus 1 Unter-offizer und 5 Mann, die zweite aus 2 Mann bestehend. (Dieverschiedenen Manipulationen beider Abtheilungen sind imOriginal der Instruktion so zusammengestellt, wie sie gleich-zeitig vorgenommen werden.)
Ist das Zelt gehörig gestellt, so wird rings um dasselbe,dicht an den die Erde berührenden Rand, ein kleiner Grabenausgeworfen, dann nach der abschüssigen Richtung hin einAbfluss geschaffen, und somit die Feuchtigkeit möglichst entfernt.
Der Fussboden im Innern des Zeltes wird — wenn mög-lich — mit grobem Kies befahren.
IV. Behandlung.
a. Im Gebrauch.
Das Innere des Zeltes wird mit zwölf Betten belegt, sedi>auf jeder Längenseite und jedes ca. 1' von den Zeltwänden ab-gerückt, so dass bei einer Bettlänge von ca. 6' in der Mitte desZeltes ein Gang von ca. (>' Breite frei bleibt.
Der Kopf des Kranken liegt nach der Zeltwand, die Füssenach innen. Der Zwischenraum zwischen dem dritten undvierten Bett jeder Bettreihe braucht nur ca. 6" zu betragen,wogegen die übrigen gleichmässig zu verth eilenden Zwischen-räume dem Arzt genügenden Raum zur freien Bewegung ge-statten müssen.
Bei anfangendem Regen sowie Nachts, bevor der Thau fällt,müssen alle Leinen, Sturmleinen und Handleinen gleichmässignachgelassen werden, da die Nässe das Segeltuch zusammen-zieht; später werden die Leinen in dem Maasse wieder ange-spannt, wie das Segeltuch trocknet.
b. Auf Lager.
Kein Zeltdach darf zusammengerollt werden, so lange nocheine Spur von Feuchtigkeit in dem Stoffe steckt, da sich andern-falls die schädlichsten Stockflecken bilden etc. Die Seitentheilewerden mit ins Dach eingerollt und zwar so, dass die ganzenStreifen der gummirten Leinwand an beiden Seiten sichtbarwerden und der Schwefelgeruch dieses Stoffes nach Möglichkeitin dem Raum verbreitet wird.
Die Dächer müssen auf Holzlagern ruhen und immer 6*von einander und 1' von den Wänden entfernt liegen, so dassdie Luft überall frei circuliren kann.
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