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Band I.
III. Abschnitt: Zelte und Baracken in Deutschland.
Kabinen unischloss, je eine für die Krankenwärter, für Requi-äten und Utensilien, endlich — durch einen Mittelgang
| -eiiiit __ das Lokal für Leibstühle nebst Wasserklosets.
n «r Krankenraum hatte eine Aussenlänge von «10.46 in, eineBreite von 6.72 m und eine Höhe vom Fussboden bis zumDache von 4-52 m, bis zur Firstlinie des Dachreiters voni\ u r die Betten standen in zwei Reihen an den Längs-seiten 1 der Anbau war einschl. des Korridors 8.55 m lang,s , in breit und bis zum Dache 3.3 m hoch. Auf gemauertenPfeilern ruhten die Langschwellen mit den Unterzugsbalkenfür den Fussboden und den Holzsäulen, welche das Reiter-ilach tni (r en. Der hohlliegende Fussboden, 58 cm über demTerrain bestand aus gehobelten Brettern (Tafeln) mitHirn- und Einschubleisten, welche man mittels Nuthand Feder am Bodenlager befestigte, um einerseits dasknfstehen der Bretter an den Stossenden zu ver-hindern, anderntheils das Herausnehmen, Magazinirenim Winter etc. zu ermöglichen. Das Terrain unter demFussboden war in der ganzen Länge und Tiefe der Barackennach Entfernung der Erdschicht mit einer O.00 m hohenlletonschieht — sattelförmig nach aussen abgeschrägt —aufgefüllt; an den Längsseiten dienten gepflasterte Rinnenzur Ableitung des Regenwassers.
Die beiden Giebelseiten waren mit Brettern und Deck-leisten verschalt; an der östlichen Giebelseite befand sicheine zu dem Anbau führende Thür; die beiden Langseitendagegen standen offen, waren mit einem O.90 m hohenGeländer versehen und konnten durch Zeltleinen gegenWind und Regen geschützt werden.
Das Dach hatte einen durchlaufenden, mit Jalousienrersehenen Dachreiter, war innen mit Brettern verschalt,aussen mit Schindeln gedeckt. 1 ) Die Dachflächen mit pro-lilirten Sparrenköpfen sprangen 84 cm über die Seitenwänderor und hatten Dachrinnen mit Abfallröhren. Der Haupt-eingang befand sich in der Mitte der nördlichen Langseiteunter einem kleinen gedeckten Vorbau mit Holzsäulen undeiner dreistufigen Treppe von 0.20 m Länge und O.30 cmTrittbreite.
In jedem Kraiikenramne war Wasserleitung vorhandenund der Fussboden mit Läufern bedeckt. Die Wasser-klosets mündeten in ein cementirtes Backstein-Reservoir,welches zugleich als Ausguss für Waschwasser und Leib-stühle diente; den Inhalt des Reservoirs leiteten eiserneRohren nach den nahe gelegenen Kanälen des Oekonomie-gebäudes.
Anfang Oktober wurden beide Baracken völlig geräumtund die Verwundeten in die Krankensäle des Flügelgebäudestransferirt; zur Wiederbenutzung gelangten die Barackenerat im Mai des folgenden Jahres.
') Im Herbste 1873 beim Ausbruch der Cholera wurden beideBaracken zum Wintergebrauch eingerichtet, die offenen Langseitenmit Fenstern geschlossen, der Krankenraum plafondirt, die Dachreitergeschlossen, Oefen eingesetzt und die Dachflächen an Stelle derSchindeln mit Schiefer eingedeckt.
Beim Filialspital Schwabing-München hatte mankurz vor Ausbruch des Krieges die zwei im grossen Hof-raume seit längerer Zeit vorhandenen ITolzbaracken inZeltbaracken umgewandelt und belegte dieselben mit jezehn Typhuskraiiken.
Jede Baracke, im Lichten 3.gs in breit, 13.7.'m langund 2.04m vom Fussboden bis zum Dache hoch, hatte anden Stirnseiten eine vertikale Bretterversehalung mit Fugen-deckleisten, an der östlichen Fenster und Thür, an derwestlichen grosse Fenster; die Langseiten wurden mitZeltleinen geschlossen, welche nicht ganz bis zum Dachereichten. An der einen Langseite, entsprechend dein Fass-ende der quer aufgestellten Bettladen, konnte man dieZeltleinewand an je drei Feldern zwischen den Pfostennach Art von Vorhängen auseinander schieben, um nachBelieben freien Luftaustausch herzustellen, während diedem Kopfende entsprechende Wand fest angespannt blieb.Ausser den Fenstern an den Stirnseiten waren in jedemDache eine Anzahl Oberlichter angebracht. Der Fussbodenwar hochgelegt; zahlreiche Einschnitte in den Uiurahmungs-brettern vermittelten eine ausgiebige Durchlüftung des Hohl-raumes.
Eine Umwandlung von Zelten in Zeltbaracken er-folgte dagegen bei den im Garten des KreiskrankenhauM'>zu Reichenbach i. Schi, aufgestellten drei Zelten (mit90 Betten) noch im August in der Weise, dass dieGiebelwände ganz, die Seitenwände bis Mannshöhe Bretter-verschalung erhielten. Zugleich wurde ein hohlliegenderBretterfussboden angebracht, das Dach mit Latten ge-sichert und diese mit getheerter Dachpappe benagelt.Im September fügte man im Innern noch weitere Bretter-verschalungen hinzu, namentlich erhielt das grössere Zelteine Einschubdecke von Brettern; auch wurde dasselbe miteisernen Kohlenschüttöfen versehen. Trotzdem erwies es sichauch bei ununterbrochener Heizung als nicht möglich, einegenügend hohe Temperatur dauernd zu erhalten; namentlichblieb der Fussboden stets empfindlich kalt. Die Zeltemussten daher im Laufe des Monats Oktober geräumt werden.
Weitere Zeltbaracken wurden errichtet: in Darmstadteine mit 12 Lagerstellen bei dem Vereinslazareth Turnhalle,desgleichen zwei zu je 18 Betten (nebst einem Zelt mit6 Betten) im Garten der Diakonissen-Anstalt (Elisabeth-Stift); eine mit 28 Betten im Garten des Garnisonlazarethszu Konstanz. Endlich kamen zur Benutzung drei zuFrankfurt a. M. (vergl. S. 359) schon von früher bestehendeZeltbaracken zu je 18 Betten und eine bei der Universitäts-klinik zu Halle a. S. vorhandene mit 18 Betten.
Rekapitulation.
Im Ganzen wurden neu errichtet:
17 Zeltbaracken mit 458 Lagerstellen;
hiervon trafen auf
4 Reservelazarethe 11 Zeltbaracken mit 320 Betten, und3 Vereinslazarethe 6