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VII. Kapitel: Zelte und Baraeken.
Band
46 Betten in zwei Reihen, war 52 m lang, 6 m breit,3 m bis zum Dache und 5 in bis zur Firstlinie hoch. Vom5. August bis 9. Oktober wurden daselbst 131 Mann mit1528 Verpflegungstagen aufgenommen (7 todt = 5.3 pCt.).
Nach denselben Prinzipien sind in Maikammer,Land stuhl und Kusel eine Baracke zu 40 und zwei zu30 Betten erbaut worden, welche jedoch keine Benutzungmehr fanden.
In Tübingen wurde beim Vereins-Reservespital No. 3eine auf Pfosten freistehende, mit Holz wänden und einemZiegeldach ohne Dachreiter versehene Baracke zu 42 Bettenhergestellt, mit Fenstern an beiden Langseiten und einembesonderen Operationsraume. Der Abtritt (mit Tonnen)war angebaut und durch einen Gang mit der Baracke ver-bunden. Eine kleine nur zu fünf Betten eingerichteteHolzbaracke befand sich auf der Terrasse des als Vereins-lazareth dienenden Gartensaals von 0. Kolb in Stuttgart.Dieselbe wurde nur während der wärmeren Jahreszeit benutzt.
In Mannheim liess Professor Dr. Billroth auf demSteinplatze östlich der Stadt eine Isolirbaracke für Fleck-typhuskranke zu 48 Betten errichten. Dieselbe war etwa5.6m hoch, besass einen einfachen Bretterfussboden, ein-fache, gut gefugte Bretterwände, aber keinen Dachreiter.Der innere Raum war in vier Krankenzimmer zu je12 Betten, ein Badezimmer und vier Zimmer für dieSchwestern eingetheilt; in jedem Räume befand sich einguter eiserner Mantelofen; die Ventilation erfolgte durchOeffnung der hohen Fenster. Auch diese Baracke ist nichtzur Verwendung gelangt.
Die Hilfsvereine in Lahr und Bretten (Baden) Hessenebenfalls einfache Bretterbaracken aufstellen, welche nurbis zum Eintritt des Winters belegt blieben.
Rekapitulation.
Zur siebenten Gruppe gehören 28 Baracken mit968 Lagerstellen. Es entfallen davon
auf 5 Reservelazarethe ... 7 Baracken mit 179 Lagerstellei),.. 1 Vereins-Barackenlazareth 4 » „ 26(5 ,
„ 14 andere Vereinslazarethe 17 » „ 523 „
Achte Gruppe: Zeltbaracken, d. h. Holz-baracken, bei denen einzelne Theile derWände oder des Daches durch Leinewandersetzt sind.
In Hannover befand sich das ReservelazarethNo. H in dem etwa '/* Stunde südlich der Stadt liegendenSchützenhause. Das frei und von Wohnungen entferntliegende Terrain wird im Süden, Westen und Osten vonder Leine und einem Nebenarme derselben, der lhme, um-flossen. Es wurden dort, neben den Schiesshallen, dem
Festsaale und einein Pavillon mit einein Belegungsraumzusammen 172 Betten sechs von zwei verschiedenen Sehnt:gesellschaften geiniethete Zeltbaracken aufgestelltselben standen auf einem freien Platze vor dem Sehnthause und waren halbkreisförmig in der Weise angeordidass je eine Langseite nach Norden oder Nordwesten salDieselben hatten einen etwa 30 cm über der Erde erhöht'Bretterfussboden; die Wände waren bis BetthöheBrettern verschlagen; der obere Theil bestand aus Leim,wand, welche an der Nord- bezw. Nordwestseite in dj.Höhe geschlagen werden konnte, das Dach aus mit Lein,,wand überzogenem Holzgerüst. Der Eingang lag inGiebelseite und war durch derbe Drillichgardinen rer-schlössen. In der Mitte der Hinterwand führte eine Thürzu einem ideinen Anbau, welcher einerseits Pissoirs undKlosets (nach Müller-Schuer'schem System), andrerseits einWärterzimmer und einen Baderaum enthielt.
Die Grösse der Zeltbaracken war verschieden: zwofassten je 45, zwei je 30, eine 33 und eine 25 Betten mdass im Ganzen 208 und mit den Gebäuden 380 Bett«zur Verfügung standen.
In der Mitte der Anlage befand sich ein aus Fachwelterbautes Badehaus mit fünf Wannen. Eine Lokomobilepumpte das Nutzwasser aus der Leine in ein Reserjoidie Abwässer flössen durch einen gemauerten Kanal indie lhme. Das Trinkwasser wurde aus Brunnen ent-nommen. In einer kleinen Holzbaracke befand sieh duVerbandmittel-Depot. Die Baracken waren unter sieh undmit dem Depot durch gedielte Bahnen verbunden.
Die erste schwache Belegung fand am 9. August, einevollständige am 19. August statt. Drei Baracken wurden inLaufe des September geräumt, die drei anderen blieben biagegen Mitte Oktober im Gebrauch, zu welcher Zeit die zu-nehmende Kälte eine Weiterbenutzung unmöglich machte.
In München wurden sofort nach Ausbruch des Kriege«der bereits seit längerer Zeit vollendete, aber noch nichtbenutzte Ostflügel des neuen noch im Bau begriffenenGarnison-Krankenhauses Oberwiesenfeld sowie die beidenfür diesen Flügel bestimmten, soeben fertig gewordene!Sommerbaracken zur Aufnahme der Verwundeten undKranken der Feldarmee bereitgestellt, so dass sie schonam 12. August belegt werden konnten.
Beide Baracken (vergl. Tafel LIX) — auch Sommer-Pavillons genannt, nur zur Benutzung in der besser!Jahreszeit bestimmt, daher luftig gebaut — waren in derMittellinie des Gartens, an der Südseite desselben 43.8 in voneinander und parallel zur Längsfront des östlichen Flügels,33.8 m von letzterem entfernt, situirt.
Bei gleicher Grösse und Konstruktion sollte jede derBaracken zur Aufnahme von 32 Verwundeten etc. dienen.Jede Baracke enthielt ausser dem Krankenraume für32 Mann noch am östlichen Ende einen durch offenenLuftkorridor getrennten Anbau, welcher drei gesonderte
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