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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
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Rand 1.

III. Abschnitt: Zelte und Baracken in Deutschland.

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Zunächst erbaute man im Beginn des Monate AugustnSommerbaracken, welchen im September 4 weitere nach-flirten Per ^ au c ' er ^ grösseren Winterbaracken ward-t im Oktober, als die Orangeriehäuser geräumt werdenlasten in Angriff genommen, zu welcher Zeit dann auchi'e Sommerbaracken für den Winter eingerichtet wurden.Die neun kleineren Krankenbaracken lagen von NS,,j ( , zW ci grösseren von N0, die zuerst gebauten denOrangeriehäusern näher, die sechs späteren südlicher auf(iner erhöhten Terrasse.

Die oanze Anlage war mit einer Mauer umgeben.

Die Baracken zu 16 Betten waren 16.6 m lang, 6.9 m

i-gif die Hohe der Seitenwände betrug 3 m, die Höhe

im First 5.3 m und bis zum Dachreiterfirst 6.7 in; sie

enthielten ausser dem Krankensaale an einer Giebelseite

einen Wärterraum und ein Kloset. Der Boden war nicht

«dielt sondern 30 cm hoch mit trockenem Granitsand be-

-diiittet. Die Längswände sowohl als die Stirnwände waren

anfangs ganz offen gelassen und nur mit Segelleinewand

reschlossen, deren obere Hälfte sich vorhangartig aufziehen

in jeder Stirnwand befand sich ein Thor mit einem

Forhang im Innern; der nördliche Eingang war mit einer

hölzerner Doppelthür versehen; über jeder Thür befand

-ich ein grosses mit Leinewand benageltes Fenster. Das

Dach und der 1.4 m hohe, 1.7 m breite Dachreiter hatten

doppelte Bretterverschalung; letztere war seitlich ganz offen.

Dass diese zeltbarackenartige Konstruction keinen ge-

aigenden Schutz gegen Regen und Wind gewährte, konnte

nicht überraschen; die aus diesem Grunde nothwendigen

Abänderungen bezw. die Einrichtung der später erbauten

Baracken war folgende:

Die Seitenwände erhielten bis zur halben Höhe eineVerschalung aus horizontalen, dachziegelartig sich decken-den Brettern mit Ventilationsluken dicht über dem Fuss-boden. Die Segeltuchvorhänge der oberen Hälfte wurdenso eingerichtet, dass sie als Ganzes oder in einzelnenTheilen niarkisenartig nach aussen gestellt werden konnten,die Stirnwände im unteren Theile mit horizontalen, imoberen mit vertikalen Brettern verschalt; das Dach erhielteine Belegung mit Dachpappe, der Dachreiter verschliess-bare Klappen.

Bei Eintritt des Winters wurde noch der untere Theilder Längswände innen mit Ziegelsteinen ausgemauert, derobere erhielt Glasfenster mit doppelt verschalten Zwischen-räumen von je 0.78 bis 1 in Breite. Die Fenster Hessensieh um die obere horizontale Achse nach aussen öffnenund waren innen mit Leinewandrouleaux versehen.

Im Inneren wurde endlich eine Bretterdecke angebracht,hei einigen Baracken horizontal in Wandhöhe, bei einigenanderen dachartig, in der Mitte 62 cm höher, bei denübrigen dicht unter dem Dachreiter und mit je zwei Venti-lationsklappen versehen.

Die letztgebauten von den kleineren, sowie die zweigrosseren Baracken waren von vornherein mit diesen

Wintereinrichtungen hergestellt worden, nur mit dem Unter-schiede, dass der obere Theil der Seitenwände abwechselndmit Fenstern und mit nach aussen stellbaren Holzklappenversehen war, welche letzteren bei den grösseren Barackenspäter zugenagelt und hinterinauert wurden. Die zweigrösseren Baracken hatten überdies einen auf gemauertenPfeilern ruhenden Holzfussboden erhalten: im Uebrigeuunterschieden sie sich von den kleineren nur durch ihreDimensionen, welche in der Länge etwa 18.8 m, in derBreite etwa 9.4 m betrugen.

Die durch einen Vorraum von dem übrigen Baracken-raum getrennten Klosets w T aren mit Abfuhrkübeln versehen.Die Heizung geschah in ausreichender Weise durch2 bis 3 Oefen (theils eiserne, theils Kachel-, theils Ziegel-steinöfen). Das Lazareth war an eine Wasserleitung ange-schlossen; die Beleuchtung fand durch Petroleumlampen statt.Die Benutzung des Lazareths währte von Mitte Augustbis Anfang April; die Zahl der Behandlungstage betrug 25242.In Neunkirchen, einem in der Nähe von Saarbrückengelegenen Marktflecken, Hess der Frauenverein unter Mit-wirkung des Professors Fischer aus Breslau eine Barackefür 15 Verwundete erbauen. Dieselbe lag neben demSchlafhauslazareth der Grube Ziehwald, am Abhänge einesBerges auf geebnetem, trockenem Boden, mit der Längs-richtung von SN und war ringsum mit breiten Abzugs-gräben umgeben; die Länge betrug 15.6 m, die Breite 4.4 m,die festen Fussbodendielen lagen ohne Unterbau auf einerSchicht festgestampften Kohlenschuttes. Die Wände be-standen aus einfachen, aber gut gefugten Brettern undhatten 7 Fenster, von welchen je drei an den Längswänden,eins an der südlichen Giebelwand lag. Das einfache Dachtrug in der Mitte einen, '/» der Baracke einnehmendenDachreiter, der durch Holzläden verschlossen werden konnte;auch der zwischen dem oberen Rand der Längswände unddem Dach offengebliebene schmale Raum war durch auf-zuschlagende Holzklappen schliessbar. An der Nordseitebefand sich die Thür mit einem kleinen Vorbau.

Die Baracke erhielt später zwei eiserne Oefen, derenRauchrohre durch Ventilationsschlote verliefen. Benutztwurde dieselbe von Ende August bis Ende November.

Rekapitulation.

Die Zahl der unter der fünften Gruppe beschriebenenBaracken beläuft sich auf 54 mit 1087 Lagerstellen.Davon wurden benutzt bei

a. staatlichen Reservelazarethen in:

Preussen . . 1 Barackenlazareth 3 Baracken mit 100 Lagerstellen,Württemberg 2 Barackenlazarethe 37 740 »

b. bei Vereinslazarethen in:

Preussen . . 1 Lazareth 1 Baracke mit 15 Lagerstellen,

Württemberg 1 2 Baracken 40 »

Grossherzog-thum Hessen

1

11

192

In Summe: 6 Lazarethen

54 Baracken mit 1087 Lagerstellen

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