III. Abschnitt: Zelte und Baracken in Deutschland.
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Üeber die Baukosten der Barackengroppe 3 ergiebtfolgende Zusammenstellung das Nähere:___________________
Uiareth
Frankfurt a. M., R-L. L
UeMt-Bberswalde,R.-L.Uadsberg, R-L. • •Homburg, R-L. • • •Aachen, V.-L. • • •DäBwldorf, V.-L. ■ ■Frankfurt a. M., V.-L.Weilbach, R.-L- • •Suriilit-rg. V.-L. • •
Zahl der
30 60014 240
60402084801203064
Baukosten für
1 Barackemit ohne
Winter-einrichtung
.11 .'•> . )i
6 094 805143
11 951 8010 336 20
9 228 25
8000
2 70030001
3 478 20
7 653 45
2914 204333 30
1 Lagerstellemit ohne
Winter-
einrichtungM & M .,
304
257 -199 —
258 —461 —
285 —
13515(f'| —
173 90239
145 70144 45
Nach dem System der dritten Gruppe sind im Ganzen(aiiggehL dreier nicht benutzter Baracken mit zusammen65 Betten) 70 Baracken mit 14(33 Betten errichtet worden;hiervon bestanden:
i bei 2 staatlichen Barackenlazarethen 44 Baracken mit 840 Betten' 1 )li. . 5 anderen Reservelazarethen 8 » „ 238 ,
c . 4 Vereins-Baraekenlazarethenund zwar:
inPreussen bei 3 Barackenlazarethen 14 „ , 284 „
„Bayern „ lBarackenlazareth 2 » „ 64 „
i bei 2 anderen Vereinslazarethen 2 „ 37 „
in Sachsen und Hessen) ___________________________
In Summe bei 13 Lazarethen 70 Baracken mit 1463 Betten.
Vierte Gruppe: Baracken mit Dachfirst-ventilation und Fundirung auf Stein- oderHolzpfeilern von l.a—l.um Höhe.
1. Berlin.
Zu dieser Kategorie, für welche die Esse'sehe Barackein der Charite" (vergl. S. 314) als .Muster diente, gehörenzunächst die schon in der zweiten Gruppe beschriebenenstädtischen Baracken auf dem Tempelhofer Felde beiBerlin, 4 ) deren 17 auf 1.56 m hohen Holzpfählen ruhten.
Ebenso ist an dieser Stelle eine kleine Holzbarackeanzuführen, welche zu Berlin im Garten des Elisabeth-trankenhauses 5 ) auf 1.25 m hohen Pfählen mit doppelter, gut-gefugter Wandverschalung, Dachreitern und Fenstern erbautwurde und zwei Krankensäle mit je vier Betten, einen Vor-raum mit Wärterbett, eine Badestube nebst Wasserleitungsowie ein Kloset enthielt.
Für den Winter ward der Sockel rundum mit Bretternverschalt und durch einen neben der Baracke stehenden
'I Die drei kleineren Baracken. — 2 ) Die grossere Baracke.:l ) Sämmtlich in Preussen. — 4 ) Yergl. S. 343.
'i Vergl. 8. 345, Aimierk. 1, Schlusspassus.
grossen Ofen Luftheizung eingeführt, welche auch ziemlichbefriedigende Resultate lieferte. Die Durchschnitts-Zimmer-temperatur betrug in der Baracke im Februar 10.3 0 , im.März 9.*°, im April 9. 6 ° R.
2. Zelt- und ßarackenlazareth zu Neuwied.
In Neuwied errichtete der dortige Zweigverein desvaterländischen Frauenvereins in Gemeinschaft mit demFürsten und der Fürstin Mutter von Wied ein kombinirtesZelt- und ßarackenlazareth im Park des fürstlichen Schlosses,welches aus drei Krankenbaracken, einem Operationssaale,einer Kochküche, einer Waschküche, einer Badekammer,sowie aus acht Englischen und fünf grossen RussischenZelten bestand.
Die erste Baracke, von der Fürstin von Wied gestiftet,gelangte schon am 17. August zur Verwendung, währenddie zwei anderen, vom Fürsten und vom Vereine gebauten,etwas später fertiggestellt wurden.
Die Baracken, für je 24 Betten eingerichtet, standenauf 1.8s m hohen Backsteinpfeilern, hatten einen hölzernenFussboden, ebensolche Wände und Dächer, und einen überdas ganze Dach fortlaufenden Dachreiter. Die Eingangs-thür lag in der Mitte der einen Langseite und wurdedurch eine schräge Brücke erreicht. Die Thür fahrte ineinen abgeschlossenen Mittelraum, welcher als Aufenthalts-ort der Pflegerinnen sowie als Theeküche diente. Flügel-thiiren führten von demselben nach den beiden Kranken-Sälen zu je 12 Betten. Eine direkte Treppe mündete nachhinten aus dem Mittelraum ins Freie. Der Vorderseiteentlang verlief eine durch das überhängende Dach ge-schützte hölzerne Galerie. An dem einen Giebelende be-fanden sich in einem Anbau eine Utensilienkammer unddie Klosets mit Abfuhrtonnen.
ZurUeberwinterung wurden die Zwischenräume zwischenden Sockelpfeilern mit Freilassung einzelner Oeffnungenvermauert, die Fächer der Wände mit Tuffsteinen aus-gesetzt, die Dachreiteröffnungen geschlossen, die unterenTheile der Fenster mit Decken verhangen, die Fussbodenmit Strohmatten belegt. Später bildete man aus den nundisponibel werdenden Zelttüchern der Englischen ZeltePlafonds und behing die Wände mit wollenen Decken.Eine im Räume unter der Baracke eingerichtete Luftheizungbewährte sich nicht, so dass an deren Stelle Ofenheizungeingerichtet wurde, welche ein gutes Resultat ergab.
Im September wurden auf der Wiese zwischenBaracke II und III acht Englische, vom Deutschen Hilfs-vereine in London überwiesene Leinewandzelte aufgestellt.Dieselben, von oblonger Gestalt, hatten ein festes, dochkonipendiöses Eisengerüst und Zelttuch von gutem, dichtemGewebe. Sie boten Raum für 12 Kranke, waren aber nurmit acht Betten besetzt.
Der Eingang fand durch einen zuknöpfbaren Spalt aneiner Schmalseite des Zeltes statt: zur Ventilation war im