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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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IU. Abschnitt: Zelte und Baracken in Deutschland.

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nrfhuugen befanden sich im Krankensaal 10, in jedem, v j er Nebenräume eine; ein Wasserverdunstungsapparatteilte der erwärmten Luft die nöthige Feuchtigkeit mit.pie Vortheile dieses Systems zeigten sich nach ver-miedener Richtung. Zunächst war der Pussboden stetsehm temperirt und die Wärme in der Baracke in hori-«ontaler Richtung stets gleiehmässig verbreitet; die fort-auernd zuströmende Wärme ermöglichte auch in derkältesten Zeit die regelmässige Benutzung der Ventilations-[jappen und dadurch die ausgiebigste Lufterneuerung,ijsserdeni wurden die Kranken weder durch Kohlenstaubnoch durch die Arbeit des Heizens belästigt. Wenn auchTemperaturmessungen an dem etwa 5 Fuss hochir Wand hängenden Thermometer im Dezember nurim Januar 7.o° mittlere Wärme ergaben, so war dochjje Temperatur im Innern in Betthöhe durchschnittlich 12kjj 13° und eine stetig gleich bleibende.

Pie Baukosten der Baracke betrugen 372!» fl. (t kr.:dazu kamen die Kosten der Gaseinrichtung mit 315 fl.[ kr., der Wasserleitung mit 506 fl. 29 kr. und derlenerungsanlage mit 834 fl. 24 kr., so dass sich dieLammtbaukosten auf 5383 fl. !» kr. = 3076 Thlr.H Sgr. stellten. 1 )

l)ic Baracke ist zur Zeit als Annex des Garnison-(izareths zu Homburg in den Sommermonaten im Gebrauch. 2 )[n Offenbach waren im Hofe der als Reservelazarethiienenden neuen Kaserne vier Baracken (vergl. Tafel XL1X)zu je 22 Betten aufgeschlagen. Dieselben waren 20.es nilang. 7.4 m breit und von der Erde bis zum First desdurchlaufenden Dachreiters 6 m hoch. Sie ruhten auftemauerten Pfeilern 0.»m über dem Erdboden; die Längs-hatten jederseits 6 Glasfenster, unter denselben am(Joden durch Läden schliessbare Ventilationsöffnungen;ebensolche durchbrachen den verschalten Sockelraum derBaracke, Hie Eingänge befanden sich an den Giebelseiten;an dem einen Giebelende waren zwei Räume abgetrennt,deren einer in einem besonderen Verschlage ein Klosetiithiclt. Die Heizung erfolgte durch je zwei Oefen.Während der wärmeren Monate war auf dem Kasernenhoferm Krankenzelt aufgestellt.

b. Vereinslazarethe.I. In Aachen

(vergl. Tafel L)bildete sich bei Beginn des Krieges einBaracken-Lazaretk-rerein für den Regierungsbezirk Aachen", welcher, am

') Nach Beendigung des Krieges hatte Ihre Kaiserliche undKönigliche Hoheit die Frau Kronprinzessin die Huld, ein sorgfältiggearbeitetes Modell der Musterbaracke dem medizinisch-chirurgischenFriedrich-Wilhelms-Institut zu Berlin als Geschenk überweisen zuLeider befand sich dasselbe unter denjenigen Gegenständen,»eiche im Mai 1882 bei dem Brande des Ausstellungsgebäudes fürallgemeine Hygiene und Rettungswesen in Berlin zerstört wurden.

2 ) Dieselbe wurde im Jahre 1873 in toto gehoben und etwa100 Schritt weiter westlich neben das Garnisonlazareth translocirt.

24. Juli konstituirt, schon am 1. August den Bau einesBarackenlazareths auf einer kleineu Anhöhe südwestlichder Stadt in der Nähe des Klosters Mariabrunn in Angriffnahm. Es erhoben sich dort auf Wiesenterrain, dessenUntergrund lehmiger Sand und Thon bildeten, dreiBaracken zu je 28 Betten, von denen die erste, ..KönigWilhelm" genannt, am 24. August, die zweite,Kronprinz",i am 3. September, die dritte,Prinz Friedrich Karl", MitteSeptember fertig gestellt wurde.

Die Baracken standen mit ihrer Längsrichtung vonNS parallel, etwa 12..-, m von einander entfernt, diemittlere etwas weiter nach Süden vorgeschoben.

Neben der BarackeKönig Wilhelm" befand sich einBrunnen mit hölzernem Wasserthurm, von welchem ausBleiröhren nach den einzelnen Baracken liefen. Bei dergenannten Baracke schloss sich an der Südfront eineVeranda mit Operationssaal an; im Uebrigen waren die dreiBaracken gleich.

Die Küche befand sich in einem benachbarten Oeko-nomiegebäude.

Die Länge der Baracken betrug 32 in, die Breite 7.;, in,die Höhe vom Fussboden bis zur oberen Wandschwelle4.8 m, bis zum Dachfirst 6.2 m.

Der unterliegende Boden war mit einer Schicht vonBacksteinen belegt: die Baracke selbst stand auf 30 in Folgeder Unebenheit des Terrains verschieden hohen (O.30l.sm)Backsteinpfeilern. Der Pussboden war doppelt (die untereSchicht aus 2.3 cm starken ungehobelten, die obere aus 2.6 einstarken gehobelten Brettern) und innen mit Schellackfimissgestrichen. Die Wände hatten eine innere, horizontal ge-stellte Schicht von gehobelten, und eine äussere, vertikalverlaufende Schicht von ungehobelten Brettern. Die Fugenwaren mit Theerpappstreifen und darüber genagelten Leistengedichtet; die ruhende Luftschicht der Wände besass eineBreite von 10cm. Strebepfeiler verstärkten die Aussenwand.Das aus ungehobelten Brettern bestehende Dach war mitDachpappe benagelt und an den weit überhängenden Dach-i'ändern mit Regenrinnen versehen. Der über dem ganzenKrankenraume durchlaufende Dachreiter hatte 1 m breiteOeffnungen, welche durch je 14, mittels Schnüren stellbareHolzklappen geschlossen werden konnten.

Im Innern befanden sich in jeder Stirnseite zu beidenSeiten des Eingangs Nebenräume, am Nordgiebel Bade-zimmer und Kloset, am Südgiebel Theeküche und Wärter-zimmer. Jeder dieser Räume war durch zwei kleine Fenstererhellt; im Badezimmer stand eine heizbare Badewanne;die Klosets, durch einen besonderen Vorraum abgeschlossen,hatten zwei Sitze mit Wasserverschluss und Tonnen.

Der Krankenraum, zu 28 Lagerstellen eingerichtet,mit einem Luftraum von 32.6 cbm für das Bett, war 26.9 mlang und besass jederseits sieben Im breite, 2m hoheund 1 m vom Fussboden entfernte Fenster, deren obereRahmen sich nach innen bis zur Horizontalen herabklappenHessen; der untere Theil enthielt je eine Luftscheibe: die

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