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111. Abschnitt: Zelte und Baracken in Deutschland
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Brettern verschlagen und, ebenso wie die untere, fest-,r P It. die Oeffmmgen des Dachreiters mit schliessbarenDpen versehen. Die Innenseiten der Wände und des,],, Miirilen mit zwei freiliegenden, durch einen Zwisehen-L (retrennten Lagen von mit Papier übeiddebter Sack-Lffand in der Weise überzogen, dass eine zweifacheJjrluftschicht entstand.
Dag die Klosets und den Wärterraum enthaltende
Lende der Baracken sperrte man mittels einer ganz
jhfrehenden, mit Flügelthür versehenen Bretterwand vom
bkenraume völlig ab. An der südlichen Barackenreihe
ilo^s man die (direkt ins Freie führende) Südthür mit
Echtem Verschlusse, bei der nördlichen Reihe brachte
p vor derselben eine 7.8 cm weit vorgerückte zwei-
reliue. sellistschliessende Vorthür an, welche an ihren
anfänden kleine Glasfenster erhielt. Den grösseren
cken «^ab man zwei grosse eiserne Steinkohlenöfen,
■ Bohre sich nach horizontalem Verlauf in der Mitte
einem gemeinsamen Luftschachte vereinigten; für die
neren Baracken genügte ein Ofen. Der Fussboden
lelt einen Oelanstrich.
Die«' Einrichtungen haben sich sehr gut bewährt (siehekeraturtabelle).
Eine weitere Veränderung trat im Februar 1871 ein,Ihm Zunahme der Blatternepidemie das als städtischesternhaus dienende Rochus-Spital nicht mehr ausreichte;hrden demselben die östlichen, ihm zunächst liegendenicken, die vier kleinen und zwei grosse mit zusammen-88) Betten überlassen, durch hohen Bretterzaun vomvetli getrennt und mit dem Rochus-Spital durch einen^■durchbrach vereinigt. Dafür übernahm die Stadt denvon vier neuen grossen Baracken mit zusammen 80 bisetten, welche sich westlich an die nördliche Baracken-anschlossen und gegen Ende Februar belegbar wurden.Dieselben besassen eine von der vorstehend beschriebenenabweichende Konstruktion. Sie standen 3 Fuss überErde, waren 21.4 m lang, 7.4 m breit; die Höhe derimaiide betrug 3.4 m, die Höhe vom Fussbodenzum First 4. 9 m, Woran sich noch ein 0.6 m hoherreiter anschloss. Letzterer besass jederseits drei fest-nde Glasfenster und sechs schliessbare Holzklappen.Winnie hatten doppelte Bretterverschalung mit genauerplattung; in der Bretterverschalung des Sockelraumsden sich jederseits drei Luftklappen. Im Baracken-selbst wurden dicht über dem Fussboden in gleichennilen sechs je 30 cm hohe, La m lange von aussenbare Luftklappen angebracht. Jeder Klappe ent-ern darüber befindliches Glasfenster von 2 m Höhem Breite, dessen untere Hälfte feststand, währendbere nach innen beliebig weit umgekippt werdenAuch über den beiden Giebelthüren befanden sichBare Glasfenster. Am südlichen Ende war auf einerein Wärterzimmer abgetrennt, während die Latrinehördlichen Ende in einem durch Doppelthüren ab-
■imüt-i Bericht iiI.,m du- Deutschen Beer« 1870,71. L M
geschlossenen seitlichen Anbau Platz fand. Die Kübelderselben wurden von aussen unter die Sitze geschoben undan letztere mittels einer Hebelvorrichtung durch ein Gegen-gewicht aus Stein fest angepresst. Im Vorraum des Klosetsbefand sich ein Pissoir mit Ausgussbecken.
Die Heizung geschah durch zwei Steinkohlenöfen ingleicher Weise wie bei den älteren Baracken und erwiessich auch hier als ausreichend.
Drei dieser neuen Baracken waren vom 1. März anbelegt, die vierte fand Verwendung zum Gottesdienst.
Im April entfernte man bei den älteren Baracken dieSockelbekleidung und machte die bisher festgenagelten Gins-fenster durch Charniere und Stangen stellbar.
Am 26. Mai 1871 erfolgte die Schliessung des Lazareths,nachdem daselbst 2100 Kranke und Verwundete Aufnahmegefunden hatten, von welchen 27 = \.->s pCt. gestorbenwaren. Die Anzahl der Verpflegungstage betrug 53 478.
2. Einzelne Baracken. 1 )
In (Neustadt-)Eberswalde wurde auf dem Hofe derals Reservelazareth dienenden Kaserne im August 1870 derBau einer Baracke zu 60 Lagerstellen begonnen und Anfang-Oktober vollendet. Da jedoch nunmehr die rauhe Witterungihre Belegung nicht mehr gestattete, wurde sie währenddes Oktobers mit Wintereinrichtungen versehen und erstvom 4. November ab mit Kranken belegt.
Die Baracke ruhte auf Stielen, hatte doppelte Holz-verschalung der Wände und dazwischen eine Schichtroher, auf Latten genagelter Pappe. Das Dach war mitSteinpappe gedeckt und mit einem Dachreiter versehen; imInnern befand sich in Dachhöhe eine Bretterdecke mit zweileicht zu öffnenden Luftklappen. Strohmatten schütztendie Fenster.
Die Baracke umschloss zwei Krankensäle zu je 30 Bettenund mehrere kleine Nebenräume. Einer der letzterendiente als Baderaum und enthielt eine durch einen Dampf-apparat zu heizende Badewanne. Die Erwärmung der Barackeerfolgte durch eiserne Kanonenöfen mittels Steinkohlen.
Die Belegung der Baracke währte bis in den August 1871.Die Gesammtzahl der Verpflegungstage betrug 11 790.
Die Baukosten beliefen sich auf 3983 Thlr. 28 Sgr. 2 Pf.
Gleiche Konstruktion hatte die vom ReservelazarethLandsberg a. d. W. im September erbaute Baracke zu40 Betten in zwei Sälen.
Dieselbe war im September, Oktober und November1870 belegt. Von da an stand sie wegen zu grosser Kältebis zum 21. Februar leer, wurde jedoch dann wieder bis EndeJuni in Gebrauch gezogen. Die Zahl der Behandlungstagebetrug 13 716. Die Baukosten beliefen sich auf 3445 Thlr.12 Sgr.
Bei dem Reservelazareth Homburg v. d. Höhe warausser der in der zweiten Gruppe bereits erwähnten 2 ) noch
1 ) Betreffs der Baracke bei dem Reservelazareth Weilbach s. S.365.
2) Siehe S. 353.
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