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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Abschnitt: Zelte und Baracken in Deutschland.

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Dritte Gruppe: Baracken mit Dachfirst-fentilation, Bodenerhöhung bis zu 95 cm,^ebenräume einschliesslich der Latrineninnerhalb der Baracke.

Diese Gruppe uinfasst solche .Barackenbauten, welchehin Bezug auf Grundrisseintheilung an die Ameri-kanischen Vorbilder (vergl. S. 314) anlehnen, hinsichtlicher Dimensionen und Belegungsfähigkeit jedoch von den-ken wesentlich abweichen.

a. Staatliche Lazarethe.

In erster Linie zählen hierzu1. die grossen Barackenanlagen in Frankfurt a. M.

In dieser schon durch ihre Lage am Knotenpunktelehrerer Eisenbahnen, durch die geringe Entfernung von>r Grenze, durch die Fülle der Hilfsmittel, auf welche>i der Wohlhabenheit und Mildthätigkeit ihrer Bewohneri rechnen war, von vornherein als Haupt-Krankensammel-mkt geeigneten Stadt entstanden neben einer beträcht-;hen Anzahl kleinerer Vereins- und Privatlazarethe drei'osse Barackenlazarethe, davon zwei als staatliche Reserve-

rethe, das dritte als Vereinslazareth.')

a. Das Reservelazareth No. I

(vergl. Tafel XLV)rde als grössere Barackenanlage,bestehend aus 30Barackenje 20Betten, auf der Pfingstweide, einem grossen, bis-

als Bxerzirplatz benutzten, freien, von schönen Bäumen

igebenen Platze am Ostende der Stadt in unmittelbarer

ie des Hanauer Bahnhofes errichtet. 20 Baracken

aute die Militärverwaltung, 10 die Stadt Frankfurt.

ieselben standen in drei von W0 verlaufenden Reihen,

einzelnen Baracken in der Richtung von NS, diernseiten jeder Reihe in gleicher Höhe; die Entfernung-einzelnen Baracken von einander betrug an 6.27 m;cas geringer war der Zwischenraum zwischen den Reihen.

beiden nördlichen Reihen bestanden aus je 13 Baracken,

südliche Reihe hatte nur je 2 Flügelbaracken, während

mittlere Raum für die dort und weiter südlich stehendenebengebäude frei blieb.

Diese Nebengebäude waren:|1) Eine Baracke, enthaltend Wohnungen für wachhabende Aerzte,

Wärter und Köchinnen, sowie die Kochküche nebst Viktualien-

kammer und Keller.2) Eine Waschküche mit Wäsche- und Bollkammer, Beamten- und

Warterwohnungen.8) Ein Wäsche- und Utensilienmagazin.4) Ein Holz- und Kohlenschuppen, Montirungskammer, Wachlokal

für die Feuerwehr.6) Ein Latrinengebäude.6) Ein Leichenhaus mit Sektionsraum und Schuppen zum Trocknen

der Erde für die Klosets.|7) Eine Thee- und Badeküche.

Ein Eishaus.

Eine Wache.

') BetreffsdesletzterensieheVereinslazarethe"subbdieserGruppe.

Ferner gehörte zum Reservelazareth I das anstossendeGarnisonlazareth mit drei seit 1866 im Garten desselbenstehenden Zeltbaracken und einem neuen Zelt mit Eisen-gerüst, welche für je 18 Mann Raum boten und bis weitin den Herbst hinein mit durchschnittlich 64 Mann belegtblieben.

Von den staatlicherseits erbauten Baracken war einedem Verein zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankterKrieger zur Anlage eines Depots überlassen worden, einezweite diente zur Hälfte als Speisesaal für die Pflegerinnen,zur Hälfte als Wohnung für Lazarethgehilfen.

Die Krankenbaracken, zunächst für den Gebrauch imSommer bestimmt, waren 19 m lang, 7.45 m breit. DieEntfernung des Fussbodens von der Erde betrug 0.65 m,die Höhe der Seitenwände 4 m, die Höhe vom Fussbodenbis zum Dachreiterfirst 6.so m. Sie standen auf gemauertenPfeilern, hatten einen Bretterfussboden, Holzriegelwnndemit innerer Bretterverschalung, ein einfaches, mit Dachpappebelegtes Bretterdach und einen durchgehenden Dachreiter,dessen Oeffnungen mit unbeweglichen Bretterjalousien ver-sehen waren.

Die Fensteröffnungen, sechs auf jeder Seite, hatten anStelle von Glasfenstern mit Leinewand überspannte Holz-rahmen, welche um die obere Kante nach aussen geöffnetund gestellt werden konnten.

An jeder Giebelseite befand sich eine Flügelthür mitTreppe; an dem einen Giebelende waren zwei Räume ab-getrennt, deren einer einen Nachtstuhl und ein Ausguss-becken aufnahm.

Als Nachtstühle wurden anfangs Moule'sche Erdklosetsverwendet; es stellten sich aber in Folge ungenügenderBeobachtung der entsprechenden Vorschriften seitens derKranken und Wärter, auch wegen Mangels geeigneter Erdeso erhebliche Missstände ein, dass die Klosets bald durcheinfache Leibstühle ersetzt werden mussten. Die allge-meinen Latrinen hatten Fosses mobiles.

Die Wasserversorgung des Lazareths erfolgte aus dreigegrabenen Brunnen, die Entwässerung durch Röhren,welche mittels eines Sammelrohrs in den Main mündeten.Die Beleuchtung geschah durch das von der EnglischenGasgesellschaft unentgeltlich gelieferte Gas.

Vom 6. August an, dem Tage der Belegung derersten Baracken, blieb das Lazareth in stetigem Gebrauch.Die Behandlung der Kranken fand durch Civilärzte statt,die Krankenpflege durchDiakonissen, barmherzige Schwestern,Frauen und Mädchen der Stadt. Dank der guten Be-schaffenheit der Luft in den zwar etwas eng stehenden,aber sauber gehaltenen, meist nur mit je 15 Kranken be-legten, öfters zum Zweck der Desinfizirung geräumtenBaracken waren die Behandlungsresultate recht günstige.

Im Oktober stellte sich die Nothwendigkeit heraus,die Baracken für den Winter einzurichten. Es geschahdies in der Weise, dass bei den vom Staat erbauten20 Baracken der unter der Baracke befindliche Raum mit