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werden konnten. Das mit Pappe gedeckte Dach hatte einendurchgehenden, 30 cm breit offenen, weit überhängendenDachreiter. Der obere Giebelraum war unverschalt ge-blieben. An dem der Strasse zwischen den Barackenreihenzugekehrten Giebel befand sich eine zweiflügelige Eingangs-thür mit breiter Holztreppe; an der entgegengesetztenSeite waren in einem Anbau, welchen ein gedeckter, durchzwei Fenster erhellter Gang mit der Baracke verband, dieKlosets aufgestellt; dieselben waren mit Tonnen versehenund zur Abfuhr eingerichtet.
Die Verwaltungsbaracke enthielt Küche, Vorraths-kammern. Apotheke, Baderaum, Operationssaal, Wohnungenund Montirungsdepot.
Das Lazareth war mit Gas- und Wasserleitung ver-sehen; vor dem Verwaltungsgebäude befand sich einlaufender Brunnen.
Zunächst übernahm das Lazareth die internationaleKrankenpflege, welche in Saarbrücken überhaupt eine um-fangreiche Thätigkeit entfaltete (es waren dort ausserdemein Englisches und ein Niederländisches Lazareth etablirt),und zwar war es eine mit Aerzten, Pflegern undPflegerinnen, sowie mit Verbandmaterial und Utensilienreich ausgestattete Belgische Ambulanz, welche in der Zeitvom 19. August bis 11. Oktober in dem Lazareth wirkte.Es wurden in diesem Zeitraum 300 Kranke und Verwundeteverpflegt; im Ganzen kamen 12 Todesfälle (von 30 Typhus-kranken starben 5) vor.
Nachdem das Lazareth in der Weise für den Wintereingerichtet worden, dass die Ritzen und Fugen mit Moosverstopft, die Baracken von innen und aussen mit einemVerputz von Kalk und Sand versehen, die äussere Seiteder Wände 62 cm hoch mit Erde beworfen, die Giebel- undFirstöflhungen geschlossen und in jeder Baracke 2 eiserneSteinkohlenöfen aufgestellt waren, diente dasselbe als staat-liches Reservelazareth und blieb als solches bis 28. August1871 bestehen.
3. Alice-Hospital bei Bessungen-Darmstadt,
(Vergl. Tafel XLII, Fig. 1—3.)
Dieses aus 4 grösseren und 2 kleineren Barackenbestehende Lazareth wurde auf dem Pionier - Uebungs-platze im Monat Oktober 1870 durch eine von Seiten der„British national society for aid to the sick and woundedin war" ausgerüsteten Kolonne, an deren Spitze Dr. Majostand, errichtet, am 21. Oktober eröffnet, und bis zum1. Januar unter der Leitung Englischer Aerzte von demgenannten Vereine unterhalten. Auch das Pflegepersonalstammte aus England.
Von den kleineren Baracken diente die eine als Isolir-haus, die andere war in drei Bäume, als Sektions-, Opera-tions- und Untersuchungszimmer, eingetheilt.
Die grossen Baracken zu je 30 Lagerstellen waren35 m lang, 7 m breit und bis zum Dachreiterfirst 6.4 m hoch.
Sie standen auf gemauertem Sockel, hatten Bretter!doppelt verschalte Bretterwände und Dächer, sov j eüber den grössten Theil des Krankenraunis reickjDachreiter von O.so m Höhe und 1.6 m BreiteLängswand enthielt 16 von der Mitte derselben bjiiDach reichende Fenster. Die beiden Eingänge anStirnseiten waren durch Doppelthüren verschlossendem einen Giebelende befand sich in einem seiffiAnbau, durch einen mittels Thüren abschliessbaren Gau»dem Krankenraume verbunden, die zweisitzige Latmunter welcher täglich entleerte und desinfizirte Petrokfässer standen; am andern Ende lagen zwei als WärterUtensilienzimmer dienende Räume mit je einem Fenster)der Stirn- und Langseite. Der Krankenraum besaaeiserne Oefen. Koch- und Waschküche nebst dea Bitsbefanden sich in einem von früher her vorhandenen Pi 0 jschuppen, welcher mit den Baracken, ebenso wie iuntereinander, durch einen gedeckten Gang in Verbindstand. Daneben erhob sich isolirt eine kleine gemaBaracke für 12 Mann.
Das Wasser lieferte eine vorhandene WasserballDie Belegung des Lazareths geschah fast ausschliJmit innerlich Kranken.
Als die Englischen Aerzte und Pfleger im Unach der Heimath zurückkehrten, wurde das La;der Grossherzoglich Hessischen Militärverwaltung |geltlich abgetreten und bestand von nun an als staalReservelazareth weiter. Dasselbe wurde noch im Jandurch den Bau von 4 neuen Baracken zu je 30heblich vergrössert; dieselben ähnelten im Allgemeinen!bisher benutzten, nur war statt des Bretterfussbodeia|1 Fuss hohe Kiesschüttung angebracht.
Bis zu der am 15. Juni 1871 erfolgten Auflösungdaselbst im Ganzen 926 Mann mit 27 738 Verpflejtagen behandelt worden.
4. Einzelne Baracken.
In Worms waren 2 Vereins-Lazarethstationen injracken errichtet.
Station I bestand aus 2 vom Lokal-Hilfsvereine jvom Alice - Frauen vereine gemeinschaftlich hergeiKrankenbaracken nebst zugehörigen Nebengebäuden.Baracken enthielten je 50 Betten. In denselben nbis zu dem am 31. März erfolgten Schluss der M398 Mann mit 15 489 Verpflegungstageu behandelt.
Station II wurde auf dem Terrain der Heyl«!Fabrik von Herrn Cornel Heyl erbaut und zur Veifn<|der oben genannten Vereine gestellt.
Dieselbe (vergl. Tafel XLIII) bestand aus 2 Barszu 50 und 54 Betten, welche durch ein theilweise ierbautes Mittelgebäude zu einer Baracke vereinigt viDas Barackendach und der Dachreiter erstreckten sieb jUnterbrechung über das ganze 105 m lange EtablisseJ