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VII. Kapitel: Zelte und Baracken.
auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin getroffen wordenwaren (durchlaufende Dachreiter und vier Nebenräume,darunter ein Badezimmer). Dieselben wurden gleich nachihrer Vollendung belegt und blieben während des Bestehensdes Lazareths im Gebrauch, während die KegelbahnenAnfang Oktober, die Punschbuden Anfang November derKälte wegen geräumt werden mussten. Zwei Barackenwurden im Oktober, die beiden anderen im November inder Weise für den Winter eingerichtet, dass der Raumunter der Baracke mit Freilassung einiger Ventilations-öffnungen zugemauert, die Fugen der Wände innen mitungebrannten Lehmsteinen ausgelegt und getüncht wurden.Die Thüren erhielten eine doppelte Verschalung, vor denFenstern wurden Strohvorhänge angebracht, der Dachreiterdurch stellbare Klappen verschlossen, die Fussböden erhielten'neuen Oelanstrich. Bedeutende Schwierigkeiten verursachtedie Heizung. Nachdem ein erster Heizungsversuch durchzwei eiserne Steinkohlenöfen rasche Verrussung der Oefenund Rohre bei stärkerer Feuerung ergeben hatte, konnte auchdurch Anbringung längerer Zugrohre keine wesentliche Ver-besserung bewirkt werden, da auch diese schnell verrussten,wenig Zug hatten und Rauch erzeugten. Erst durch die imJanuar bewirkte Herstellung von gemauerten Kaminen, inwelchen die Rauchrohre bis zum Dach verliefen, um dann ineinem Thonrohr dasselbe zu überragen, und durch Anbringungje eines dritten Ofens gelang es, wenigstens bei Tage voll-kommen hinreichende Wärme zu erzeugen; bei Nacht fielendie Temperaturen meist beträchtlich. (Siehe Temperatur-tabelle am Schlüsse dieser Gruppe.)
Das Lazareth blieb bis gegen Ende April in Thätigkeit.Bis zum 10. März waren im Ganzen 2065 Mann mit19 = O.9 pCt. Todesfällen in demselben behandelt worden.
Eine Baracke wurde speziell als Typhusbaracke benutzt.
Die Baukosten für die vier Baracken betrugen6283 Thlr. 19 Sar. 6 Pf.
9. Barackenlazareth zu Bremen am Bahnhof Neustadt.
(Vergl. Tafel XLI.)
Auf Veranlassung des Senats von Bremen waren dreiBaracken zu je 50 Betten errichtet und dem Reserve-lazareth überwiesen worden. Dieselben standen frei undisolirt auf erhöhtem Terrain neben dem Bahnhof.
Sie waren 57.8 m lang, 7.i m breit; die Höhe der Seiten-wände betrug 3,45 m, die Höhe vom Fussböden bis zumDachfirst 5 m, bis zum Dachreiterfirst 5.85 in.
Die Baracken standen 47 cm über dem Boden erhöht,hatten einen doppelten Fussböden mit Ventilationsöffnungen,doppelte Bretterwände mit einer 6 Zoll breiten stehendenLuftschicht und ein doppeltes Bretterdach mit ganz durch-laufendem Dachreiter. An den Längsseiten befanden sichje 18 resp. 19 Glasfenster, deren jedes eine Luftscheibemit Glasjalousien enthielt. In der Mitte der einen Längs-seite führte eine Thür in einen fünf Nebenräume enthalten-
den Mittelraum, welcher die beiden KrankensäleDie Nebenräume dienten als Wärterzimmer, BadezhnWaschraum und Theeküche; die beiden Krankensäle je 24■"lang und 6.7 m breit, mit je 25 Betten und etwa 23., 9Luftraum pro Bett, waren durch je 16 Fenster erhellt»hatten an jeder Giebelseite eine Eingangsthür mit klein»sich nach der Seite öffnendem Vorbau. An einem Giel»ende führte ein kurzer, durch Doppelthür verschlösse*und durch ein eigenes Fenster erleuchteter Gang zum ß^das einen besonderen Anbau darstellte und miteinrichtung versehen war.
Für den Winter wurde die äussere Wandverbis auf den Boden herabgeführt und der Dachreiterauf wenige Klappen verschlossen. Jeder Kranken-erhielt zwei Regulir-Füllöfen für Koaks und Steinko
Die Beleuchtung fand mittels Gas statt. BureauKüche befanden sich in einem in der Nähe befindlichmassiven Gebäude.
Während der wärmeren Jahreszeit waren heiLazareth einige Zelte aufgeschlagen.
Die Baracken wurden vom 21. August an fürwundete und Kranke benutzt. Das Lazareth blieb bis28. Januar in Thätigkeit, an welchem ZeitpunkteBaracken geräumt, gereinigt und die Wände mit 1Kalkanstrich versehen wurden. Am 19. Februar wdieselben wieder mit 91, durch einen Lazarethzug 1Versailles herbeigeführten Kranken belegt und bliebenzum 21. April in Gebrauch.
10. Einzelne Baracken.
In Posen wurden im Garten des dortigen GarniJ(Reserve-)Lazareths drei Baracken erbaut, zwei zu 401eine zu 60 Betten. Dieselben hatten einen 46—91süber dem Terrain erhöhten Fussböden, während des Sommaleinfache Wände mit Fenstern und verschliessbaren Lirjlöchern, einfache Dächer und durchlaufende 1.25 mDachreiter mit jalousieartigem Verschluss der Seit«Öffnungen. In den beiden kleineren Baracken waren iSeitenwäude so eingerichtet, dass der die Fensterhaltende mittlere Theil bequem gänzlich entfernt weriJkonnte und nur der obere und untere Wandstreifen fc|mit den Stielen verbunden blieben. In den Baracken!fanden sich Theeküchen und Wärterräume; ein Anbau ilzum Aufstellen von zwei Klosets bestimmt. Eine wWleitung lieferte das nöthige Trinkwasser. Für den IViiaerhielten die Seiten- und Giebelwände eine zweite äussVerschalung, bei den kleineren Baracken aus Brettern,der grösseren aus Latten mit aufgenagelter Dachpajden Zwischenraum füllte man mit Stroh.
Auch die Dächer wurden mit einer zweiten Brett)Verschalung versehen und mit Dachpappe gedeckt,Dachreiterjalousien geschlossen und mit Strohmatten thangen. Der freie Raum unter dem Fussböden m