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VII. Kapitel: Zelte und Baracken.
In der Mitte der Anlage lag das zweistöckige Küchen-tmd Administrationsgebäude, nördlich davon eine zwei-stöckige Oekonomiebaracke mit Wohnungen für Pflegerinnenund einem Montirungsdepot, nordöstlich das auch für dieTurnhallenbaracken dienende Leichen- und Sektionshaus.
Der Bau dieses ganzen Barackenkomplexes kosteteeinschliesslich Gasleitung, Einfriedigung etc. 70 000 fl.
Das Lazareth wurde am 29. Dezember zuerst mit Ver-wundeten belegt und funktionirte bis 30. Juni; in dieserZeit fanden 427 Verwundete mit 38 == 8.89 pCt. Todes-fällen Aufnahme.
6. Barackenlazarethe zu Heidelberg.
(Vergl. Tafel XL.)
Der Lokalverein und die städtischen Behörden vonHeidelberg betheiligten sich gemeinsam mit der Gross-herzoglichen Kriegsverwaltung bei dem Bau von Baracken,welche in zwei Gruppen aufgeführt wurden.
Die erste, für Verwundete bestimmt, erhob sich imAugust 1870 auf dem Gelände des neuen akademischenKrankenhauses in der Nähe des Bahnhofes und bestandaus vier Baracken zu je 32 Betten und einem Verwaltungs-bezw. Küchengebäude.
Die Baracken bildeten zwei von N—S verlaufende,etwa 31 m von einander entfernte parallele Reihen; jedeReihe enthielt zwei in der Längsrichtung stehende unddurch einen gedeckten Gang verbundene Baracken. Ander Aussenseite dieses Verbindungsganges waren die Ab-tritte angebracht, während von der Mitte desselben eingedeckter Gang zu dem im Centrum des Etablissementsbefindlichen A^erwaltungsgebäude mit Küche und von dazur gegenüberliegenden Barackenreihe führte.
Die Baracken standen auf gemauerten, etwa I.25 mhohen Pfeilern, hatten Holzboden, Holzwände und Holz-dach mit durchlaufendem Dachreiter. Die Länge betrug37.2 m, die Breite 9 m, die Höhe der Seitenwände 4.2 m,die Höhe vom Boden bis zum First des Dachreiters 8.8 m.An dem dem Verbindungsgange entsprechenden Giebelendelagen rechts und links vom Eingange Räume für dasWartepersonal. In den Seitenwänden befanden sich jeder-seits neun Glasfenster mit nach aussen drehbaren über-flügeln, die freie Giebelwand hatte ein Fenster, derDachreiter jederseits neun verschliessbare Luken: zurHandhabung derselben verlief innen unterhalb des Dach-reiters eine Galerie, welche von dem einen Wärterraumeaus durch eine Treppe erreicht werden konnte. An denWänden befanden sich innen vertikal über das Dach hin-ausgehende Luftabzugskanäle mit unterer, durch Schieberzu schliessender Oeffnung.
In dem 32.4 m langen Krankenraume befanden sich,paarweise zwischen den Fenstern stehend, 32 Betten, sowiein der kälteren Jahreszeit drei eiserne Oefen, deren Rauch-rohre durch Ventilationskamine liefen. Der Fussboden
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war mit Strohmatten bedeckt. Dieses LazarethMitte August mit Verwundeten belegt und blieb den» aWinter über in Benutzung. Die Baukosten betm31 921 fl. 33 kr.
Die zweite Gruppe, theils von der Stadt, tlieih -der Kriegsverwaltung erbaut, zur Aufnahme an uuJnamentlich an epidemischen Krankheiten Leiden«bestimmt, ward erst am 1. Dezember 1870 benutzbar -lag am Neckar-Ufer, */* Stunde westlich der Stadt.
Auch diese Gruppe bestand aus vier Baracken Jwelchen die beiden nördlichen, von 0—W paralleletwa 18.8 m von einander entfernt liegenden, nachMuster der Karlsruher Friedrichs-Baracken erbaut waiund je 35 Betten enthielten. An der Ostseite eiführte ein gedeckter Verbindungsgang zu den beiden igelegenen Baracken, welche, von N—S einander Mgund etwa 28.5 m von einander entfernt liegend, inKonstruktion den Heidelberger Baracken für Venvientsprachen, nur dass sie etwas kleiner und gleich für diWintergebrauch eingerichtet waren. Der Verbindung?«!verband diese Baracken an ihrer Nordseite und beriauch ein zwischen ihnen liegendes Waschhaus mit
Am Südende der Gruppe befand sich, gleichfallsdie Verbindungsgänge angeschlossen, ein zweistöckiiWirthschaftsgebäude, welches im Erdgeschoss die Ki::Speise- und Schlafräume für das Personal sowie das Biiim oberen Geschoss Wohnungen für Aerzte und das 51tirungsdepot enthielt.
Die Baracken waren 29 m lang, 9 m breit 1zum Dachreiterfirst 8 ra hoch, hatten jederseits siFenster, welche 2.5 m hoch, 1.3 m breit, mit nach ausstellbaren Oberflügeln und innen mit Rouleaux verselwaren; ein gleiches Fenster befand sich an der fnGiebelseite. Der Dachreiter besass jederseits sieben sehbare Dachluken mit darunter verlaufender Galerie;Fussboden war doppelt, der Zwischenraum mit trockeiSand ausgefüllt; die Wände waren mit Mörtelsteinengemauert, die (innere) Bretterverschalung mit Fugenlatuversehen. Das Dach hatte eine äussere, innere und Zwisclschalung, also zwei Luftschichten, und war mit dop]getheerter und gesandeter Asphaltpappe überzogen
Der Krankenraum enthielt 25 Betten, von welclvier an der freien Südgiebelwand standen. Auf jedeskamen 1570 Kubikfuss Luftraum; die Stelle eines Inahm eine fahrbare Zinkbadewanne ein. Der Fusshwar mit doppelt gewachstem Wachstuch belegt.
Die Heizung geschah in den kleineren Barackendrei, in den grösseren durch fünf eiserne, mitschienen versehenen Steinkohlenöfen (Füll - ReguKröideren Rauchrohre durch Ventilationsschlote verliefenHeizung ergab ein befriedigendes Resultat.
Die Aborte waren durch Thüren von dem Verbindgange, welcher seinerseits erst in einen der Nebew
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