III. Abschnitt: Zelte und Baracken in Deutschland.
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in einer grossen, neu erbauten Lokomotivwerkstätte ein-richtete un ter Leitung des Professor Socin aus Basel ste-' J e L aZ areth zu 400 Betten bemerkenswerth war, errichtete;Badische Kriegsministerium Ende August bei der Turn-[Tiie in einem von Wald begrenzten Gartenterrain zweiommerbaracken zu je 32 Betten nebst einer Kücken-
acke.
Die Baracken, mit ihrer Längsrichtung von 0 nach Wiegend, waren 45.4 m lang, 8.7 m breit, bis zum Giebeli m n och und boten einen Luftraum von 56.8 cbm pro
ppf.
Der Fussboden, 94 cm über der Erde auf gemauertenlacksteinpfeilern ruhend, bestand aus einer einfachenBretterlage und war mit Wachstuch überzogen. Die Wände»tten eine innere Bretterverschalung; die Seitenwände be-assen jederseits eine Mittelthür und zehn Fenster, derenoberer Flügel sich um seine untere Achse nach innenIrehte - in der Nähe des Fussbodens waren 16 durchIchieber zu schliessende Ventilationsöffnungen angebracht;die Giebelwände hatten je eine Thür mit darüber befind-lichem Fenster. Das Dach wurde durch eine einfacheBretterlage gebildet und war mit Dachpappe belegt; dernze durchlaufende Dachreiter hatte jederseits 14 durchne Zugvorrichtung nach aussen und oben zu öffnendeFenster. Am östlichen Giebelende befanden sich vier kleineäume, welche als Arzt-, Wärterinnen-, Badezimmer undhensilienraum dienten; dem Westgiebel war eine kleineVeranda vorgebaut. Die Baracken verband unter sich undlit der Küche ein gedeckter Gang an der Westseite.
Zum Wintergebrauch wurden die Bäume zwischenden Sockeln mit Brettern geschlossen und die Wände vonpissen mit Backsteinen ausgemauert. Die Heizung fandirrch sechs grosse eiserne Kanonenöfen statt.
Diese Baracken wurden Mitte September belegt undblieben bis Ende April 1871 in Gebrauch, während welchereit in ihnen 144 Verwundete behandelt worden sind, mit18 = 12.5 pCt. Todesfällen.
Baracke II wurde später noch mit 28 Typhuskrankenelegt.
Ganz in der Nähe stand eine kleine, ähnlich gebauteiolirbaracke zu zehn Betten, welche von Patrioten ausernsbach gestiftet worden war; dieselbe hatte jederseitsrier Fenster und nur einen Nebenraum; die Thüren mitOberlichtern lagen an den Giebelseiten; die Heizung fanddurch zwei Oefen statt.
Xicht weit von dieser Gruppe erhoben sich auf einemRasenplatz im Schlossgarten zwei von der Stadt Karlsruheerbaute Baracken zu 20 Betten.
Dieselben waren kleiner und niedriger als die Turn-hallenbaracken, nicht mit erhöhtem Fussboden versehennd hatten nur einen Eingang. Die Ventilation erfolgte[mittels zweier getrennter Dachreiter, die Heizung durch jerei Oefen.
Sie dienten als Ruhr- und Typhusstation; vom Januar1871 an wurden sie der Militärverwaltung als Pocken-lazareth überlassen.
Da das grosse Eisenbahnlazareth sich als nicht heizbarerwies und deshalb um Mitte November aufgegeben werdenmusste, so beschloss man, um Ersatz zu schaffen, die Anlageeines grösseren Barackenlazareths.
Dasselbe, unter dem Namen Friedrichs-Baracken-lazareth (vergl. Tafel XXXIX) bekannt, wurde westlichder beschriebenen Turnhallenbaracken im Auftrage derMilitärverwaltung durch Baurath Hochstetten erbaut undvon der freiwilligen Krankenpflege verwaltet.
Die Anlage bestand aus sechs von 0—W liegendenKrankenbaracken, in zwei 63 m von einander entferntenReihen angeordnet; der Zwischenraum zwischen den ein-zelnen Baracken jeder Reihe betrug 34.5 m. In der Mittebefanden sich die Administrationsgebäude; mit diesen, sowieunter sich waren die Baracken durch gedeckte, 2.s m breite,an den Seiten offene Gänge verbunden.
Die Baracken selbst entsprachen in ihren Dimensionen,ihrer Bauart und ihren Einrichtungen den Turnhallen-baracken, waren jedoch von vornherein als Winterbarackeneingerichtet. Der Krankensaal war im Lichten 35.4 m lang,8.25 m breit, bis zum Dach 4.2 m und bis zum Giebel5.6 m hoch.
Der Erdboden wurde mit einer 13 cm hohen Kies-und Sandaufschüttung versehen. Der 78 cm erhöht liegendeauf Mauerpfeilern ruhende Fussboden bestand aus zweiBretterlagen und einer Lehmlage mit dazwischen liegenderisolirter Luftschicht. Die Wände waren innen mit Bretternverschalt, aussen mit Backsteinen ausgemauert, das Dachdoppelt verschalt und mit Dachpappe belegt; ebenso bestandder Firstaufsatz aus doppelten Bretterlagen. An jederLängswand führten fünf Luftkamine in die Höhe, welcheinnerhalb der Baracke sowohl am Fussboden als auchweiter ,oben durch Schieber schliessbare Oeffnungen hattenund das Dach überragten.
Die Heizung erfolgte durch sechs eiserne Steinkohlen-öfen mit Mänteln, in deren Raum von unten her frischeLuft eintreten konnte. Die Rauchrohre stiegen durchunten mit Schiebern versehene Ventilationsschlote senk-recht in die Höhe. Die erzielte Innenwärme betrug selbstbei einer Aussentemperatur von —12 bis —14° R, innen+ 14 bis +16°.
Das Innere war mit Gas erleuchtet und mit Blatt-pflanzen verziert; die Wände besassen lichtgrauen Anstrich;der Krankenraum enthielt 32 Betten.
Die Nebenräume befanden sich an den der Mitte derAnlage zugewandten Giebelseiten, ebenda in einem Anbau,durch einen Gang mit der Baracke verbunden, die mitTonnen ausgestatteten zweisitzigen Abtritte. An das ent-gegengesetzte Giebelende schloss sich eine mit Marquisenund Vorhängen versehene Veranda an, welche Raum fürsechs Betten gewährte.