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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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VII. Kapitel: Zelte und Baracken.

dass auf dieser Linie beide durch einen Zwischenraum von6.27 m getrennt blieben.

Die ganze Anlage war von einem 2.i bis 2.6 m hohenBretterzaune umgeben, welcher zwei Haupteingänge besass,einen nördlichen nach der Stadt zu, einen südlichenzum Einlass der Eisenbahnzüge. Jedes Thor hatte eineThorwache, von welcher auch die übrigen Posten desLazareths gestellt wurden.

Die Wasserversorgung geschah durch Anschluss andie Englische Wasserleitung in der Königgrätzerstrasse.Es wurde von da durch die Möckernstrasse bis zur Möckern-brücke eine 502 m lange, 15.6 cm weite, von da bis zumBarackenlager eine 1570 m lange, 6 und 13 cm weiteRöhrenleitung gelegt; von derselben liefen Zweigleitungenin die einzelnen Barackengassen und von da in jede ein-zelne Baracke. Ferner wurden Hydranten zur Benutzungbei Feuersgefahr, Wasserschieber zur Absperrung ganzerTheile der Leitung, endlich für jede einzelne Baracke einHaupthahn angebracht, um dieselbe eventuell ausser Ver-bindung mit der Leitung setzen zu können. Der Druck desWassers sowohl, als die Menge desselben erwies sich alsvollkommen ausreichend; der durchschnittliche Wasser-konsum belief sich pro Kopf und Tag auf 0.28 cbm.

Die Entwässerung des Terrains und die Ableitung derAbfallwässer etc. aus den einzelnen Baracken bot etwasmehr Schwierigkeit, da eine vorliegende Bodenerhöhungüberwunden werden inusste, was nur durch Zuhilfenahmevon Dampfkraft zu ermöglichen war. Zunächst nahmeine 47 cm weite Stammleitung sowohl das Regenwasser,als auch sämmtliche aus den Baracken, den Wirth-schafts- und anderen Gebäuden kommenden Effluvienjeder Art auf und führte dieselben nach einem seitlichdes Barackenlagers liegenden, 4.7 m Durchmesser haltenden,5 m tiefen gemauerten Sammelbassin, in welchem dreimaltäglich mittels einer Mischung von Karbolsäure, Zink-vitriol und Chlorkalk desinfizirt wurden. Von Lokomobilengetriebene Kreiselpumpen hoben den Grubeninhalt überdie nordöstliche Terrainhöhe und drückten denselben ineiner eisernen bezw. Thonrohrleitung nach den Ent-wässerungsröhren von Wilhelmshöhe, welche in den Kanalin der Bellealliancestrasse bezw. in den Schifffahrtskanalmündeten.

Die Beleuchtung der einzelnen Baracken sowohl, alsdes ganzen Lagers und der zuführenden Wege geschahdurch Anschluss an die städtische Gasleitung in Tivoli.

Was die Bauart anlangt, so hatten die drei Gruppendas gemein, dass sämmtliche Baracken einstöckige, hölzernePavillons mit Firstventilation nach Amerikanischem Musterdarstellten, welche für je 30 Betten Raum boten und zu-nächst Wintereinrichtungen nicht besassen.

In den Einzelheiten der Konstruktion unterschiedensie sich jedoch von einander in mehrfacher Beziehung.

Die 15 Krankenbaracken der ersten Gruppe, Reserve-Barackenlazareth No. L, auch ärarische oder militär-

fiskalische Gruppe genannt, entsprachen im n2liehen der kriegsministeriellen Instruktion. Sie «J30.28 ni laug, 6.6 m breit, bis zum Dach 3.i m bisDachfirst 4. 7 m hoch und bestanden aus einem Krautsaal von 23.8 m Länge und 591.26 cbm Rauminhaltwelchen sich im östlichen Giebel vier kleinere Räm»Theeküche, Badeanstalt, Wärterzimmer und llontirmr.kauimer, am westlichen Giebel in einem Anbau die Latrin"anschlössen.

Die Schwellen und Fussbodenunterlagen ruhten j100, in vier Reihen zu je 25 angeordneten gemanertfPfeilern, welche 30 bis 48 cm hoch über dem Erdlhervorragten, so dass die Luft allseitig freien Zutritt mden Fussboden hatte. Der Fussboden war aus :]. ;istarken, gehobelten und gespundeten, auf der ObeMmit dreimaligem Oelanstrich versehenen, längsliemBrettern hergestellt, die Wände aus einem Gerippe m26 cm starken, durch Riegel und Streben verbünd«Ständern, von aussen durch vertikale Bretter verschsderen Fugen durch Deckbretter geschlossen wurden: ischmaler Raum unter dem Dache blieb frei. Die Zwisdwände waren ähnlich konstruirt. Von den in jeder Lan»wand vorhandenen elf Fensteröffnungen, mit einer Brüstunghöhe von I.25 m, waren diejenigen der Nordseite gjGlasfenstern versehen, deren unterer Theil aus zwei«wohnlichen Flügeln bestand, während der obere Ab»um eine horizontale Achse drehbar war; die Fensteröffmwader Südfront wurden anfangs durch Vorhänge und Rouleaispäter gleichfalls durch Glasfenster verschliessbar gemac

In der Wand des Westgiebels befand sich ein 3, BIbreites, 2.5 m hohes, zweiflügeliges sogenanntesSchonthor", innen durch einen Vorhang aus starkem Segeltetverkleidet; den zweiten Eingang bildete eine gleichfalmit Vorhang versehene, 1.« m breite Thür im östliclaGiebel.

Das weit überragende Dach bestand aus einer einfackmit Dachpappe benagelten Bretterlage; der 19.2 m bdurch Verlängerung der Dachsparren gebildete Dadareichte nicht über die ganze Länge der Baracke, sonadr über den grössten Theil des Krankensaales hinve;eine Baracke besass drei kleine Dachreiter.

Von den Nebenräumen der Baracke lagen daszimmer und die Wärterkammer dicht neben dem Krank':saale; ersteres enthielt neben einer Zinkbadewanne ein«kleinen Cirkulirofen zur Erwärmung des BadewaadBeide Räume waren je 2.64 m lang und breit. Nach amvon ihnen lagen die Theeküche mit einem kleinen eisenKochofen, einem Gaskocher, einem WasserleitungshahnAusgussbecken, sowie Speise- und GeschirrschränkenRegalen. Diese Räume waren 3.78 m lang und 2.64 m breit

Die Klosets (je zwei in einem kleinen Anbau oedem Westgiebel) standen mit dem Krankeusaaleeinen gedeckten Gang, welcher zwei Thüren und e«Fenster besass, in Verbindung. Dieselben waren a