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VII. Kapitel: Zelte und Baracken.
Bd
1). Das Reservelazareth No. I in der Kriegsschule,
am Südende der Stadt, frei und isolirt gelegen, besass aufeinem freien Räume hinter dem massiven Gebäude 3, imAugust nach der kriegsministeriellen Vorschrift erbauteBaracken mit je 30 Lagerstellen. Dieselben waren vongleicher Bauart und innerer Einrichtung wie die Barackendes Weifenschlosses; nur war jede Baracke mit 2 Bade-wannen versehen. Die Belegung begann im August undzwar mit Verwundeten, Typhus- und Ruhrkranken. EineBaracke diente während der Monate Oktober und Novemberspeziell als Ruhrbaracke.
Die im November in gleicher Weise wie beim Welfen-schloss getroffenen Vorkehrungen für den Winter, ein-schliesslich der Anbringung eines Holzplafonds, erwiesensich auch hier als nicht ausreichend; die Heizung genügteerst dann einigermaassen, als die Mäntel der Oefen entferntund die Luftkanäle unter denselben verschlossen wordenwaren. Dadurch konnte die strahlende Wärme besser zurWirkung kommen; die Ventilation fand aber dann nurnoch durch Oeffnen der Fenster statt.
Das Lazareth wurde am 5. März 1871 geschlossen.
Die Baukosten der drei Baracken beliefen sich, dieWintereinrichtungen mitgerechnet, auf 6351 Thaler.
c. Die Reservelazarethe No. IV, V und VI in denWeifen-Kasernen.
Vor der Front jeder Kaserne wurde aus fiskalischenMitteln eine Baracke zu 30 Betten nach dem Muster derzuletzt beschriebenen aufgestellt. Bei den LazarethenNo.IV und VI befanden sich ausserdem zwei aus den Mittelnder freiwilligen Krankenpflege errichtete Barackenzelte(für jedes Lazareth eins) mit doppeltem Zeltdach undNebenräumen für Wärter, Bad und Klosets. Die Zeltenahmen vorwiegend Typhuskranke auf und blieben bisEnde September im Gebrauch; die Baracken dienten vor-zugsweise der Verwundetenbehandlung.
Betreffs der Heizung hatten auch diese Baracken trotzder im November erfolgten Einrichtung für den Wintermit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen, welche sichbei der exponirten Lage derart steigerten, dass im Dezemberund Januar auf ihre Benutzung verzichtet werden musste;im Februar konnten sie wieder bezogen werden, da sichnun eine Durchschnitts-Innentemperatur von* etwa 11° R. er-zielen Hess.
Die Lazarethe No. IV und VI wurden am 28. Februar,das Lazareth No. V am 31. März, geschlossen und die imBestände verbliebenen Kranken dem Lazareth No. III imWelfenschloss überwiesen.
Die Kosten dieser drei Baracken beliefen sich auf6339 Thaler.
3. Barackenanlagen zu Kassel.
In Kassel befand sich als Haupt-BarackenlazaretReservelazareth No. II, welches bei dem Traimiauf dem Möncheberg, einem nach Nordwesten U nd iosten abfallenden Plateau, eingerichtet worden war. (?■Zeichnung 14.)
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Zeichnung 14. Situationsplan des Train -Depots zu Kassel niiidaselbst errichteten Baracken.a Baracken. — h Train-Remisen. — c Küchen.
Neben den zweistöckigen, aus Ziegelmauerwerkbauten Trainremisen, welche man in 8 Krankensälewandelte, wurden 8 hölzerne Lazarethbaracken und 1 Ri,baracke auf einem freien Platze nördlich des Depots erbDie Anlage bildete ein regelmässiges Rechteck, de»Seiten die von Nordost nach Südwest stehenden Baratteinnahmen; im Centrum lag die Küchenbaracke
Die Krankenbaracken, mit je 30, zusammen mit240Iastellen, entsprachen in Dimensionen und Bauart vollkoider kriegsministeriellen Vorschrift.
Zu Isolirzwecken war während der wärmeren Jalzeit im Hofe des Traindepots ein Zelt aufgeschlagen.
Für den Winter wurden die Wände der Barnaussen mit Dachpappe benagelt, im Innern die FächerLeinewand überspannt und tapeziert, die Dachreiter distellbare Holzklappen schliessbar gemacht, vor den PenStrohrouleaux angebracht. Jede Baracke erhielt drei eistSteinkohlenöfen.
Die Belegung der Baracken begann Anfang Septem!1870 und währte bis zu der am 23. Oktober 1871 erAuflösung des Reservelazareths.
Während der Benutzung wurde darauf gehalten, 4zeitweise die einzelnen Baracken abwechselnd geräumtdesinfizirt werden konnten.
Die Behandlungsresultate befriedigten durchaus: aizwei Fällen von Hospitalbrand (einer tödtlich) kamWundinfektions- und Hospitalkrankheiten gar nicht vor.
Während des Sommers 1871 waren stets nur ein;Baracken abwechselnd belegt. Die Baukosten stelltenfür eine Baracke auf 1965 Thlr. 28 Sgr. 9 Pf.
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