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VII. Kapitel: Zelte und Baracken.
verwundeten bis zum Winter belegt und bewährte sichvortrefflich.
Endlich waren in Hamburg — ausser den beimBarackenlazareth aufgeschlagenen — noch 3 Zelte bei demin einem grossen Exerzirschuppen etablirten Eeservelazarethin Gebrauch. Eines davon, aus England bezogen, nahmTyphuskranke auf, die beiden anderen (probemässige Zelte)aus Erfurt dienten den Rekonvaleszenten als Erholungs-räume.
Rekapitulation.
Im Ganzen kamen innerhalb Deutschland!Satzung:
a. bei 42 .staatlichen Reservelazarethen 175 ■>mit nahezu 2000 Lagerstellen (darunter 139 Zelte mit»1300 Lagerstellen im Anschluss an 36 staatliche 1W .lazarethe in Preussen);
b. bei 14 Lazarethen der freiwilligen Krankem!93 Zelte mit etwa 855 Lagerstellen.
II. Baracken in Deutschland.
Hauptsächlich die während des Amerikanischen Sezes-sionskrieges in grossem Maassstabe gewonnenen Erfahrungengaben den Anlass, dass gleich bei Beginn des Deutsch-Französischen Krieges allenthalben der Bau von Barackenin Vorschlag und meistens auch sofort, zum Theil in gross-artiger Weise, zur Ausführung gebracht wurde.
Ueberaus zahlreich erhoben sich in allen TheilenDeutschlands Baracken, 1 ) entweder in grösseren Gruppeneigene Lazarethe bildend, oder im Anschluss an bestehendeLazarethe bezw. zu diesem Zweck aptirte Gebäude, theilsaus Staatsmitteln, theils auf Kosten der freiwilligen Kranken-pflege; dichter stehend im Westen, doch auch bis in denfernsten Osten vertreten.
Sämmtliche zur Krankenpflege benutzte Baracken lassensich in zwei Hauptgruppen eintheilen:
A. Neu erbaute Krankenbaracken.
B. Aptirungen vorhandener barackenartiger Gebäudezur Krankenunterkunft.
Eine besondere Erwähnung erfordern
C. die Barackenlazarethe in den Kriegsgefangenen-Depots.
A. Neu erbaute Krankenbaracken.
Erste Gruppe: Baracken nach Preussischerkriegsministerieller Vorschrift 2 ) von be-stimmter Konstruktion und Grösse, mit Boden-erhöhung, unterbrochenen Dachreitern undLatrinen in besonderen Anbauten.(Sämmtlich zu staatlichen Lazarethen gehörig.)
1. Barackenlazareth zu Halle a. S.
In Halle a. S. wurde bei dem Reservelazareth imAugust 1870 auf dem Grundstück hinter der Pfänner-
i) Vergl. Beilage 99 und Karte XIII.2 ) Vergl. S. 315.
schaftlichen Saline vor dem Klausthore ein Baraeblazareth bestehend aus 5 der kriegsministeriellen Tortd*entsprechenden Krankenbaracken zu je 30 Betten einKüchenbaracke mit Depot und Wohnung des PolijUnteroffiziers, einer Waschküche mit Kohlenmagazin, einWohnbaracke für Aerzte mit Operationszimmer und einaBaderaum errichtet.
Die 5 Krankenbaracken standen zu 2 und 3 in 2 Reiljauf beiden Seiten einer von Süd nach Nord verlaufetFahrstrasse, die Baracken jeder Reihe einander parallund eine Barackenbreite von einander entfernt, mit umLängsrichtung von West nach Ost, die Klosets an den maussen gewendeten Giebeln.
Zur Winterbenutzung wurden die Wände von alliSeiten bis dicht unter die Fenster mit Erde beworfen,mit Stroh ausgekleidet und mit Leinewand benagelt.
Die Wasserversorgung des Lazareths geschaheine Quellwasserleitung.
Die Belegung begann am 25. August 1870 und wähnbis zum 12. September 1871. In dieser Zeit kamen 889 Maizur Aufnahme, von welchen 829 geheilt entlassen wurda16=1.8pCt. starben, der Rest mit 44 Mann wurdeGarnisonlazareth überwiesen. Die Zahl der Verpflegitage betrug 38 305.
Die Baukosten beliefen sich auf 9 267 ThalerKosten für Ausstattung und Verpflegung trug derverein zu Halle.
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2. Baraekenanlagen zu Hannover.
Von den 6 in Hannover errichteten Reservelazarethasind nachstehende fünf mit vorschriftsmässigen Kranke:.baracken ausgestattet worden.
a. Das Reservelazareth No. III,in dem noch nicht völlig ausgebauten Welfenschlosse imdessen Umgebung eingerichtet und am 13. August 18eröffnet.
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