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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Abschnitt: Zelte und Baracken in Deutschland.

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Dritter Abschnitt.Zelte und Baracken in Deutschland.

I. Zelte.

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Bei den im Inlande errichteten Reserve-, Vereins-d Priratlazarethen trat ebenso wie auf dem Kriegsschau-ilatze während der ganzen Dauer des Peldzuges die Kranken-nhandlung in Zelten gegenüber derjenigen in Barackenektion Lazard j em Umfange nach bedeutend zurück, wozu einerseits derUmstand, dass nur eine kurze Periode des Krieges nochdie warme Jahreszeit fiel und der immerhin beschränkteKaum in Zelten, andererseits eine gewisse Vorliebe für denackenbau beigetragen haben mag.

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A. Zeltlazarethe.

Während bei einer grösseren Zahl von Reserve- etc.Lazaretten zur Isolirung Schwerverwundeter oder zurUnterbringung Typhuskranker, auch zum Aufenthalte fürlieh HüMwlÄEekonvaleszenten in einzelnen Fällen von Zelten Gebrauchgemacht wurde, bestanden grössere Zeltgruppen nur beiwenigen Reservelazarethen und zwar jedesmal im Anschlussan Barackenlazarethe. Eigentliche Zeltlazarethe, d. h.Wehe, in welchen die Krankenbehandlung vorwiegend oderausschliesslich in Zelten stattfand, sind nur an zwei Ortenin Deutschland errichtet worden (bei Bingen und bei Köln),gegründet oder doch wesentlich unterstützt durch die frei-willige Krankenpflege.

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1. Das Internationale Zeltlazareth auf dem Rochusbergebei Bingen

(siehe Tafel XXXIV),aus 18 in zwei parallelen Reihen aufgestellten Zelten zu je8 Lagerstellen bestehend, war durch den Deutschen Hilfs-vereiu in London auf luftiger Höhe, 78.5 Meter über demRhein, etwa 40 Minuten von der Eisenbahnstation Bingenentfernt, in der Nähe des als Bureaus und Wohnhaus derAerzte benutzten Hotels Hartmann, aufgestellt, nachdem manzuvor das au der Westseite von Wald, an den drei anderenSeiten von einer dichten Hecke begrenzte Terrain mittelsglasirter Thonröhren drainirt hatte.

Die Englischen Marquisenzelte bildeten in ihrer Grund-form ein längliches Viereck mit abgerundeten Schmalseitenvon 9.i4 Meter Länge und 4.87 Meter Breite. Das Dach,aus einfachem, festem Segeltuch gefertigt, wurde durchzwei etwa 4 Meter hohe Holzstangen getragen, auf welchenmit ihren beiden Enden eine gleich lange Stange ruhte. DieSeitenwände, durch 18 kleinere Holzstangen gestützt, warendurch Pflöcke und Leinen am Boden befestigt. Der vonBrettern gebildete Pussboden lag etwa O.45 Meter über derErde. Die Thür befand sich an einer Langseite, und wurdedurch Loshaken der an dieser Stelle doppelten Leinwandgebildet; zu ihr führte eine Holzbrücke über den das Zeltumgebenden Graben.

In jedem Zelte befanden sich acht mit Rosshaarmatratzenversehene eiserne Betten, von welchen stets nur sechsgleichzeitig benutzt wurden, ferner ein eiserner Tisch, zweiStühle, ein eiserner Steinkohlenofen und ein Moule"'schesErdkloset. Die Ventilation fand einerseits durch ein unterder Dielenlage bis zur Zeltmitte verlaufendes Rohr, anderer-seits durch eine 15 Centimeter im Quadrat weite, mittelseines Vorhanges zu schliessende Oeffhung im Dache statt.Das Rauchrohr des Ofens führte unter dem Boden insFreie; bei stärkerem Winde füllten sich in Folge dessendie Zelte mit Rauch, wie denn überhaupt die Heizungsich nicht bewährte. Auch die Ventilation scheint nichtausreichend gewesen zu sein, da die Luft in den Zeltenals dumpfig geschildert wird. Die Erdklosets endlich, diean und für sich gut funktionirten, zeigten hier wie ananderen Orten den Uebelstand, dass ihre richtige Hand-habung unaufhörliche Aufsicht erforderte, und dass, dadiese Bedingung kaum zu erfüllen war, die hygienischenVorzüge dieser Einrichtung sich oft in Nachtheile ver-wandelten.

Sämmtliche Zelte waren mit dem Hotel, letzteres mitder Bahnstation telegraphisch verbunden. Am Eingangedes Lazareths befand sich eine hölzerne Portierloge mitUtensilienraum; ausserdem standen innerhalb der Grenzender Anlage noch mehrere Bretterhütten, welche als

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