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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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VII Kapitel: Zelte und Baracken.

Die zuletzt errichteten fünf Krankenbaracken (No. XIbis XV der Tafel) hatten, bei gleicher Aussenlänge wiedie vorigen, eine äussere Breite von 8.50 Meter und eineGiebelhöhe von 6.20 Meter; der Krankenraum war im Lichten32 Meter lang, 8 Meter breit und 5 Meter hoch bis zur Decke;die übrigen Räume unterschieden sich nicht von denen derälteren Baracken. Die Doppelwände bestanden aus vertikalstehenden Brettern mit Fugendeckleisten. Statt der durch-laufenden Fensterreihe hatte jede Langseite drei grosse Fenstermit je 2 bis 3 Flügeln von 2 Meter Höhe und I.5 Meter Breite,mit horizontal beweglichem oberen Flügel. Das wenigerstumpfwinklige, geschlossene Dach war mit Brettern ver-schalt und mit Dachpappe belegt. Im Innern der Kranken-säle standen in den freien Räumen zwischen den OefenTische mit Bänken; an den Bettreihen entlang warenLäufer und Teppiche gelegt, ebenso vor einzelnen Bettenkleine Teppiche; in den für Typhuskranke bestimmtenBaracken standen auch Badewannen aus Zink. Die Be-leuchtung erfolgte durch freihängende Petroleumlampen.

Die übrigen vier Holzbaracken zu administrativen undärztlichen Zwecken waren in ihrer Konstruktion den zuersterbauten Krankenbaracken ähnlich. Bei gleicher Breiteund Giebelhöhe hatten die Baracken XVI und XIX eineLänge von 36 Meter, Baracken XV11 und XA r IlI eine solchevon 39 Meter; die zum längeren Aufenthalte bestimmtenRäume waren ebenfalls doppelt verschalt, plafondirt undheizbar gemacht.

Die Verwaltungsbaracke No. XVI am Eingang desLazareths war durch einen Mittelgang in zwei Hälftengetheilt, von welchen die eine die grosse Küche für600 Mann nebst Vorratskammern, sowie ein Arrestlokal,die andere das Zimmer des Arztes du jour, die Apotheke unddie Bureaus enthielt. In einem kleinen Anbau in der Mitteder äusseren Längsseite befand sich das Wachtlokal fürdie ständige Wache. Baracke XVII besass separate, miteigenen Eingängen versehene Wohnräume für erkrankteOffiziere, für das Pflege- und Spitalpersonal und für Re-konvaleszenten, ferner ein Lesezimmer und eine Trocken-stube. Baracke XVIII enthielt: Trockenschuppen, Werk-stätte und Remise, nebst gesonderten Räumen für Kohlen-vorräthe sowie für die Feuerspritze mit Löschrequisiten (vonder Mairie geliefert). In Baracke XIX hatte man dieWaschküche mit Nebenräumen, das Montur- und Wäsche-magazin, endlich das Sektionslokal mit der Leichenkammereingerichtet. Mit Wasser war die ganze Barackenanlagereichlich versorgt, indem Küche, Waschküche und Sektions-lokal mit Laufbrunnen versehen waren und ausserdem imHofraume zwei Brunnen nebst einem grossen Wasser-reservoir sich befanden. Das Wasser wurde durch eine eigenshergestellte, 300 Meter lange Röhrenleitung mit 1.16 MeterFallhöhe aus einem nahegelegenen Bassin zugeführt; dieVerbindung zwischen den einzelnen Baracken vermitteltenKieswege, welche zum Theil mit Brettern belegt waren.

Jede Baracke trug an der inneren Giebelseite eine Nasowie eine Laterne.

Da der Untergrund, auf dem die ganze Anlage sielhob, aus einer I.30 Meter dicken Thonschicht bestandwelche Kies- und Sandschichten in einer Mächtigkeiteinigen Metern folgten, so wurden rings um die einzelBaracken und theilweise unter denselben Senkkaiial fAbleitung des Sammelwassers angelegt. Diese warenBrettern gedeckt, auf denen eine O.15 Meter starkvon pulverisirtem Koaks lagerte.

Zur Entleerung der Fosses mobiles waren in grö»Entfernung von der Barackenanlage viereckigegruben angelegt, welche täglich mit Desinfektioiismitjund etwas Erde überschüttet und nach ihrer Füllung dueine Decke von Chlorkalk und Erde oder Sägespansowie durch eine Lage von Brettern dauernd verschloiwurden.

Vom 13. September 1870 bis 11. April 1871 lilirfBayerische Haupt-Feldspital in diesem BaraekenlazaretlThätigkeit; zur Behandlung kamen 1 ) in den Baraci2846 Mann, darunter 238 Verwundete, 419 Typhus-,342 Ruhrkranke; gestorben sind 168 Mann, die SummBehandlungstage belief sich auf 51 607.

Am 11. April übernahm das 7. Feldlazareth VII. Ankorps diese Barackenanlage mit 129 im Bestand mbenen und 48 aus der wegen Hospitalbrand gernTabaksmanufaktur in Nancy (Feldlazareth No. 5VII. Armeekorps) dahin verlegten Kranken. Das ]lazareth blieb bis zum 7. Juni in Bonsecours etablirt.behandelte dort im Ganzen 883 Mann mit 10144pflegungstagen.

Am 24. April siedelte das 6. Feldlazareth VII. Ar«korps aus der Kaserne St. Jean in Nancy gleichl'all.Bonsecours über, nahm sieben Baracken des LazarettsBesitz und behandelte in demselben 693 Manu7108 Verpflegungstagen.

Am 7. Juni wurden beide Lazarethe durch das 1112. Feldlazareth X. Armeekorps abgelöst. Erster»]vom 8. bis 24. Juni dort etablirt und behandelte bis di227 Mann. Letzteres verblieb noch bis zum 20. iBonsecours, an welchem Tage das Etablissementzehnmonatlicher Benutzung aufgehoben wurde.

In Chäteau Thierry, der grossen Kranken-SamiStation, erbaute im September die Stadtgemeinde im Veimit der freiwilligen Krankenpflege auf dem luftigen !berge eine Baracke, welche bis zum Eintritt des Wimvon einer Sektion des Württembergischen Feldspitals Nuund im nächsten Frühjahr vom 22. März bis 2. Juni 1J

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J) Vergl. Beilage 61, 8. 132*.2 ) Vergl. 8. 156.