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VII. Kapitel: Zelte und Baracken.
verlief ein etwa O.30 Meter hoher Dachreiter. Die Baracken Iund II besassen an der Westseite vier grosse nach aussen undoben stellbare Luft- und Lichtklappen, an der Ostseite eineebensolche Klappe; Baracke III war nur an der Südseitemit vier Klappen versehen. Jede Baracke hatte an jederGiebelseite einen Eingang, der bei Baracken 1 und 2 nachNorden mit einem Vorhang, nach Süden mit einer Thiirverschlossen war. Bei der 3. Baracke fand sich die Thüran der West-, der Vorhang an der Ostseite angebracht.Die Bettstellen standen mit den Kopfenden an den Längs-wänden; in der Mitte jeder Baracke befand sich ein kleinerOfen, welcher als Theeküche diente. Zwei Baracken warenam 15., eine am 20. September belegbar. Die Belegungerfolgte mit Schwerverwundeten. Ein Amputirter mitTetanus ward in einem Isolirzelt untergebracht. Die Er-folge waren im Ganzen sehr günstig, obwohl einzelne Fällevon Pyämie nicht ausblieben.
Im Oktober wurden die Baracken in Folge einesheftigen Regengusses, gegen welchen dieselben nicht zuschützen vermochten, plötzlich geräumt und später nichtwieder belegt.
In Douzy begann am 5. September nach den An-weisungen des konsultirenden Generalarztes ProfessorsDr. Thiersch eine Abtheilung Bayerischer Geniesoldateneine grosse Baracke in einem Garten zu bauen. Anfangsfür 150 Kranke geplant, konnte wegen Mangels an Holzund Arbeitskräften nur Raum für 60 Kranke geschaffenwerden. Die eine Längswand der Baracke bildete die mitSpalierpfirsichen bepflanzte hohe Umfassungsmauer desGartens, die andere wurde durch Bretter mit eingesetztenGlasfenstern hergestellt und schloss den mit Zwergobst-bäumen eingefassten Gartenweg ein, so dass das Ganze denEindruck eines Wintergartens machte. Das Dach wurdemit einem durchlaufenden Dachreiter versehen; der Kranken-saal erhielt später Oefen. Unter Räumung von fünf kleinerenHäusern belegte das 11. Feldlazareth XII. (Königlich Säch-sischen) Armeekorps 1 ) am 11. September die Baracke mitTyphus- und Ruhrkranken, wobei die Lagerstellen auf dietrockenen Sandwege zu stehen kamen. Im Oktober wurdendie Dachreiter-Oeffnungen mit Wagenplanen geschlossen;— die Benutzung: der Baracke dauerte bis 20. Oktober.
E. Auf Etappenlinien.
Im Allgemeinen fanden diejenigen mobilen Sanitäts-formationen, welche sich an Sammelpunkten der Kranken-transporte zu längerer Thätigkeit zu etabliren hatten, aus-reichende Gebäude vor, aus denen sich in kurzer Zeitden hygienischen Anforderungen annähernd entsprechendeKrankenräume schaffen Hessen. Es kam deshalb nurbei wenigen dieser Lazarethe zur Errichtung von Kranken-
') Vergl. 8. 144 und 145.
baracken; ein einziges stehendes Kriegslazareth (da. Jrische Haupt-Feldspital No. 2) kam in die Lage, |yZeit in einem eigens gebauten grösseren Barackizu wirken.
An mehreren Orten fanden die bei städtischenanderen Krankenhäusern vorhandenen oder erst erbaBaracken Verwendung.
Zu Reims behandelten das ll. 1 ) und die ]. gjdes 12. 2 ) Feldlazareths VI. Armeekorps vom 6. Septeman Verwundete und Kranke in mehreren, von derwilligen Krankenpflege auf einem grossen, freien, vonMauer umgebenen Platze vor der Stadt errichteten BarattZugleich wurden, neben zwei von der freiwilligen Krpflege gelieferten Zelten, zwei Krankenzelte der yFeldlazarethe benutzt. — Die Baracken bestanden übrignur aus gewöhnlichen Bretter-Messbuden, welche für 138 Betten Raum gewährten.
In Nancy hingegen ward dem Bayerischen HaiFeldspital No. 2 3 ) nach seiner Ankunft am 3. Septendas noch im Bau begriffene Barackenlazareth zu Bons*zur dauernden Einrichtung als stehendes Kriegslaza:überwiesen.
Barackenlazareth Bonsecours hei Nancy.
Diese grosse Barackenanlage (vergl. Tafel XXI
— ursprünglich als Etappenlazareth für Nancy*)jektirt, aber wegen Fehlens der nothwendigeneinrichtungen zu. diesem Zwecke nicht verwendun
— war auf Veranlassung der Etappen - Kommanda«von der Stadt Nancy unter Leitung eines Deutschenmeisters durch Französische Arbeiter errichtet vonDie Anlage befand sich auf einem sehr günstigen Temeinem hoch und frei gelegenen Ackerfeld 2'/j Kilo«südlich Nancy in der Nähe des Klosters und der K:Notre Dame de Bonsecours, an der Südseite der LuueuStrassburger Bahn.
Mit dem Bau der Holzbaracken w r ar bereits EiAugust begonnen worden und zwar sollten zunächst 1Krankenbaracken mit den nöthigen Wirthschaftsbaraelerrichtet werden.
Zur Zeit der Ueberweisung an das Haupt-Pelipiwar eine grosse Baracke für administrative Zwecke (Boraund Küche etc.) in Angriff genommen; zwei Krautbaracken konnten am 12. September bezogen werdenVerlaufe desselben Monats wurden die übrigen acht Krantibaracken fertiggestellt, so dass bis Ende September mliehe zehn mit Kranken belegt waren.
Diese Krankenbaracken — anfangs einfach mit BretKverschalt und jede der Länge nach in zwei gleiche
i) Vergl. S. 155.a ) Ebendaselbst.
3 ) Vergl. S. 149.
4 ) Betreffs der zum Etappenlazareth am Bahnhofe zu N«M)hörigen Baracken siehe S. 326.