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VII. Kapitel: Zelte und Baracken.
Nach dieser Anweisung sollte die für 40 Kranke be-stimmte Baracke (siehe Tafel XXX, Fig. 6 und 7) ausHolz gebaut und mit Steinpappe gedeckt werden. DieBaracke enthielt 2 Krankensäle zu je 20 Betten. JederSaal war im Lichten 60 Fuss lang, 20 Fuss breit und13 Fuss hoch; im Mittelbau zwischen beiden Sälen befandensich 2 Vorflure mit je 1 Kochherd und dahinter in einembesonderen Anbau die Latrine. Jeder Saal sollte 2 an denQuerwänden in Mauernischen aufzustellende eiserne Oefenenthalten, deren eiserne Rauchrohre in 16 Zoll weite ge-mauerte Ventilationsröhren zu münden hatten; zur Ven-tilation dienten ausserdem bewegliche Luftscheiben in denFenstern.
Trotz der kurzen Dauer des Feldzugs wurden nachdieser Anweisung mehrere Baracken im Anschlüsse anReservelazarethe errichtet und benutzt. Von derartigenund ähnlichen Baracken fanden sich einige zu Dresden,eine beim Waisenhauslazareth in Leipzig, eine von Johan-nitern errichtete in Jüterbog, eine in Landeshut, wo siesich in dem rauhen Gebirgsklima nicht bewährte; eineZeltbaracke für 30 Mann in Glatz; desgleichen ist zu er-wähnen die auch in den folgenden Jahren benutzte Barackebei der v. Langenbeck'schen Universitätsklinik in Berlin,endlich die ausgezeichnete, auch für Wintergebrauch ein-gerichtete und mit Gas-, Wasserleitung, Bade- und Heiz-einrichtung versehene Baracke für 52 Schwerverwundeteim Park des Lazareths des Frauenvereins beim SehlesischenThor in Berlin.
Grössere Bedeutung gewannen für die Folge die inder Nähe der Schlachtfelder errichteten Feldbaracken, vonwelchen namentlich zwei Arten Interesse erregten und inspäterer Zeit theilweise nachgeahmt wurden, die eine unterStromeyers Leitung zu Langensalza, die andere auf Volk-manns Veranlassung zu Trauten au erbaut. Jede Baracke derersteren Art (vergl. Tafel XXX, Fig. 1 bis 4) war 87 Fusslang, 20 Fuss breit, 15 Fuss hoch, aus Holz mit Dachlirst-ventilation (Dachreiter) erbaut und mit grossen Oeffnungenin den Giebeln versehen, die durch Wetterdächer geschütztwurden; der untere Theil des Ostgiebels war durch Leine-wandportieren verschlossen; die Westgiebelwand bestandaus Brettern mit einer Thür; dachziegelartig sich deckendeBretter bildeten die Seitenwände; nur die obere Hälfte dernach Norden gelegenen Seite blieb frei und liess sich durcheinen nach aussen aufstellbaren Leinewandvorhang schliessen.Das Dach war mit schwarzer Steinpappe gedeckt; dergedielte Fussboden lag 1 Fuss über dem ausgegrabenenund durch eine Schicht von Steinkohlenschlacke ersetztenErdboden. Drei derartige Baracken, jede zu 30 Betten,blieben vom Juli bis Oktober 1866 in Gebrauch.
Ausserdem wurden daselbst noch 2 Halbbaracken,kegelbahnähnliche Buden, sowie in dem benachbartenKirchheilingen Barackenzelte (Holzgerüst, mit Segeltuchüberzogen) in Gebrauch genommen.
Die Volkmann'schen Baracken zu Trautenau besfa Iin schuppenartigen, 70 Schritt langen, 12 Fuss br'nach drei Seiten geschlossenen, an der vierten offBretterbuden mit Pultdächern; die der höheren Dachtentsprechende offene Längsseite war im oberen T| \mit einem Wetterdach versehen, das einen 3 Fussdurch Vorhänge schliessbaren Raum bis zur Dachtfreiliess; den unteren Theil schlössen 11 einzeln aufrollende Vorhänge; der gedielte Fussboden lag auf2 Fuss hoch über dem Erdboden; das Dach war mit!pappe gedeckt. Die Buden boten Raum für je 30 Knuwelche in einer Reihe, mit dem Kopfende nach |geschlossenen Wand, lagen. Tafel XXX, Fig. 5 zeH jKonstruktion im Querschnitt.
Ausser diesen Zeltbaracken hatten auf den SeU*feldern noch einfache Baracken-Flugdächer Verwendgefunden.
Endlich sind zu erwähnen die zu Frankfurt a. II.Garten des Garnisonlazareths errichteten 3 ZeltbarackDieselben, je 42 Betten fassend, hatten SparrenwerkHolz, Wände von Leinewand und einen Fussbodengestampftem Lehm. Das Dach bestand bei zweienLeinewand, bei dein dritten aus Brettern, mit Dachmpiüberzogen. Eine der mit Leinewanddach versehenen Baratitrug einen die ganze Länge des Firsts einnehmenden offeAufbau nach Art der Eisenbahnhallen; 2'/« Fuss unteik'des Daches verlief parallel mit dem äusseren ein zun;,gleichfalls in der Mitte unterbrochenes LeinewanddacliLücke jedoch verschlossen werden konnte. Diese Zeltbarachblieben von Anfang August bis Ende Oktober belegt; diedanerreichten Resultate erschienen in Anbetracht der Sekteder Verletzungen und Krankheiten als sehr günstij
Besondere Fortschritte hatte der Barackenbau im Jak1866 in Deutschland nicht gemacht, was bei derDauer des Feldzugs nicht auffallen kann. Immerliin nr,durch die in den wenigen Baracken erzielten HeilresultsteiNeigung für Barackenbehandlung wesentlich gefördert.
Noch mehr geschah dies durch die ErfahrungenAmerikanischen Krieges, die erst allmälig bekanntgewürdigt wurden.
Einen maassgebenden Einfluss übten namentlich &der Instruktion des Amerikanischen Kriegsministeriuiih i20. Juli 1864 (Cirkular 6, S. 153) näher ausgeführten I-Stimmungen über Herstellung von KrankenbarackenXXIX, Fig. 1 bis 6 zeigt Giebel und LängsansichtAmerikanischen Baracke mit Grundriss nebst den Vttilations-Vorrichtungen).
Im Jahre 1867 erfolgte die Errichtung der bekanntEsse'schen Baracke im Garten des Charite-Krankenhaitin Berlin. Dieselbe, für 20 Kranke bestimmt, ist 84Filang, 29 Fuss breit; die Seiten wandhöhe beträgt 13 1 /. F»die Giebelhöhe 19 Fuss; — an den Giebelseitensich 2 Vorbauten von etwa 10'/s Fuss Breite, an 4Längsseiten eine 4'/ 2 Fuss breite Galerie, so dass d
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