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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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II. Abschnitt: Einrichtung und Ausstattung der Sanititssüge. Dienstbetrieb auf denselben.

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Im Hannover sc heu Zuge fand ein MedizinkastenHern nachträglich den Assistenzärzten als Wohnung ein-eräumten Krankenwagen 1 ) seine Aufstellung.

£< Ke<H in der Natur der Sache, dass die Einrichtung

Yrrwaltungswagen bei den Deutschen Sanitätszügen

wenigsten ein einheitliches Prinzip erkennen liess.

erall aber wusste man sich zu behelfen und den ge-

enen Verhältnissen zu accommodiren. Wenn es hier-

ch kaum erforderlich erscheint, auf die Einzelheiten der

sehiedenen Einrichtungsarten einzugehen, so verdienen

ch noch die Bayerischen und Württembergischen Büreau-

fren eine besondere Erwähnung.

Iu den Bayerischen Spitalzügen vereinigte der heiz-durch Vorhänge in drei Theile getheilte Büreauwagen

Wohn- und Schlafräume des Kommandanten und desrwalters (an beiden Wagenenden), und ein mit Schreib-ch und zwei Stühlen ausgestattetes Geschäftsbüreau imttleren Kaume, woselbst zugleich ein Magazin für Le-smittel, Verbandgegenstände, Wäsche, Kleidungsstücke,chirr u. s. w. etablirt und ein Arzneischrank mit dis-sirten Arzneimitteln aufgestellt war.

In den Württembergischen Spitalzügen hatte manen durchgängigen Salonwagen durch Vorhänge derDge nach in zwei Abtheilungen getheilt, deren eine demerpersonal als Schlafraum diente, und zu diesem ZweckeLuf dem Wagenboden aufgestellte Bahren beherbergte,sich von den Schlafstätten der Kranken nicht unter-reden. In der andern Abtheilung befand sich die Apo-ke, ein Toilettenkabinet mit Waschtisch, Spiegel undptetuhl, sowie das mit Tischen, Stühlen, einem Regal

den nöthigen Schreibmaterialien ausgestattete Bureau.

Hinsichtlich der Ausstattung der Apotheke auf denrttembergischen Zügen vergl. Beilage 80.

Wagen für das leitende und Pflegepersonal.

Auch bezüglich der Vorkehrungen für die Unter-ogung des leitenden und des Pflegepersonals herrschtene Uebereinstimmung zwischen den einzelnen Zügen.Wahrem! manche zu diesem Zwecke drei Wagen in An-

Iidi nahmen, entbehrten andere einer derartigen Einrich-5 gänzlich.| Den staatlichen Preussischen Sanitätszügen 1 bis IX1 für das ärztliche Oberpersonal ein eigener, aus einemphgängigen Personenwagen 1. und 2. Klasse herge-iteter Arztwagen beigegeben. Das Coupe' 1. Klasse,ches ein bequemes Schlafsopha und eine entsprechendeJrichtimg mit verschliessbarem Tisch, Schreibzeug > Spiegelk, blieb unverändert und war für den Chefarzt be-ut. Der erste Assistenzarzt erhielt ein Coupe 2. Klasse,reichem die Sitzbänke entfernt und durch einen Ofen

') Vergl. S. 271.

und eine Bettstelle ersetzt waren. Ein schmaler Raumzwischen den beiden Coupes enthielt Toilette und Abtritt.Zu der im Uebrigen zweckmässigen Einrichtung diesesWagens stand die mangelhafte Heizbarkeit desselben inum so unangenehmerem Gegensätze, als in den Kranken-wagen selbst während der grössten Kälte eine behaglicheWärme sich erzielen liess. Dass Tinte und andere Flüssig-keiten im Arztwagen einfroren, war kein seltenes Er-eigniss.

In denjenigen Zügen, welche von weiblichen Pflege-rinnen begleitet wurden (zwei Diakonissinnen pro Zug),richtete man für diese einen besonderen Wagen in ähn-licher Weise ein.

Das männliche Pflegepersonal brachte die Nächte inden Mittelgängen des Krankenwagens auf Matratzen zu.

Im Hannoverschen Zuge richtete sich das ärztlichePersonal in einem nicht durchgängigen Coupewagen2. Klasse ein, in welchem der Chefarzt ein durch einenOfen heizbar gemachtes Coupe bewohnte, während dieAssistenzärzte und der Verwalter sich in die übrigenCoupes theilten. Da letztere aber keine Oefen besassen, soblieb später nichts Anderes übrig, als einen Kranken-wagen für diesen Tbeil des Oberpersonals iu Anspruch zunehmen.

Die Weissenburger Lazarethzüge führten einen Arzt-wagen für das obere und einen zweiten Wagen für dasPflegepersonal mit sich.

Die betreffenden Wagen in dem Sanitätszuge desBerliner HilfsVereins entsprachen in ihrer Einrichtungden Preussischen Personenwagen.

In den Bayerischen Spitalzügen war ursprünglichein nicht durchgängiger Personenwagen 1. Klasse für dasärztliche Personal bestimmt; später wurde für dasselbe einKrankenwagen mit 3 Betten, Tisch, Lehnsessel, Schränkchen,Ofen etc. ausgestattet. (Vergl. Tafel XXVIII.) Das unterePflegepersonal wohnte in den einzelnen Krankenwagen.

Der Pfalz er Lazarethzug besass einen bequem ein-gerichteten Wagen für den Chefarzt und den ersten Assi-stenzarzt, einen zweiten Wagen für den zweiten Assistenz-arzt und zwei bis drei Vereinsdelegirte; auf der Plattformdieses Wagens war in einem Bretterverschläge mit Thürein Abtritt angebracht. Das untere Personal w r ohntein einem mit acht Betten, einem Esstisch und Feldstühlenausgestatteten Krankenwagen.

Da der Sächsische Sanitätszug bei seiner erstenFahrt den einzigen Arzt, welcher den Zug begleiten sollte,sowie das erforderliche Pflegepersonal erst aus den Feld-lazarethen und Sanitätsdetachements auf dem Kriegsschau-platze erhalten sollte, so hatte man von Hause aus be-sondere Vorsorge für die Unterkunft des Personals nichtgetroffen. So kam es, dass bei der Rückfahrt ein nichtganz gefüllter Krankenwagen das nöthige Obdach gewährenmusste. Bei den späteren Fahrten wurde ein Kranken-wagen für diesen Zweck reservirt.