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II. Abschnitt: Einrichtung und Ausstattung der Sanitätszüge. — Dienstbetrieb auf denselben.
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azarethzug, sowie die Züge des Herrn v. Hoenika und
L [Iattinger Zug ermangelten ursprünglich der Küchen-
Xgen. Die späterhin auf dem Kriegsschauplatze erschei-
eiuk'u, von Berlin, Hamburg, Köln und Mainz ausgesandten
Ige besassen mehr oder weniger vollkommene Küchen-
iniclitungen. Die Württembergischen Spitalzüge waren
011 vornherein mit vollkommenen Küchenwagen ausge-
.iri. welche sich von Anfang an bewährt und wesentlich
aZ u beigetragen haben, dass von dem System der Ver-
fle"ung durch die Etappen noch während des Krieges
tdgiltig abgegangen und die Selbstverpflegung der Sanitäts-
durch eigene Kücheneinrichtungen allgemein ange-
onimen wurde.
Zur Unterbringung der Küchen wurden in den Würt-eniljergisclien Spitalzügen gewöhnliche Personenwagen
Klasse — nach Entfernung der Sitze — verwendet.
ängs der einen Wagenseitenwand war ein eiserner An-
chtetiseh aufgestellt; unter demselben befand sich ein
rosser Holzbehälter, daneben ein eiserner Herd mit dem
«gehörigen Geschirr und ein Bratofen. Ein langer
chmaler Tisch an derselben Seite diente zum Speisen des
Zugpersonals. An der entgegengesetzten Wand stand ein
uoer schmaler Spültisch, an welchen sich eine grössere
nzahl von Schränken und Regalen zur Aufbewahrung
täglichen Bedarfs an Lebensmitteln, sowie zur Auf-
ellung der Ess- und Trinkgeschirre reihte. Ausserdem
efanden sich an den Wänden eine Menge von Vorrich-
ungen zum Aufhängen von Kochgeschirren, Deckeln,
öffeln u. s. w. Endlich enthielt die Küche einen grossen
Fasserbehälter in Form eines aufrecht stehenden, mit
Im und Trichter versehenen Fasses.') — Die Einrich-
og dieses Küchenwagens erwies sich, kleinere Mängel
gerechnet, als sehr brauchbar.
Bei den Preussischen Sanitätszügen befand sich die
ükhe in einem durchgängigen Personenwagen 4. Klasse
iX. Hannoverschen Sanitätszuge in einem nicht durch-ängigen Güterwagen) und war in entsprechender Weiseisgerüstet. (Vergl. Tafel XXV.) Der Herd (von derIrma Kaiser in Berlin geliefert), welcher zugleich einenpossen Behälter für warmes Wasser, einen durch Thürenersehliessbaren Wärmeschrank und einen Bratofen mitsonderer Feuerung in sich schloss, enthielt nur einenatz Ringe, war aber so eingerichtet, dass unter vollsterLusnutzung des Raumes die ganze, mit einer Galerie um-ebeue, gleichmässig erhitzte Platte mit Kochgeschirrenesetzt werden konnte. Das Rauchrohr mündete senkrecht
erhalb der Wagendecke. Zum Herd gehörte ein Behälterlit Holz und Kohlen. Geschirrregale mit abgepasstenüchern und Leisten zur Festhaltung des Geschirrs standen
beiden Seiten des Herdes, ein Anrichtetisch, einefage und ein Gewürzschränkchen an der gegenüber-
') JJits Verzeichnis« säinmtlicher Gegenstände siehe in Bei-ge 74.
liegenden Seite. Die unter dem Geschirr befindlichen20 verzinnten Kannen von vorgeschriebenem Raummaass— die 10 grösseren fassten je 12 Teller Suppe, die 10kleineren je 12 Tassen Kaffee bezw. Bouillon — haben sichpraktisch besonders nützlich erwiesen, ebenso die 20 Speise-bretter, auf denen die Speisen und Getränke für je einenKrankenwagen genügenden Platz fanden. Auf dem An-richtetisch Hessen sich 10 Speisebretter auf einmal mit denfür 10 Krankenwagen bestimmten Speisen beladen. Eserhielten auf diese Weise je fünf Wagen zu jeder Seiteder Küche gleichzeitig die ihnen zukommenden Speisen.Die Aufstellung des Spültisches im Küchenraume erschwertedie Reinlichkeit einigermaassen, wenngleich das Spülwasserdirekt nach aussen abfloss. Der Eiskasten hatte in zweck-mässiger Weise ausserhalb des Wagens auf einer PlattformAufstellung gefunden und bestand aus einem Holzkastenmit Zinkfütterung und Rosteinsatz; ein Abflussrohr führtedas Schmelzwasser ab und bildete gleichzeitig ein Wasser-ventil zur Abhaltung der Luft.
An Stelle der offenen Kochtöpfe, aus denen die Speisenwährend der Fahrt mitunter herausgeschleudert wurden,fanden späterhin geschlossene Papinsche Töpfe Verwendung.
Ueber das Kücheninventar giebt Beilage 75 näherenAufschluss.
Der Küchenwageu der Bayerischen SpitalzügeI bis IV (vergl. Tafel XXVI) war gleichfalls durchgängigund enthielt zwei eiserne Herde, von denen der kleinerezum Vorwärmen des Wassers, der grössere zur Bereitungder Speisen diente. Das Rauchrohr führte den Rauchlothrecht durch die Decke ab; den Wrasenabzug be-sorgte eine stellbare Klappe im Wagendache. Zur Kaffee-bereitung wurde ein besonderer Kochapparat mitgeführt.Die Tische des Küchenwagens konnten aufgeklappt und ander Wand befestigt werden, wodurch bei Nacht Raum fürdie aus Strohsäcken bestehenden Lagerstätten des Küchen-personals gewonnen wurde. Die übrige Küchenausrüstungwar in zweckmässiger und reichlicher Auswahl vorhandenund passend im Wagen verwahrt.
Der Pfälzer Lazarethzug verfügte über zweiKüchen wagen, von welchen der eine (Hauptküchen wagen)einen grossen Herd mit drei gesonderten Feuerstellen zurBereitung der Hauptmahlzeiten, der andere (Beikücheu-wagen) einen kleinen Herd zur Herstellung der Zwischen-mahlzeiten und zur Beschaffung von warmem Wasser ent-hielt, ausserdem als Spülküche, sowie als Aufbewahrungs-raum für den täglichen Bedarf an Lebensmitteln und alsSchlafraum für das Küchenpersonal diente. Auch befandsich im Beiküchenwagen ein Kleiderschrank für denKoch. Die sonstige Einrichtung und Ausrüstung derPfälzer Küchen wagen entsprach derjenigen der BayerischenSpitalzüge.
In allen übrigen Sanitätszügen waren die Küchen-einrichtungen, wo sie überhaupt bestanden, im Allgemeinendieselben, wie die bisher geschilderten.
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