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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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V. Kapitel: Sanitätezüge.

zwar, dass die Riemen oder Gummiringe immer leicht an-gespannt blieben.

Dieses sinnreich konstruirte schwebende Lagerungs-system hat sich vorzüglich bewähr! und deshalb auch inder Kriegs-Sanitäts-Ordnung vom 10. «Januar 1878 für dieHerstellung von Hilfslazarethzügen 1 ) Aufnahme ge-funden. Wenngleich die oben beschriebenen, vollkommen

Zeichnung 10. Aufhängung der Tragen nach Hamburger System(Querschnitt).

ausgerüsteten Krankenwagen, wie sie während des Kriegesseitens der Deutschen Staaten und Vereine hergestelltworden sind, ihrer ausgiebigeren Ausstattung und zweck-entsprechenderen Lagervorrichtungen ballier zweifellos den

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Zeichnung 11. Aufhängung der Tragen nach Hamburger System(Längsschnitt).

Vorzug vor diesen Improvisationen verdienen, so mussdoch betont werden, dass die Hamburger Wagen ihremZwecke vollkommen genügt haben. Dass solche Zügejederzeit an denjenigen Orten, wo das Bedürfnis« nachEvakuation sich besonders bemerklich macht, schnellzusammengestellt und überall dem rollenden Material derEisenbahnen angepasst werden können, muss als besondererVorzug dieser Methode anerkannt werden.

Krankenwagen der übrigen Sanitätszüge.

Die Krankenwagen der Lazarethzüge des

Herrn v. Hoenika enthielten je 4 bis 5 eiserne Betten

mit Spiralsprungfedern und vollkommener Bettausrüstung.

Die Wagen waren weder heizbar, noch durchgängig; im

!) Vergl. S. 270, Anmerkung 1.

Uebrigen ermöglichte ihre Ausstattung den Tivon Schwerverwnndeten und Schwerkranken auf ,jStrecken.

Die Krankenwagen des Sanitätszuges des BerlJH i 1 fs v e r e i n s waren durchgängige Personenwagen 4. |Jaus Norddeutschland. Die Lagerungsvorrichtuncr,sonstige Gerätheausrüstung derselben entsprachKrankenwagen der Preussischen staatlichen Sanität]No. I bis IX.

Die Krankenwagen des Mainzer Sanitätsziwaren nicht durchgängige Güterwagen mit je 8 Lagerpjund 8 gepolsterten Sitzplätzen. Ueber die EinrichtaJGenaueres nicht bekannt geworden.

Die Einrichtung der Krankenwagen des FrankfJSanitätszuges stimmte mit derjenigen des HannoreJSanitätszuges überein.

Der Kölner Sanitätszug umfasste theilagängige, theils nicht durchgängige Wagen und zwar Isonenwagen 2. Klasse mit Sitzplätzen für je 24 L|kranke, 8 Personenwagen, in welchen die Sitzbänke16 Matratzen nebst Zubehör ersetzt waren, und 1 ."> l'Iwagen mit je 8 Betten. Letztere ruhten auf seitwäldie Wagenwand eingeschraubten Konsolen. Als 1'm |für die Matratzen diente ein leichtes Gestell mit kJnen Spiralfedern. Die Heizung erfolgte durch Kolik)und Warmwasserkessel.

In den nicht durchgängigen Krankenwagen tkgltätszuges der Heinrichshütte bei Hatting«die Bettung einfach auf Matratzen ohne weitere!richtung statt.

B. Küchenwagen.

Wie die Ausrüstung der Krankenwagen bei dentätszügen im Verlaufe des Krieges mancherlei Walerfuhr, so hat sich auch diejenige der KüchenJerst während des Peldzugs allmälig entwickelt, glZüge ermangelten anfangs jeder Küchenausstattiiii{u. a. die ersten Bayerischen Spitalzüge und dievon Preussen auf den Kriegsschauplatz abgesandten 1komplexe. In Preussen ward erst den sogenannten \\\burger Lazarethzügen, welche von Mitte OktoberDezember auf dem Kriegsschauplatz umliefen, ein kjwagen beigegeben.

Der Sächsische Sanitätszug führte zwar in ein«sonderen Wagen einen Herd und eine kleine Küeb|rüstung mit sich, diese genügte aber höchstensBedürfnisse des Wartepersonals, so dass die Kraul)die mitgenommenen kalten Nahrungsmittel oder auf ipflegung durch die Etappen-Behörden angewiesen |Da diese Verpflegungsweise nicht immer eine zweck/sein konnte, so wurden späterhin (Februar 1871Zuge zwei Küchenwagen eingefügt. Auch der Bai