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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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V. Kapitel: Sanitätszüge.

laden der Kranken erfolgte durch die während der Fahrtfestgestellten breiten Seitenwandthüren, der Zutritt zu denWagen während der Fahrt nur durch die Stirnthüren, anderen äusseren Enden Tritte angebracht waren, welcheauf die oben erwähnten Klapptritte führten.

Krankenwagen des Sächsischen Sanitätszuges.

Der Sächsische Sanitätszug besass anfänglich an Kranken-wagen nur 8 nicht durchgängige Güterwagen für je achtKranke; später trat an die Stelle eines solchen Güter-wagens ein mit 10 Tragen ausgestatteter durchgängigerPersonenwagen 4. Klasse. Der Raum für die Krankenverminderte sich aber dadurch, dass ein eigener Wagenfür das Personal nicht mitgeführt wurde, letzteres daherin einem Krankenwagen untergebracht werden musste.In jedem Krankenwagen befanden sich acht Lagerstellen.Als solche dienten Tragen von etwas grösserer Breite alsdie Preussischen Feldtragen. Sie hingen zum Theil mitden Stangenenden in starken, mittels Lederriemen an derDecke befestigten Gummiringen, zum Theil ruhten sie aufQuerbäumen, welche in ebensolchen Gummiringen schwebten,in der Weise, dass sie mit den Füssen fest hingen, eineVorrichtung, welche das Herausnehmen der belastetenTrage aus dem Schwebegestell erschwerte. In den Güter-wagen hingen die 8 Tragen in zwei Etagen an den Lang-Seiten zu beiden Seiten der Schiebethüren wegen derKürze und geringen Höhe dieser Wagen räumlich sehr be-schränkt. Zur Befestigung der Kranken auf den Tragendienten die breiten, mit Backen versehenen, an den beidenLanghölzern der Trage befestigten Lederriemen, welche überdem Unterleib der auf der Trage Liegenden festgeschnalltwerden konnten.')

Die Ausstattung jeder Trage bestand in einer Matratze,einem Keilkissen, einem Leintuch und zwei wollenen Decken.Ausserdem enthielt jeder Krankenwagen einen Nachtstuhl,ein Uringlas, ein Steckbecken, einen Stuhl und eine Hand-laterne.

Die Heizung wurde nach Eintritt des Winters durcheinen cylindrischen Ofen aus Gusseisen bewirkt, der seineAufstellung an der einen Stirnwand des Wagens fand.Die Heizung sowohl wie die auf die vorhandenen Oeff-nungen (Gitterfenster und Thüren) angewiesene Ventilationund die Beleuchtung des Wagens durch Rüböllaternengenügten den Anforderungen nur unvollständig.

Die Lagervorrichtungen in dem vom Januar 1871 abraitgeführten Personenwagen 4. Klasse, sowie die Geräthe-ausstattung dieser Wagen war dieselbe, wie in den übrigenKrankenwagen des Sächsischen Sanitätszuges.

i) Ver<d. S. 2«.

Krankenwagen der Württembergischen 8t

züge.(Siehe Tafel XXII.)

Zu jedem Württembergischen Spitalzuge gehörtnLnach dem Durchgangssystem gebaute Krankenwagen fdenen 8, mit Lagerstellen ausgerüstet. 112 bis 128 Seiverwundete, 2 mit gepolsterten Sitzen versehene IV,.wagen 120 Leichtkranke und Rekonvaleszenten zu beUvermochten. In letzteren Wagen waren die FussbödeulRücklehnen mit wollenen Decken belegt.

Die Lagerstellen, deren in den erstgenanntenje 16 (an jeder Seitenwand 8) in 2 Etagen angeljwaren, bestanden aus einer mit Gurten netzartig ]spannten, tragbaren hölzernen Bahre zwei Langaus Eschenholz, zwei darüber geschobene, in I'ii-laufende massiv eichene Querhölzer und demliehen Bett: Matratze mit Kopfpolster und Leintuch!oder mehrere Kopfkissen von verschiedener FormGrösse, ein bis zwei wollene Decken, nach Bedarf Fldecken. Während die untere Schicht der Bahren Afestgenagelter kleiner Polster elastisch auf dem Mboden ruhte, hing die obere in hänfenen Gurten, tioben, schräg gegen die Wagenwand, dicht unter|Wagendach durch Schrauben und Plättchen befestigt,unten in Schleudern endigten und mit diesen die TJstangen umfassten. Zwischen Trage und WageJfestgenagelte kleine Polster sollten die seitliche« |schütterungen nach Möglichkeit brechen.

Hatte man anfangs einige Bedenken bezüglicllZuverlässigkeit dieses Systems der Suspension gehe«haben sich diese Befürchtungen durch die ErfahrnJunbegründet herausgestellt. Während der ganzen 1des Krieges ist nur in einem Falle ein Gurt schadlia'lworden. Vielfach rühmte man die ruhige LageninJKranken in diesen Tragen, besonders im Vergleich w|Aufhängung in Gummi- und Lederringen, wobei eslnicht an Stimmen fehlte, welche den Schutz gegeisenkrechten Stösse der Wagen für ungenügend erklJDie Heizung durch Steinkohlenöfen, die oben ein Wgefäss trugen, befriedigte im Ganzen, doch solklOefen hin und wieder geraucht haben, auch schwiajreinigen gewesen sein, weil ihr Rost nicht herausgen«werden konnte. Um die Wärmeabgabe an dieWände nach Möglichkeit zu verringern, hatte mzweckmässiger Weise die Innenwände bis zur halben 1mit Teppichen ausgeschlagen. Die Ventilation gesclisnatürlichem Wege mittels Oeffnen der Wagenfensterlder durch wollene, zurückschlagbare Decken verlalStirnthüren.

Die Beleuchtung war bei Tage durch dieWagenfenster genügend gewährleistet; bei Nacht en]sich die beiden Wagenlaternen an den StirnendeilWagen und die mitgeführten Handlaternen (nih älichten) als unzureichend.