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II. Abschnitt: Einrichtung und Ausstattung der Sanitätszüge. — Dienstbetrieb auf denselben.
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t geschaffen. Dieselbe ging vielmehr lediglich durch
. gewöhnlichen Wagenöffnungen von statten. Die Fenster
Q en dabei nicht in Betracht, denn sie waren festge-
tik und überdies in ihrem unteren Drittel mit einer ab-
hmbaren Verschalung bedeckt, welche in erster Linie
Eindringen kalter Luft verhindern sollte, andererseits
den Mahlzeiten als Tischbrett verwendet werden konnte.
Die Beleuchtung der in Krankenwagen umge-hauenen Güterwagen erfolgte bei Tage durch die Wagen-jen bei Nacht durch Handlaternen. In den durch-Ligen Wagen wurde die Beleuchtung bei Tage durchhalbverdeckte Wagenfenster, welches überdies nochgine verschiebbare Vorhänge besass, bei Nacht durch dieden Stirnwänden befindlichen Coupelaternen, sowie durchfcdlaternen bewerkstelligt.
Die sonstigen Ausstattungsgegenstände (TrinkbecherWassergefässe, Verbandzeug etc.) waren auf Bretterneinbracht, welche an den Stirnwänden der Wagench eiserne Träger festgehalten wurden. — Den Kranken-lern stand (ausser der schon erwähnten, als Unterlageden Strohsack zu verwendenden Verladerampe in denkterwagen) in den zu Krankenwagen umgebauten durch-porigen Personenwagen ein zusammenlegbarer FeldsesselVerfügung.
Für die Unterkunft der sitzend zu beförderndenkonvaleszenten, Leichtverwundeten und Leichtkranken,ke die Bayerische Kriegsverwaltung von der Schweizerdostbahn eine Anzahl durchgängiger, achträdriger Per-fcwagen 2. Klasse mit je 80 Sitzplätzen gemiethet.m> Wagen konnten aber, wie sich bald zeigte, nichtdie Dauer verwendet werden, weil sie sowohl zu langreu, so dass sie beim Fassiren von schmalen TunnelsI. bei Sedan) Beschädigungen erlitten, als auch einerosse Breite besassen und deshalb auf stark gekrümmtenJen, wie bei der Umgehungsbahn von Nanteuil, nicht■rts gebracht werden konnten. Da sich aber einei(K geeignetes, durchgängiges Wagenmaterial nicht be-affen liess, so blieb nichts übrig, als für diesen TheilZuges auf das Durchgangssystem zu verzichten undder auf die nicht durchgängigen Bayerischen Coupe"-en 2. und 3. Klasse zurückzugreifen. Für ihren be-deren Zweck bedurften diese Wagen keiner Abänderung,»gegen erwies sich eine bei den Bayerischen Spital-en getroffene und diesen eigenthümliche Einrichtung alszweckmässig, nämlich das Mitführen von Güter-jen, die mit Strohsäcken und Matratzen belegtJen, um solchen Rekonvaleszenten, geschwächten Leicht-kken und -Verwundeten, die eine länger dauernde Fahrten Sitzwagen nicht ertrugen, bei Nacht oder auch beials Unterkunft zu dienen. Diese — nicht durch-[lgen — Güterwagen wurden durch Oefen geheizt.< weitere Gerätheausstattung derselben erwies sich nichtnotüwendig-.
Die Krankenwagen des Pfälzer Lazarethzuges(siehe Tafel XXIV)waren Güterwagen, deren Federung eine Umänderung erfahrenhatte. Da die Konstruktion der Federn auf eine Belastungvon 50 Centnern eingerichtet war, so erschien dieselbe fürdie Krankenbeförderung, bei welcher die Durchschnitts-belastung nur 20 Centner beträgt, als zu hart; es wurdedeshalb ein Theil der Federblätter nach der Angabe vonBrockmann (in Stuttgart) herausgenommen und wirkungs-unfähig wieder eingesetzt, d. h. todtgelegt, — ein Verfahren,welches sich als leicht und rasch ausführbar und vom bestenEinfluss auf die Lagerungsverhältnisse der Beförderten er-wiesen hat. Ausserdem wurden die Wagen durch Ein-setzung einer 90 cm breiten doppelflügeligen Thür an denbeiden Stirnenden und durch Vorlegen von klappleisten,welche sich mittels Stützen auf die Pufferhülsen auflegten,durchgängig gemacht.
Für die Lagerung der Kranken wurden Bahren ver-wendet, die aus einem Gestell von zwei runden Langhölzernund zwei darüber gestellten, mit kurzen Füssen versehenenkürzeren Querhölzern bestanden. Ueber dieses Gestell,das eine Länge von 195 cm und eine Breite von 65 cm be-sass, war ein starkes Segeltuch ausgespannt, welches dieMatratze und die übrigen Betttheile trug. Am Kopfendeder Trage befand sich ein um 8 cm erhöhtes Kopfgestell.— Diese Lagerstätten bildeten an den beiden Langseitendes Wagens zwei Etagen in <h*v Weise, dass die untereSchicht auf kleinen Polsterkissen ruhte, während die oberein kleinen, 7— 8 cm breiten Hanfgurten hing. Die Hanf-gurte waren durch Plättchen und Schrauben an denSpriegeln des Wagendachs befestigt; ihre unteren Endenliefen in festgenähte Schlaufen aus, welche über die Hand-griffe der Bahren geschoben wurden. Zur Altschwächungder Wagenstösse dienten an den oberen Bahren zwischenderen Längsstangen und der Wagenseiten wand, sowiezwischen den Stangenenden und der Wagenstirnwand be-festigte kleine Polsterkissen. Die unteren Bahren wurdendurch je zwei an der Längswand eingeschraubte Hakenfestgestellt. — Jeder Krankenwagen enthielt 8 Lagerstellenin zwei Schichten zu vier Bahren. Auf jeden Krankenkam ein Luftraum von 3,6 cbm.
Die Heizung der Wagen wurde durch kleine eiserneOefen bewirkt. Die Beleuchtung erfolgte durch Einsetzenvon Glasfenstern in die durch Haken festgestellten Schiebe-thüren an den Wagenseitenwänden; bei Nacht waren Hand-laternen mit Stearinkerzen in Gebrauch. Die Lüftungwurde theils durch die vorhandenen, mittels stellbarerhölzerner Schieber beliebig verschliessbarer Luftöffnungenin den Wänden nahe den Ecken, theils durch die Stirn-thüren bewerkstelligt, die nach innen noch einen verschieb-baren Vorhang von Segeltuch besassen. — Zur weiterenAusrüstung gehörten ein Nachtstuhl und eine gepolsterteBank für den Krankenwärter, dem für die Nacht überdieseine Matratze zur Verfügung stand. — Das Ein- und Aus-