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II. Abschnitt: Einrichtung und Ausstattung der Sanitätszüge. — Dienstbetrieb auf denselben.
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e durch Ansatzstücke um 20 cm vergrössert werden.\ e < war besonders bei Verwundeten mit Brüchen derLren Gliedmaassen nothwendig. Einer muldenförmigennghöhlung der Matratzen, in Folge längeren Belegtseins,,de durch Nachziehen der Quergurte an der Trage, beireichendem Raum durch Auflegen einer zweiten Matratzegeholfen. Zur Abschwächung der seitlichen Stösse desaeens dienten an den Wagenwänden in der Höhe derragen angebrachte Polster.
Bezüglich der Befestigungsart der Lagerstätten hatteL Preussische Kriegsministerium sieh für das Aufhänge-ystem entschieden.
Zu diesem Zwecke wurden über die Enden der Trag-Lngen Lederschlaufen geschoben; diese ruhten in starken,den Haken der Wagenstiele aufgehängten Gummi-iren (Tafel XVIII, Figur 5). Waren letztere auch sehrteignet, die Erschütterungen und Stösse des Wagens ab-schwächen, so stellten sich bei ihrer längeren Verwen-ig doch manche Uebelstände heraus, die namentlich aufer ungleichen Elasticität und auf dem Brüchigwerden desmmnis beruhten. Bei Kälte waren diese Ringe spröde,,d wenig dehnbar, bei Wärme dagegen gaben sie demstark nach, so dass sich die belasteten Tragen be-utend senkten. Ausserdem erwies sich das Material derge nicht durchweg gleichmässig, so dass einzelne Ringeh stärker ausdehnten als andere, die Tragen daherund wieder schief hingen. Auch zeigten die Gummi-ige da, wo die Haken und die Lederschlaufen in die-u eingriffen, häufig schwache Stellen, so dass sie be-udig revidirt werden mussten, wenn anders verhindertden sollte, dass durch plötzliches Reissen der Ringein den Tragen befindlichen Kranken (und unter Um-,nden auch die in der unteren Schicht Liegenden) ge-rdet würden. Gegen derartige Unfälle sah man sichfcderholt genöthigt, unterhalb der Tragen von den Mittel-'eilern nach der Wagenwand zu verlaufende Eisenstangenizulningen, um event. die Trage im Stürzen aufzufangen,in dieser Hinsicht mit den Gummiringen — welcherdies beim Aushängen der Tragen leicht verloren gingen«machten Erfahrungen lauteten zwar nicht überein-mend, gaben aber doch Anlass, auf andere elastischeparate zum Aufhängen der Tragen zu sinnen und dierankenwagen demnächst mit zwei Arten von Metallfedern»zustatten:
1) cylindrisch geflogenen Federn aus Metall-draht,
2) Evoluten federn aus Stahlblech nach Art derPufferfedern (vergl. Tafel XVIII, Fig. 4).
Wahrend erstere wegen ihrer ungleichmässigenderkraft und weil sie eine grosse, dauernde Belastungiht ertrugen, sich bald als unbrauchbar erwiesen, habenh die Evolutenfedern vorzüglich bewährt, sowohl hin-htlich ihrer soliden Konstruktion, als auch hinsichtlichi Grades ihrer Elastizität, in Folge deren die Schwer-
verwundeten bei dieser Suspensionsmethode von den loth-rechten und seitlichen Erschütterungen und Schwankungendes Wagens fast gar nichts empfanden.
Diese Federn waren in der Weise konstruirt, dasseine jede derselben durch eine Belastung von 100 Pfundgänzlich zusammengedrückt wurde; ein Hinderniss an derFührung der Druckplatte liess bei stärkerer Belastung eineweitere Durchbiegung nicht zu Stande kommen und machtegleichzeitig bei etwaigem Bruch der Feder ein Herab-stürzen der Trage unmöglich.
Die in Evolutenfedern aufgehängten Tragen hingenzwischen Stielen und Seitenwänden in zwei Etagen miteinem Abstand von 90 cm zwischen der oberen und unterenTrage. Anfänglich befanden sich in jedem Krankenwagen12 solcher Tragen (an jeder Wagenlangseite je drei Paar).Als später bei zunehmender Kälte die Wagen heizbar ge-macht werden mussten, liess man die beiden mittlerenTragen an der einen Wagenwand ausfallen, um Raum fürdie Aufstellung des Ofens zu gewinnen.
Bei der Wahl des Heizsystems kam, neben demErforderniss einer möglichst ausgiebigen und gleichmässigenErwärmung der Wagen, die Rücksicht auf die Verwend-barkeit von solchem Heizmaterial, welches auch in Feindes-land aufzutreiben war, wesentlich mit in Betracht, ebensodie Rücksicht darauf, dass die Heizung dem Wärterpersonalkeine erheblichen Schwierigkeiten bereiten durfte. Amgeeignetsten für diese Zwecke erschienen einfache Oefenaus Eisenblech mit Chamottefütterung, für Steinkohlen ein-gerichtet, 4*/a Fuss hoch, mit einem Durchmesser von12 Zoll. Diese an der Mitte der einen Läugswand desWagens auf Blechplatten aufgestellten Oefen zeigten sichnur selten durch starke Erschütterungen in ihrem Lagergelockert; zu erheblichen Störungen kam es hierbei nicht.Vom Ofen erhob sich senkrecht die aufschiebbare Ofen-röhre, welche über der Wagendecke mündete. Das Zurück-schlagen des Rauches verhinderte eine über dem Rohr ange-brachte bewegliche Glocke (eine Art Schornsteinhelm).Die Wagendecke selbst hatte man durch einen isolirendenLuftraum und einen mit Asche gefüllten Blechkasten gegenFeuersgefahr geschützt. Da die Reinigung der RauchrohreSchwierigkeiten verursachte, so wurden durch Verfügungvom 5. Januar 1871 jedem Sanitätszuge zwei Rauchköpfezum Wechseln überwiesen. Um beständig einen massi-gen Feuchtigkeitsgehalt der Innenluft des Wagens zu er-halten, zugleich um stets warmes Wasser für Verband- undReinigungszwecke vorräthig zu haben, wurden auf denOefen Wassergefässe mit nach innen einspringenden Rän-dern aufgestellt. In jedem Krankenwagen befand sich einThermometer.
Wenn es bei dieser Heizvorrichtung auch nicht gelang,die Krankenwagen beständig gleichmässig warm zu er-halten, da die Luftschicht in der Nähe der Wände und derFenster, an der Windseite und bei stark bewegter Aussen-luft stets niedriger temperirt blieb, als die Mitte,
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