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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Seite
257
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Band

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sen wäre. Etatsmässig bese Badische Feldlazarette alte. Dazu 47 Sektionen LazarA'eldlazarethen gleichgestellt inber 1870 ah) zu, da 2 Bayerkt

die 4. Reserve-Division erstStärke erreichte. (Vergl. S.33)

-Anstalten): am 1. August 3, uHerbei sind diejenige]:>r durchschnittli: h;ablirt gewesenen Lazarethe«

hen die 6 Kavallerie-Divisio»

Dieselben können sich mit &benen Bestände (minus Ahgii

r Theil derselben ohne Ml

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II. Abschnitt: Ausführung der Krankenzerstvcnnng. Schlussbetrachtung.

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hindurch weit mehr als 200 Mann in einein Lazarethbehandelt worden sind. Es ergiebt sich daraus, dassim Allgemeinen die etablirten Lazarethe, deren Zahlnach Obigem (süb 2) nicht füglich vermehrt werdenkonnte, während der eigentlichen Kriegsperiode keinenwesentlich höheren Bestand zu verpflegen vermochten,als sie thatsäehlich verpflegt haben.

4) Die Zahl der durchschnittlich in jedem Monat etablirtgewesenen Lazarethe steigt im Allgemeinen annäherndproportional dem wachsenden Durchschnittsbeständean Lazarethkranken überhaupt. Dass der Novembertrotz vermehrten Bestandes an Lazarethkranken über-haupt keine Zunahme der etablirten Lazarethe auf-weist, hängt mit den Heeresbewegungen nach demFalle von Metz zusammen, welche eine Entleerung derum Metz thätigen Lazarethe und Heranziehung der-selben nach dem südwestlichen bezw. nördlichen Kriegs-schauplatz nothwendig machten.') Auch das Maximumder etablirten Lazarethe fällt nicht vollständig zusammenmit dein höchsten Bestände an Lazarethkranken über-haiipt(Bezember), sondern in den Monat des zweithöchstenBestandes (Januar), weil dieser zugleich aus anderenGründen (vergl. snb 6) der Monat der geringstenEvakuation ist.

5) Die absoluten Zahlen des durchschnittlichen Bestandesin den Lazarethen auf dem Kriegsschauplatz (Spalte 11)bewegen sich in derselben Weise wie die Zahlen dermonatlich etablirten Lazarethe, sind daher den Zahlendes Durchschnittsbestandes an Lazarethkranken über-haupt annähernd proportional mit den sub 4 erwähntenAusnahmen.

6) Die relativen Zahlen des durchschnittlichen Bestandesin den Lazarethen auf dem Kriegsschauplatz, d. h. dasVerliältniss des wirklichen Bestandes zu dem möglichen(Spalte 12 und 13), stehen in einem komplizirten Ver-liältniss einerseits zu dem Bestände an Lazarethkrankenüberhaupt, andererseits zur Zahl der etablirten Lazarethe,endlich zu den Evakuations-Bedingungen. Nur diebeiden erstgenannten Faktoren weisen in den einzelnenMonaten ein im Wesentlichen analoges Verhalten auf(vergl. sub 4), während die monatliche Zahl der Eva-kuirten durch allerlei äussere Umstände abweichendbeeinflusst wird. Das Maximum der Evakuationen liegtim August, theils weil die blutigsten Schlachten indiesem Monat geschlagen wurden, nicht minder aberwegen der Nähe dieser Schlachtfelder an den heimath-lichen Grenzen. Nach einer noch immer ausgedehntenEvakuation im September sinkt letztere im Oktober(sowohl absolut als namentlich im Verliältniss zu dembereits hohen Bestände an Lazarethkranken überhaupt)hauptsächlich in Folge der vor Metz ergangenen, dieEvakuation beschränkenden Bestimmungen, 2 ) während

') Vergl. S. 128, 192 und 203.2 ) Vergl. S. 236.

Sanitäts-Bericht über die Deutschen Ileore 1870/71.

ein anderer grosser Theil der Feld-Armee bereits weilin das Innere Frankreichs (bis Paris) vorgedrungenist, daher dessen Kranke schon im Oktober zum Theilnicht mehr die Grenze passiren, sondern auf die inder Champagne und in Elsass-Lothringen bestehendenstabileren Lazareth-Einrichtungen vertheilt werden. 1 )Der Fall von Metz bedingt im November wieder eineetwas verstärkte Evakuation. Letzterer entsprechendsinkt in diesem Monat, da die Zahl der etablirtenLazarethe fast absolut die gleiche bleibt, der relativeBestand in den Lazarethen auf dem Kriegsschauplatz.Derselbe nimmt im Dezember in Folge Vermehrungder etablirten Lazarethe weiter ab, trotz wachsenderZahl des Bestandes an Lazarethkranken überhaupt undobwohl die Evakuationen bei zunehmender Entfernungder Heere von den heimathlichen Grenzen und mitdem Vorrücken der Jahreszeit sich mindern. Zur Zeitdes Minimums der Evakuation, dessen Lage im Januarsowohl durch die Jahreszeit als durch die Entfernungder Heere von den Grenzen bedingt wird, lässt diegrosse Zahl auf dem Kriegsschauplatz etablirter Laza-rethe den relativen Bestand in letzteren trotz des nochimmer hohen Bestandes an Lazarethkranken überhauptnur wenig über das Mittel der Kriegsmonate hinausgehen.Die Betrachtung der Ziffern in Tabelle 1 ruft dem-nach den Eindruck hervor, dass im Allgemeinen nicht mehrevakuirt worden sei, als mit Rücksicht auf die Leistungs-fähigkeit der mobilen Sanitäts-Anstalten evakuirt werdenmusste, wenn den Zurückbleibenden wahrhaft ausreichenderBeistand gesichert werden sollte. Eine Ausnahme scheinendie Zustände im August zu machen, welcher Monat durch-schnittlich nur wenig etablirte Lazarethe und in dieseneinen geringen Durchschnitts-Bestand aufweist. Die eigen-artigen Verhältnisse dieses schlachtenreichsten Monats ver-langen eine besondere Erörterung.

Es versteht sich von selbst, dass das Evakuations-Bedürfniss in erster Linie nicht von dem Durchschnitts-bestande eines ganzen Monats, auch nicht von der Höhedes Zugangs an sich während einer solchen verhältniss-mässig langen Periode abhängt, sondern von der Plötzlich-keit eines Massen-Andranges, wie solcher unter Umständendurch rasch um sich greifende Epidemien, vor Allem aberdurch traumatische Epidemien, d. h. durch grosse Schlachten,bedingt wird. Der Umstand, dass im August 1870 inner-halb 12 Tagen 5 grosse Schlachten (mit einem Gesammt-verlust von 56 393 Mann auf Deutscher Seite) geschlagenwurden, weist diesem Monat nicht bloss in der militärischen,sondern auch in der Sanitätsgeschichte der Feldzüge einedurchaus eigenartige Stellung an. Während daher für dieübrigen Monate eine Rechnung mit Durchschnittszahlen,wenn sie auch eine Ergänzung durch Betrachtung einzelnerbestimmter Momente erfordert, nicht nur zulässig ist,

i) Vergl. S. 244.

I. Bd.

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