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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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Band I.

IX. Abschnitt: Südwestlicher Kriegsschauplatz.

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Tks Lazareth behandelte in Summa 431 Kranke, darunter"Ofi Verwundete. Am 9. März 1871 wurde es aufgelöst.

Das 5- Feldlazareth III. Armeekorps übernahm am 7. Ja-r ZUD ächst die Sorge für die im Lyceum und im Hospice] e ^ m ilitaire untergebrachten Deutschen Verwundeten undKranken. Die hygienischen Verhältnisse des Hospice warenw hr o-ünstige. Nach Vereinbarung mit der Verwaltung desselbenwurden dem Feldlazareth drei grosse Säle zur ausschliesslichenPeiiutzung überwiesen. Minder günstig erwiesen sich diehygienischen Verhältnisse des Lyceums, neben welchem vorüber-gehend auch noch einzelne Privatgebäude in Benutzung gezogen«rden niussten. In Summa behandelte das Lazareth 559 Mann(darunter 358 Verwundete), von denen es 32 bei seiner Auflösungin 17. März der Mairie zu Vendöme übergab. Die Verpflegungwar in der ersten Zeit wie bei dem 4. Feldlazareth X. Armee-korps erschwert, doch lieferten später die Deutschen Behördenin Orleans Lebensmittel in ausreichender Menge ; die Verhält-nisse besserten sich noch mehr, als in Vendome selbst ein Depoterrichtet ward.

Bei der Armee-Abtheilung Seiner Königlichen Hoheitdes Grossherzogs von Mecklenburg-Schwerin war es am6, Januar bei La Fourche 1 ) gleichfalls zum Kampfe ge-kommen (44. Infanterie-Brigade und 4. Kavallerie-Division).Die Verwundeten wurden am Gefechtstage seitens desI. Sanitätsdetachements XL Armeekorps in dem OertclienLa Hmil bei La Fourche untergebracht und gingen amfolgenden Tage in die Behandlung des 9. FeldlazarethsXL Armeekorps über. Die hygienischen Verhältnisse vonLa Huril waren indessen so traurige, dass am 9. Januaralle leichtverwundeten Deutschen und Franzosen nachChartres, die schwerverwundeten Franzosen nach Nogentle Rotrou evakuirt, und am 10. Januar die 20 verbliebenensclrwerverwundeteii Deutschen in die sehr günstigenhygienischen Verhältnisse des von dem Besitzer bereit-willigst zur Verfügung gestellten Schlosses La Vignardiereübergeführt wurden.

Das Lazareth behandelte hier einschliesslich der vor-genannten 20 in Summa 81 Verwundete. Am 21. Januarbeendete esseine Thätigkeit in La Vignardiere. Vom 15. Januarab war der Dienst daselbst nur von einer Sektion versehenworden, die andere war nach Nogent le Rotrou gerückt und hattedort den ärztlichen Dienst im Hospice bis zum 21. Januarübernommen.

In den Gefechten am 7. Januar bei Epuisay und Sargebezw. Villechauve-Villeporcher 2 ) widmeten sich das 3. Sani-tat-dctachement IX. und das 3. Sanitätsdetachement I. Ai'inee-korps der A'erwundetenpflege. Ersteres nahm die Ver-wundeten mit sich nach Epuisay, letzteres evakuirte die-selben nach Vendöme.

Von Feldlazarethen wurde während des Vormarschesauf Le Maus westlich Orleans am 9. Januar die 1. Sektiondes 8. Feldlazareths XIII. Armeekorps zu La Ferte-pernard in einem Fabrikgebäude etablirt. Als durch dieKampfe bei Le Mans auch dem eben genannten Feldlazarethzahlreiche Verwundete zugingen, wurden ausserdem das

') Vergl. Geueralstabswerk II, S. 792 ff.2 ) Vergl. Generalstabswerk II, S. 813 ff.

Hospice, eine Primärschule, das Presbytere und das MaisonRichard für Lazarethzwecke eingerichtet. Abgesehen vondenjenigen Verwundeten und Kranken, welche alsbald nachChartres entlassen wurden, nahm das Lazareth in La Ferte"-Bernard 221 Mann auf, darunter 112 Verwundete. Am25. Februar wurde es aufgelöst.

Das Gefecht bei Ardenay 1 ) am 9. Januar veranlasstedie Etablirung des 2. Sanitätsdetachements und des 12. Feld-lazareths III. Armeekorps in Le Breil. Das Lazareth be-legte neben der Schule und dem Kloster zwölf Privat-gebäude und behandelte daselbst 256 Mann (u. a. 212 Ver-wundete). Am 22. Februar wurde Le Breil als Lazarethaufgegeben.

In der dreitägigen Schlacht vor Le Mans 2 ) vom 10.bis 12. Januar gelangten am ersten Gefechtstage vornehmlichdas 1. Sanitätsdetachement III. Armeekorps bei Parignel'Eveque und das 2. Sanitätsdetachement XL Armeekorpsbei Ckateau Bröteau zur Wirksamkeit. Für die Verwundetendieses Tages ward im Laufe der Schlacht seitens desIII. Armeekorps das 1. Feldlazareth in Parigne l'Eveque,seitens des XL Armeekorps das 7. in Chäteau Bre"teau undseitens des XIII. Armeekorps die 2. Sektion des 8. Feld-lazareths in Connerre etablirt; am nächsten Tage trat anletzterem Orte auch das 9. Feldlazareth XIII. Armeekorpsin Thätigkeit.

Das 1. Feldlazareth III. Armeekorps übernahm in Parignel'Eveque zunächst 121 Verwundete von dem 1. SanitätsdetachementIII. Armeekorps, deren Zahl durch die Gefechte der nächstenTage auf 318 anwuchs. Die äusseren Verhältnisse, unter denendas Lazareth Hilfe leistete, waren äusserst ungünstige; es fehltesowohl an geeigneten Lazareth-Räumlichkeiten, als an Lagerungs-Vorrichtungen; die Verpflegung war erschwert, die Stimmungder Bevölkerung eine feindliche, so dass zum Schutze des Laza-reths eine Eskadron des Hannoverschen Dragoner - RegimentsNo. 9 nach Parigne l'Eveque verlegt werden musste. DasLazareth beendete hier seine Thätigkeit am 20. Februar.

Das 7. Feldlazareth XL Armeekorps erhielt am 10. JanuarBefehl, die von dem 2. Sanitätsdetachement XL Armeekorps imSchlosse Breteau untergebrachten Verwundeten zu übernehmen.Mit Rücksicht auf die in den nächsten Tagen zu erwartendenweiteren Kämpfe führte jedoch das Sanitätsdetachement seineVerwundeten alsbald nach dem Dorfe Mezieres über; von hieraus wurden dieselben durch das 7. Feldlazareth am 11. Januarnach La Ferte-Bernard gebracht. Inzwischen hatten die Kämpfedes 11. Januar Schloss Breteau aufs Neue mit Verwundeten ge-füllt. In Folge dessen gelangte das 7. Feldlazareth XL Armee-korps am Abend des 11. Januar erneut zur Thätigkeit. Esnahm in Breteau in Summa 1G4 Verwundete auf. Seit dem15. Januar, an welchem Tage der Bestand auf 31 gesunken war,versah nur die 2. Sektion den Dienst. Die hygienische Be-

i) Vergl. Generalstabswerk II, S. 832 ff.

2 ) Vergl. Generalstabswerk II, S. 845 ff. Die Verluste betrugennach Anlage 122:

todt.....39 Offiziere, 518 Mann,

verwundet ... 88 , 1383 ,

vermisst . . 4 ______ 132 ,

131 Offiziere, 2033 Mann.