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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetaehements, Feld- etc. Lazarethe.
nächsten Krankenzuges in Lazarethbehandlung aufgenommenwurden, hat das 9. Feldlazareth III. Armeekorps in Orleans2140 Kranke behandelt und zwar 1694 Deutsche und 446 Fran-zosen. Bei seiner Auflösung am 13. März übergab es 26 Nicht-transportable dem Hotel Dieu.
Das 6. Grossherzoglich Hessische Feldlazareth, seit dem20. Dezember in Orleans, erhielt zunächst den Justizpalastüberwiesen, übernahm jedoch später auch die Gendarmerie-Kaserne, das Gefängniss und die Kirche St. Pierre. In Summabehandelte das Lazareth in Orleans 733 Kranke. Am 5. Märzwurde es aufgelöst.
Das 2. Grossherzoglich Hessische Feldlazareth gelangte am11. Januar in Orleans durch theilweise Ablösung des10. Bayerischen Feldspitals zur Etablirung. Das Lazareth be-nutzte zwei grössere Privathäuser und die Ecole de dessin, indenen es in Summa 283 Kranke aufnahm. Es beendete seineThätigkeit in Orleans am 20. Februar.
Nach der Wiedereinnähme von Orleans kam es zunächstbei der Armee-Abtheilung Seiner Königlichen Hoheit desGrossherzogs von Mecklenburg-Schwerin zu ernsteren Zu-sammenstössen mit dem Gegner. 1 )
Truppen der 17. Infanterie- und 2. Kavallerie-Division,sowie der 1. Bayerischen Infanterie-Brigade wurden am7. Dezember in das Gefecht bei Meung, südwestlich Orleans,verwickelt. Nach der Besetzung von Meung errichtete das'2. Sanitätsdetachement IX. Armeekorps daselbst in einemgrösseren Privathause einen Verbandplatz, welcher am Abenddes 7. Dezember von dem 1. Feldlazareth XIII. Armee-korps, das sich in Meung etablirte, übernommen wurde.
Der zur 1. Bayerischen Infanterie-Brigade gehörigeZug der 1. Sanitäts-Kompagnie hatte vom Beginn desGefechts an die Verwundeten gesammelt und vorläufignach Le Monts gebracht, bis die Kompagnie in der FermeLa Bourie (westlich Meung), in deren Nähe die meistenVerwundungen stattgefunden hatten, den Verbandplatzeinrichtete, auf welchen 60 Mann, zum grössten Theil Schwer-verwundete, übergeführt wurden. Jener Zug begab sichhierauf in den Weiler Petit Chatre, wo derselbe einebeträchtliche Anzahl verwundeter Franzosen ohne jeglicheHilfe antraf. Nach Einbruch der Nacht kam vom Divisions-Kommando die Weisung, den Hauptverbandplatz in LaBourie, als zu nahe der Vorpostenlinie gelegen, zu räumen;es wurden demzufolge sämmtliche Verwundeten, mit denentsprechenden Verbänden versehen, theils auf Bauern-fuhrwerke, theils in die Wagen der Kompagnie verladenund mit ihnen der Rückmarsch angetreten, dem sich auchder detachirte Zug anschloss. Da alle Ortschaften in derNähe mit Truppen eng belegt, auch die Preussischen Feld-lazarethe in Meung bereits überfüllt waren, setzte dieKompagnie ihren Weg nördlich nach La Challerie fort,wo, wie man wusste, ein zur Unterbringung der Ver-wundeten sehr geeignetes Schloss sich befand. In diesem
') Generalstabswerk II, S. 640.
wurde unter sehr günstigen Verhältnissen übernachtetfür die Verwundeten gekocht, welche man am folgeMorgen nach Orleans beförderte, worauf die Kompaujiihre Division Avieder aufsuchte.
In Folge des Gefechts bei Meung richtete sicht. Feldlazareth XIII. Armeekorps am 7. Dezember in lleirselbst und einem nahen Schlosse ein, nahm 411 i{ ai Jdarunter 310 Verwundete auf und übergab am 21. DezemU148 dem ablösenden Lazareth-Reservepersonal XIII. Armee.korps.
Aus gleichem Anlasse errichtete das Aufnahins-FeH-spital No. 111. Bayerischen Armeekorps am 11. Dezembetein Lazareth in Meung.
Ausser der Mairie, dem Schulhause und einem Kaffeehimussten gegen 20 Privathäuser, mit kleinen Zimmern, bewerden. Aufgenommen wurden, ausser wenigen innerlichKranken, 318 Verwundete. Das Spital beendigte daselbst seinWirken am 8. Januar 1871, an welchem Tage die letzten fünf
nichttransportablenVerwundeten Preussischem Lazareth-Resene-personal übergeben wurden.
Schlacht bei Beaugency—Cravant am 8., 9,und 10. Dezember 1870.
Neue Kämpfe und neue beträchtliche Verluste brachteidie Tage des 8., 9. und 10. Dezember.
Unter den Verwundeten der Schlacht bei Beangencv-Cravant') befanden sich ungewöhnlich viele schwere Verletzungen durch grobes Geschoss. Die starke Kälte toi—10 bis 12° B. und der Mangel an Unterkunftsräumaerschwerten den Sanitätsdienst ungemein. Nicht wenige Yiwundete, welche nicht rasch genug unter Dach und Fagebracht werden konnten, erlitten Frostschäden höhereoder geringeren Grades.
Den Mittelpunkt für die ärztliche Thätigkeit aiBayerischer Seite bildeten, seitdem der Kampf bei Beaumabegonnen, die Weiler Grand und Petit Chatre. In Iersteren hatte die 4. Sanitäts-Kompagnie ihren HaupVerbandplatz eingerichtet, während das benachbarteChatre von einem Zuge der 1. Sanitäts-Kompagniegenommen ward.
Hier befanden sich noch eine Anzahl verwundet*Franzosen; bald aber mussten alle verfügbaren Bäumlkikeiten mit neu ankommenden Verwundeten belegt ward«welche soviel als möglich nach Le Monts geleitet wun
Dort war der andere Theil der 1. Sanitäts-Kompagiverblieben und hatte von neuem den Hauptverbandplaieingerichtet.
Auf dem Verbandplatze in Grand Chatre, woselauch die Mehrzahl der Truppenärzte sich eingefundenherrschte insbesondere am Nachmittage bei grossem Audi»von Verwundeten eine rege Thätigkeit.
Vergl. Generalstabswerk II, 8. 648 ff.
7» Sanitats-Bericht
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2B ■ Zeichen Erkluri,siehe Skti.ie 1