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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetackements, Feld- etc. Lazarethe.

Band I,

Gefechte im November. Schlacht bei Beaunela Rolande am 28. November 1870.

Mit den grösseren Gefechten'), welche seit dem7. November bei den Bayern, seit dem 18. November bei derArmee -Abtheilung Sr. Königi. Hoheit des Grossherzogsvon Mecklenburg-Schwerin 2 ) und seit dem 24. Novemberbei der II. Armee 3 ) stattfanden, traten auch die Sanitäts-detachements der betreffenden Armeekorps aufs Neue inWirksamkeit.

Während einer von der 2. Preussischen Kavallerie-Division Stolberg unter Mitwirkung Bayerischer Infanterieausgeführten Rekognoszirung, welche das Gefecht am Waldevon Marche'noir am 7. November zur Folge hatte, errichteteein Bayerischer Bataillonsarzt zwischen Valliere undMarolles hinter der Gefechtslinie auf freiem Felde einenNothverbandplatz, aufweichen 3540 Verwundete gelangten.Diese wurden nach Beendigung des Gefechts auf Fuhr-werken nach Bonneville geschafft, hier in der Nacht vonder 4. Sanitäts-Kompagnie I. Bayerischen Korps abgeholtund nach Orleans gebracht. Leider war es bei der sehrausgedehnten Gefechtslinie auf einem vollkommen offenenund der überlegenen Feuerwirkung des Gegners überallausgesetzten Terrain nicht möglich gewesen, alle Ver-wundeten auf den Hilfsplatz zu schaffen, daher die Mehrzahlderselben in Gefangenschaft gerieth.

Am Tage des Treffens bei Coulmiers 4 ) am 9. November1870 marschirten auf der Strasse OrmesCoulmiers, welchedas Schlachtfeld von Coulmiers in zwei Hälften theilte,die beiden Sanitäts-Kompagnien des I. Bayerischen Armee-korps. Der Divisionsarzt der 2. Division hatte bei Beginndes Kampfes in dem Schlosse Coulmiers selbst den Haupt-verbandplatz zu errichten beabsichtigt und mit der Ein-richtung schon begonnen; das heftige und ununterbrocheneGeschützfeuer aber, welches gegen diesen in der erstenLinie gelegenen Punkt gerichtet wurde, zwang dazu, denHauptverbandplatz weiter rückwärts zu verlegen.

Von der 1. Sanitäts-Kompagnie I. Bayerischen Armee-korps war der 2. Zug bei Beginn des Gefechts hinter die1. Brigade postirt worden; derselbe schloss sich, als derRückzug angetreten ward, dem Armeekorps an und führteeinige 20 Verwundete in seinen Transportwagen mit. DasGros der Kompagnie verlud um 2 Uhr den grössten Theilder auf dem Hauptverbandplatze in der Fernie Descures

] ) Generalstabswerk II, S. 397.-) Generalstabswerk II, S. 435.') Generalstabswerk II, S. 435.

x ) Vergl. Generalstabswerk II, S. 407. Die Verluste be-trugen nach Anlage 90 (und Berichtigung in Anlage 93):todt .... 16 Offiziere, 90 Mann,verwundet . . 30 456 ,,vermisst ... 2 , 200

48 Offiziere, 746 Mann.

angesammelten, sowie die in Rosieres, nördlich der ötra~.,befindlichen Verwundeten auf ihre Fahrzeuge und brachtsie nach dem 11 Kilometer von Coulmiers entfernten.Orleans zu gelegenen Ormes, wohin sich nach BeendimLdes Gefechts um 4 Uhr, auch die 4. Sanitäts-Kornmit dem Reste der Verwundeten von Descures zurüekzo»Im Ganzen kamen auf diese Weise bis Abends 9 pu120 Verwundete nach Ormes, welche während der N;entsprechend untergebracht, gespeist und mit Transportverbänden versehen werden konnten.

Die ersten Verwundeten der 3. Brigade, welche nörd-lich der Strasse vorrückte, wurden nach Rosieres gebrachtBei dem weiteren Vorgehen errichteten Aerzte der Brieaiin dem aus vier oder fünf Häusern bestehenden, eine halb)Stunde vor Gemigny gelegenen Weiler des Laps einenNothverbandplatz, wo sich ungefähr 150 Verwundete an-sammelten. Abends begaben sich die Aerzte mit d aVerwundeten nach Gemigny, welcher Ort zum Schutze dp,Rückzuges von der 3. Brigade besetzt gehalten wardfanden sich bereits zahlreiche Verwendete vor, so dassKirche geöffnet und als Unterkunft für die neu Ankommend«benutzt werden musste. Um Mitternacht trat die Bris

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den weiteren Rückmarsch an, wobei so viele Verwundenals möglich mitgenommen wurden, so dass nur die itransportfähigen mit einem Arzt und einigen Blessirtenlzurückblieben. Am 11. November gelangte eine FranzösischAmbulanz an den Ort, welche noch 80 Bayerische Vdwundete antraf.

Auch in Coulmiers musste eine Anzahl Seher-verwundeter zurückgelassen werden, von welchen ei:Theil noch in der Nacht von einer Französisch«Ambulanz evakuirt wurde. Hingegen gelang es, die nachOrmes geschafften Verwundeten in rückwärtige DeuteltLazarethe zu bringen. Die beiden Sanitäts - Konipagnieibrachen mit denselben von Ormes am 10. früh 4 Uhr aiund gewannen über Saran die Strasse OrleansPaCercottes, ehe dieser Punkt von den vorrückenden Franzi»sischen Truppen besetzt war. Auf dem langen Marschnach Angerville hatten die Verwundeten viel zu leidenregnete und schneite durcheinander und die Luft warempfindlich kalt; zudem konnte auf dem bis Nachts 9U1währenden Transporte nicht die mindeste Labung gereidwerden. In Angerville führte man die Offiziere in inSpital der barmherzigen Schwestern über, während die Manschaffen in improvisirten Lazaretten untergebracht und dunSoldaten der Sanitäts-Kompagnien verpflegt wurden, 1am 12. Vormittags das Aufnahms - Feldspital No.I. Bayerischen Armeekorps eintraf und die Verwundenübernahm.

Dieses Spital besorgte ebendaselbst die aus dem Gefeclvon Coulmiers nach Angerville übergeleiteten 125 Ver-wundeten neben 58 Kranken, ohne sich zu etaldiieiWährend die in einigen Häusern und in dem entlegen«Bahnhofe nothdürftig untergebrachten Verwundeten ver-

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