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ITI. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.
Band I.
besorgten Verwundeten. In Summa behandelte das Lazarethin beiden Orten 168 Verwundete, von denen es bis EndeDezember zwei geheilt entlassen, 97 nach Compiegne evakuirtund 16 durch Tod verloren hatte.
Vom 25. Dezember ab versah nur die 2. Sektion desLazareths den Dienst in Dury und Hebecourt, während die1. dem VIII. Armeekorps folgte. Am 8. Januar ging der Dienstan das Lazareth-Keservepersonal VIII. Armeekorps über. DieVerpflegung begegnete in der ersten Zeit der Etablirunggrösseren Schwierigkeiten, war später aber durch die Für-sorge des Englischen Hilfsvereins und durch die Mairie vonAmiens gesichert.
Das 11. Feldlazareth VII. Armeekorps belegte in Marcelcavedas Schloss, die Mairie sowie das Schulhaus und nahm daselbstin Summa 88 Verwundete auf. Es blieb bis zum 12. Dezember,an welchem Tage seine Ablösung durch das Lazareth-Reserve-personal I. Armeekorps erfolgte, in Thätigkeit und übergab49 Verwundete; 30 waren evakuirt worden, 9 ihren Wundenerlegen.
Das 5. Feldlazareth I. Armeekorps war am Schlachttagevon Amiens für kurze Zeit in Le Quesnel thätig und gelangtedemnächst in Moreuil zur Etablirung, indem es das Civilhospital,ein grösseres Privathaus und vom 29. November ab das Schlossbenutzte. Sämmtliche Räumlichkeiten boten günstige Ver-hältnisse. In Summa behandelte das Lazareth in Moreuil230 Mann, darunter 218 Verwundete. Am 11. März beendetees seine Thätigkeit in Moreuil. Unter den schwierigen Ver-hältnissen während des Monats Dezember, als Amiens von denDeutschen geräumt war, hat die Gemeinde Moreuil ihre Ver-pflichtungen dem Lazareth gegenüber in vollem Maasse erfüllt.
In dem Schlosse zu Le Quesnel richtete sich am 28. Novemberdas 7. Feldlazareth I. Armeekorps ein und nahm daselbst133 Mann (u. a. 126 Verwundete) in Behandlung. Bei Beginndes Dezember wurde mit der Entlassung der Verwundetennach Roye und Noyon begonnen. Als am 15. Dezembernur noch ein Bestand von neun Verwundeten vorhanden war,wurde das Lazareth von Französischen Dragonern überfallenund das Lazarethpersonal mit Ausnahme der Aerzte und Beamten,im Ganzen 26 Mann, zu Gefangenen gemacht. Am 20. Dezembertrafen die Aerzte und Beamten des Lazareths mit ihrem Beständevon neun Verwundeten in Amiens ein. Die Verwundeten fandenAufnahme in dem 3. Feldlazareth VIII. Armeekorps, währenddie Aerzte etc. des 7. Feldlazareths I. Armeekorps das Personal des3. und 8. Feldlazareths VIII. Armeekorps in Amiens verstärkten.
Das 4. Feldlazareth VIII. Armeekorps etablirte sichzuSainsin dem Schlosse, der Mairie und der Gendarmerie-Kaserne. InSumma behandelte es daselbst 134 Mann (unter ihnen 125 Ver-wundete). Am 21. Dezember hatte das Lazareth noch 33 Mannim Bestände, für welche weiterhin ausschliesslich die 2. Sektionzu sorgen hatte, während die 1. Sektion sich dem Korps wiederumanschloss. Am 10. Januar wurde die 2. Sektion durch Lazareth-Reservepersonal VIII. Armeekorps abgelöst. In der ersten Zeithatten sich grössere Verpflegungs - Schwierigkeiten ergeben,welche aber demnächst durch das entgegenkommende Verhaltender Gemeinde vollkommen beseitigt wurden.
Mit der Besetzung von Amiens durch die Deutschenbot sich Gelegenheit, in dieser grossen und wohlhabendenStadt grössere Lazarethanstalten zu errichten. In der Nachtvom 28. zum 29. November erging demgemäss an das3. Feldlazareth VIII. Armeekorps der Befehl, sich im Mu-seum zu Amiens einzurichten, welches vorzügliche hygienischeVerhältnisse bot (insbesondere funktionirten Ventilation undLuftheizung vortrefflich). Ausserdem wurden die städtische
Bibliothek und ein geräumiges Privathaus für Lazarett.zwecke eingerichtet. Die städtischen Behörden von Amien*unterstützten das Lazareth in anerkennenswerthester Weisedurch Errichtung von Kochherden, Gestellung von Wasctund Scheuerfrauen, Beschaffung von Bettstellen und Be-leuchtungs-Utensilien, z. B. 60 Moderateurlampen, für derenHandhabung zwei besondere Sachverständige angestelltwurden. Bereits am 2. Tage hatte das Lazareth eine»Bestand von 218 innerlich Kranken, der bis Mitte Dezemberauf 500 Pflegebefohlene anwuchs. Mit dem Abrücken derPreussischen Besatzung aus Amiens am IG. Dezember kamdas Lazareth in eine gefährliche Lage. Unter der Bevöl-kerung von Amiens herrschte die Besorgniss, dass derKommandant der Citadelle, w r elche Preussischerseits be-setzt geblieben war, bei dem Einrücken FranzösischerTruppen in Amiens die Stadt beschiessen würde. Au demPreussischen Lazareth sollten in diesem Fall Repressaliengeübt werden. Oeffentlich wurden daher diejenigen bedroht,welche es weiterhin wagen sollten, dem Lazarethe Lebens-mittel zu verabfolgen, und für den Fall der BeschiessuMwurde sämmtlichen Preussen der Tod angekündigt. Unteidiesen äusserst schwierigen Verhältnissen, inmitten einerzahlreichen und aufgeregten Arbeiterbevölkerung hat dieGemeindevertretung von Amiens in vollstem Maasse diePflichten der Humanität erfüllt. Nicht allein, dass dieStadt fortfuhr, dem Lazarethe Lebensmittel zu überweisen,organisirte sie zum Schutze des Lazareths einen Sicherheits-dienst. Die Lazarethgebäude wurden durch Feuerwehr-mannschaften umstellt, während die Stadträthe in den be-nachbarten Häusern sich einquartierten und daselbst einenständigen Wachtdienst einrichteten. An den vom Lazarethebenutzten Gebäuden wurden auf Veranlassung des Mairemit grossen Lettern gedruckte Inschriften: „Honneursd'Amiens! Respect aux blesses!" angebracht. Das Wieder-einrücken Preussischer Truppen am Abend des 18. Dezember1870 befreite das Lazareth aus dieser peinlichen Lage,
Das Lazareth hatte bis 24. Dezember in Summa 860 Krankeaufgenommen (u. a. 24 Verwundete aus dem Kekognoszirmi:Gefecht bei Querrieux und 300 Verwundete aus der Schlachtan der Hallue). Später wurde es durch die Etablirung des 8. Feld-lazareths VIII. Armeekorps (am 24. Dezember) und des 8. Feld-lazareths I. Armeekorps (am 29. Dezember) entlastet (sspäter). In Summa nahm das Lazareth gegen 4000 Kranktund Verwundete auf, unter letzteren auch solche aus den Kämpfenbei Bapaume und St. Quentin.
Seit Januar erfolgten über Amiens ausgedehnte Krankentransporte aus den im nördlichen Frankreich befindlichenFeldlazarethen, theils mittels der Sanitätszüge von München,Berlin und Köln nach der Heimath, theils durch gewöhnliehe Züge (für Leichtverwundete) zunächst nach Keims,Allein aus der Schlacht bei St. Quentin wurden 1200 ver-wendete Deutsche und Franzosen über Amiens befördert.Bei diesem anstrengenden Dienste blieben zahlreiche Er-krankungen des Lazarethpersonals nicht aus; zu seinerVerstärkung wurde daher Personal von dem 7. Feldlazarett
Band I.
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1 ) Vergl. Generals
2 ) Vergl. Generals