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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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Band I.

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a November 809,!14 Betten. Derder Evakuations-ircb die bis dabinre kamen wochen-ssere Hälfte desdenen anfänglichiltung erwuchsennde, dass Aerztegleichzeitig thätigauf dem Etappen-Rendant und ammal VI. Armee-

1 daselbst thätigArmeekorps hatdelt.

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Band 1. VI. Abschnitt: Bewegungen der III. und Maas-Armee nach der Schlacht bei Sedan, Binschliessung von Paris etc.

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13. Dezember dureb einen Arzt des Lazareth-Reserve-personals III. Armeekorps ein Etappenlazaretb errichtet.

Ausser fünf Zimmern im Hopital militaire, von welcheneins baldigst wieder geräumt werden musste, da die Wändedurchfeuchtet waren und eine wirksame Lüftung nicht erzieltwerden konnte, stand in dem College, ausserhalb der Stadt, einnach Lage und Bauart hygienisch sehr günstiges Gebäude, zurVerfügung, doch fehlte hier ausreichende Lazareth-Einrichtung,so dass das Lokal nicht für stationäre Kranke, wohl aberfür 70 Passanten zweckmässig hergerichtet werden konnte.

Einen Hauptbestandtheil der 338 zur Aufnahme gekommenenKranken bildeten, besonders in der ersten Zeit, Typhuskranke,im Februar kamen vorwiegend schwere Erkrankungen anLungenentzündung und Gelenkrheumatismus zur Behandlung,sämmtlich von dem Belagerungskorps vor Longwy stammend,welches Anfang Februar unter ungünstigen Witterungsverhält-nissen Commercy passirte.

In der Festung Toul (südöstlich Commercy) richtetennach der Kapitulation dieses Platzes Deutsche CivilärzteLazarethe in vier Häusern ein.

Die Krankenkost wurde durch Französische Schwestern zu-bereitet, welche auch an der Pflege der Kranken und Verwundetenthätigen Antheil nahmen. Die vorherrschenden Krankheiten warenTyphus und Ruhr. Im Ganzen wurden 332 Mann aufgenommen.Das Lazareth bestand vom 25. September bis 6. November 1870und übergab den an letzterem Tage verbleibenden Bestand anKranken dem 2. Feldlazareth III. Armeekorps.

Am 20. Januar übernahm die 1. Sektion Lazareth-ßeservepersonals VIII. Armeekorps in Charleville, einerStadt nördlich Mezieres an der Maas gelegen, die Krankendes 2. Feldlazareths VII. Armeekorps, welche vom 1. bis20. Januar ein Truppenarzt behandelt hatte.

Dieselben waren in dem College untergebracht, einem alter-tümlichen Kloster, welches mit seinen drei- und zweistöckigenmassiven Gebäuden einen viereckigen Hofraum umschloss undzu Unterrichtszwecken benutzt worden war. Die Verpflegunglieferte die wohlhabende Stadt. Bis zum 28. Februar 1871wurden 146 Mann (einschliesslich 11 Verwundete) aufgenommen.

Nach der Kapitulation und Besetzung Montmedys am

14. Dezember fand man in zwei Häusern der fast gar nichtzerstörten Unterstadt Französische Kranke und Verwundetein bedauernswerthestem Zustande vor. Eines dieserHäuser (das sogenannte Militär-Hospital) hatte die Bürger-schaft mit 160 Betten und den nöthigsten sonstigen Uten-silien ausgestattet. Daselbst waren 90 Französische Krankeund Verwundete nebst dem Personal einer zurückgebliebenenFranzösischen Ambulanz untergebracht, w r ährend 70 anderein einem gegenüber liegenden, grossen, von seinen Be-wohnern verlassenen, jeder Ausstattung entbehrenden Hauselagen. Es wurden sofort 35 Betten des Hospitals mitDeutschen Kranken belegt, mit Hilfe der Kommandanturfür das andere Haus Betten beschafft und die weitere Aus-stattung durch in Mondelange lagernde Lazareth-Gegenständevollständig bewirkt. Im Laufe des Januar war es nachAbzug der Französischen Ambulanz durch Krankenevakuationmöglich, das Privathaus zu räumen. Der ärztliche Dienstwurde anfänglich durch den Chefarzt allein wahrgenommen,welchem Ende Januar vom 7. Feldlazareth X. Armeekorps

ein Assistenzarzt zugetheilt werden konnte. Den Warte-und Pflegedienst versahen drei Lazarethgehilfen der Be-satzung und die Französischen Infirmiers, welche letztereindessen später in der Küche beschäftigt wurden. Vom

11. Februar an war bei dem geringen Krankenbestande(Zugang erfolgte ausschliesslich von der Besatzung) nurnoch ein Arzt thätig. Aufgelöst wurde das Lazareth erstmit dem Abmarsch der Besatznng.

Für das Belagerungskorps vor der kleinen FestungLongwy hatte das 7. Feldlazareth VII. Armeekorps inLonguyon am Chiers und Cons la Grandville am 19. Januarein Lazareth eingerichtet, 1 ) dessen Krankenbestand am28. Januar von einem Theile der 3. Sektion Lazareth-Reservepersonals I. Armeekorps übernommen wurde.

Die Lazaretheinrichtung in Cons la Grandville befand sichin einem alten verlassenen Mönchskloster. Bei der Ueber-nahme des Lazareths litt die Mehrzahl der Kranken an rheu-matischen und katarrhalischen Affektionen; dieselben wurdenbis auf acht schon in den ersten Tagen nach Diedenhofenabgegeben, der Rest von zwei Pockenkranken aber am

12. Februar 1871 nach Longuyon übergeleitet.

Das Lazareth in Longuyon war schon von Franzosen ineinem alten Schlosse am Chiers eingerichtet worden; ein Civil-arzt aus Longuyon hatte die Kranken unter Mitwirkung des7. Feldlazareths VII. Armeekorps behandelt. Trotz der niedrigenLage am Flusse waren hier die Verhältnisse sehr viel günstigerals in Cons la Grandville. Am 10. Februar brach im SchlosseFeuer aus, welches allerdings rasch gelöscht wurde, aber denSchornstein derart beschädigte, dass die Küche nicht mehrbenutzt werden konnte. Die Kranken wurden deshalb in dasleere Mädchenpensionat übergeführt. Die Verpflegung wargut; im Schlosse fand man Vorräthe von Lebensmitteln, welchedurch Sendung aus Metz vervollständigt wurden; Extraspeisenlieferte die Mairie der Stadt, welche auch für Heizung und Be-leuchtung aufkam.

In beiden Lazarethen zusammen sind 86 Kranke behandeltworden. Das Lazareth-Reservepersonal war in ersterem Ortvom 28. Januar bis 12. Februar, an letzterem Ort vom 28. Januarbis 5. März 1871 thätig.

Ergebniss.Während der Einschliessung und Belagerung von Parissowie der kleineren rückliegenden Festungen wurden29 Lazarethe durch Lazareth-Reservepersonal eingerichtetoder übernommen. Die Unterbringung der Lazarethkrankenwar in der rauheren Jahreszeit durch den Umstand erschwert,dass viele der sonst geeigneten massiven Häuser nur un-genügende Heizvorrichtungen besassen. In Folge vonMangel an Aerzten bei dem Lazareth-Reservepersonalmussten die Militärärzte der Etappenorte oder Civilärzte,zeitweise ohne Unterstützung durch Verwaltungsbeamte,umfangreiche Lazarethe einrichten und verwalten. ZurVerstärkung des Wartepersonals mussten auch hier aus-hilfsweise Mannschaften der Besatzungstruppen herangezogenwerden, wobei die früher beregten Uebelstände 2 ) sichebenfalls geltend machten.

») Vergl. S. 176.2 ) Vergl. S. 155.