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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
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168
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Schlacht bei Villiers am 30. November und2. Dezember 1870.')

Nachdem der 1. Zug des 2. SanitätsdetachementsXII. (Königl. Sächsischen) Armeekorps scbon am 28. und

29. November wiederholt Alarmstellung bei Chelles ein-genommen hatte, sodann nach Brou zurückgegangen war.überschritt das Detachement am 30. November südwärtsdie Marne und ging gegen 1 Uhr nach Villiers vor. Hiererrichtete es links am Eingänge des Ortes in einem Hauseden Verbandplatz und sendete die Krankenträger und Wagennach Verwundeten aus. Da feindliche Granaten den Ver-bandplatz erreichten, musste es denselben gegen 4 Uhrweiter rückwärts in ein Gehöft von Malnoue verlegen, woes bis Abends 11 Uhr die dahingeschafften Verwundetenversorgte.

Auch zwei Feldlazarethe XII. Armeekorps betheiligtensich an der ersten Hilfe: das 7. marschirte am 30. Novemberfrüh von Chessy ab und langte nach mehrfacher Marsch-unterbrechung Nachmittags 4 Uhr in Torcy (nordöstlichVilliers) an. Hier erhielt es den Befehl, sich in Chainps(westlich Torcy) disponibel zu halten, wo es gegen 50 Ver-wundete verband. Unter Zurücklassung eines Assistenzarztesging es erst Nachts 1 Uhr nach Torcy zurück, um hier eineVerbandstation einzurichten und bis 6. Dezember 700 Ver-wundete zu verbinden, zu lagern und zu befördern.

Das 4. Feldlazarett! XII. Armeekorps, welches soebenvon Rethel her in Mitry angekommen war, marschirte am

30. November Vormittags 10 Uhr nach Le Vert Galantund von da südöstlich nach Pomponne. Abends 5 Uhrerhielt es Weisung, hier zu verbleiben, zunächst eine Ver-bandstation einzurichten und die Verwundeten alsbaldzurückbefördern zu lassen.

Am Tage nach der Schlacht vom 30. November be-fanden sich der 1. Zug des 2. Sanitätsdetachements, des-gleichen das 4. und 7. Feldlazareth noch in voller Thätigkeit.Während das 2. Sanitätsdetachement damit beschäftigt war,die Verwundeten auf Wagen einer Proviantkolonne in dasmittlerweile vollständig in eigentliche Lazareth-Thätigkeiteingetretene 4. Feldlazareth nach Pomponne überzuführen,verblieb das 7. Feldlazareth wie erwähnt in Torcy,lediglich als Verbandstation dienend.

Die Ilaupthilfe leisteten am 30. November die Württem-bergischen Sanitätsanstalten. Der 1. Feld-Sanitätszug er-richtete einen Brigade-Verbandplatz in Bois St. Martin undnahm (einschliesslich derjenigen der zweiten Schlacht beiVilliers am 2. Dezember) 534 Verwundete auf. Der2. Zug etablirte einen Verbandplatz bei Bonneuil, um60 Verwundete vom Gefecht am Mont Mesly zu bergenund nach Suzy bezw Boissy St. Leger, Pontault undLa Queue überzuführen; der 3. einen Brigade-Verbandplatz

>) Vergl. Generalstabswerk If, S. 541 a. ff.

bei Brevannes, sodann in der Ferme Höpital, um 117 V»wundete zu verbinden und nach Boissy St. Leger zu schaffen-der 4. Feld-Sanitätszug hatte seinen Verbandplatz im Parfebei Villiers, nahm etwa 30 Schwerverwundete auf undbrachte sie in das Lazareth zu Rentilly.

Auch den folgenden Tag über waren diese Württeibergischen Detachements mit den Verwundeten des 30. No-vember, insbesondere mit deren Ueberleitung in die nahmWürttembergischen Feldspitäler beschäftigt.

Am 2. Dezember früh 7 Uhr begann das 3. Sanitätdetachement XII. Armeekorps in Champs, und zwar indrei Häusern, seinen Verbandplatz einzurichten. Mittag!12 Uhr trafen die Aerzte des 10. Feldlazareths desselbenArmeekorps mit ihren Wagen, nach und nach die gesammtenFuhrwerke der Lazarethe ein. Gegen Mittag begannmassenhafter Zugang der Verwundeten, welche von Noisvaus auf Wagen des 2., von Villiers und Malnoue aus aufWagen des 3. Sanitätsdetachements ankamen. Die ärztlichenKräfte wurden verstärkt durch eine Anzahl Truppenärzteder 24. Division. Der Transport nach rückwärts giamittels der vorhandenen Fuhrwerke rasch und ohne Unter-brechung vor sich. Die Verwundeten wurden für denTransport mit Decken versehen, welche die Feld-Intendanturlieferte.

Inzwischen hatte das 4. Feldlazareth XII. ArmeekorpsBefehl erhalten, die leicht Verwundeten von Pouiponneaus mit einem in Lagny angekommenen Sanitätszuge zubefördern und soviel Betten als möglich einzurichten. DieAnkunft, das Verbinden und die Stärkung der Verwundetendauerten daselbst bis in die tiefe Nacht.

Das 2. Sanitätsdetachement XII. Armeekorps, welcheam östlichen Ausgange des Dorfes Noisy le Grand in Thätig-keit trat, musste, da das bezügliche Haus dem Feuer deiauf dem Mont Avron thätigen Batterie ausgesetzt war, Nach-mittags das Dorf verlassen und nach Malnoue übersiedeln.

Das 1. Sanitätsdetachement XII. Armeekorps sendetevon Mont Fermeil aus Wagen ab und brachte Verwundeteein, die es noch am 2. Dezember in das 10. Feldlazarettdesselben Armeekorps abgab.

Die rasche Unterbringung der Verwundeten von:2. Dezember förderte die vom Korps-Generalarzt XII. Arm«korps getroffene Maassnahme, dass die nahen Feldlazarettedieses Armeekorps ihre Wagen nach Champs sandten.Ueberdies vermochte die Intendantur 150 Wagen deFuhrparks mit reichlicher Strohschüttung zur Verzu stellen. Der letzte Verwundeten-Transport verliessSchlachtfeld Nachts 2 Uhr. Die Absuchung der Gefecht-Stellungen war erschwert durch den Umstand, dass da-Feuer der Forts auch nach Beendigung des eigentlicheiKampfes nicht schwieg.

In Torcy allein waren 371 Verwundete zur Aufnal»gelangt, verbunden, gepflegt und sobald wie thunlich4. Feldlazareth in Pomponne übergeben worden. Ausserde»entsendete das 7. Feldlazareth von Torcy aus seine A\ agU

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