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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachemente, Feld- etc. Lazarethe.

Band:

Das V. Armeekorps etablirte in Versailles am 22. Oktoberneben dem 12. sein 5. Feldlazareth. Dasselbe hatte am 18.und 19. September 43 Verwundete ausValenton nach VilleneuveSt. Georges befördert, war am 20. September nach Versaillesgerückt und hatte sich am 10. Oktober im Schlosse zu Trianonetablirt. Am 22. Oktober erhielt das Lazareth Befehl, sich derGarde - Infanterie - Kaserne zu Versailles zu bedienen. DasLazareth, zur Aufnahme innerlich Kranker bestimmt, behandeltein Summa 1260 Mann und übergab am 4. März seine letztendrei Kranken dem 3. Feldlazareth XL Armeekorps.

Das 1. Feldlazareth VI. Armeekorps gelangte am 6. Oktoberin der Militärschule zu St. Cyr zur Etablirung, welche Raumzur Unterbringung von 700 Kranken bot. In der ersten Zeitwar neben dem 1. Feldlazareth eine Französische Ambulanzdaselbst thätig. In Summa behandelte das Lazareth in St. Cyr1495 Mann (u. a. 330 Verwundete); es übergab bei seinerAuflösung am 3. März 1871 seinen Bestand mit sieben Manneiner Französischen Ambulanz.

Seitens des VI. Armeekorps wurde am 1. Oktober das

2. Feldlazareth in Villeneuve St. Georges etablirt. Es nahmhier 97 Verwundete, vier Ruhr- und einen Typhuskranken aufund übergab am 17. Oktober 19 Mann dem 7. FeldlazarethVI. Armeekorps.

Am 20. Oktober richtete sich das 3. Feldlazareth VI. Armee-korps zu St. Germain en Laye ein im Schlosse, in der sogenanntenInfirmerie und zwei Privathäusern, von denen die beiden ersterenzur Aufnahme äusserer, die letzteren zur Unterbringung derinneren Kranken dienten. Ausserdem wurde im Beginn desNovember die sogenannte Venerie belegt ein Gebäude-Komplex, welcher gewöhnlich als Absteigequartier für dasJagdgefolge des Kaisers Napoleon gedient hatte. Am22. Februar beendete das Lazareth seine Thätigkeit inSt. Germain en Laye.

Dem 8. Feldlazareth VI. Armeekorps ging seitens der11. Division am 23. Oktober der Befehl zu, sich im Schlossezu Ablon, insbesondere auch für die von Orleans her zur Eisen-bahn ankommenden Verwundeten und Kranken, zu etabliren.Das Schloss bot hygienisch günstige Verhältnisse und Raumfür 50 Lagerstellen. Leider nöthigte das Auftreten von Pyämie,das Lazareth von Mitte Januar ab für Verwundete vollständigzu schliessen. In Summa behandelte das Lazareth 323 Kranke(u. a. 124 Verwundete); am 28. Februar beendete dasselbeseine Thätigkeit in Ablon.

In Evry sur Seine etablirte sich am 9. Oktober das 10. Feld-lazareth VI. Armeekorps in den Schlössern Beauvoir, Destournellesund Mousseau. Das Lazareth behandelte daselbst in Summa804 Mann (u. a. 99 Verwundete), von denen es 275 am 7. De-zember dem ablösenden Lazareth-Reservepersonal II. Armee-korps übergab.

Seitens des XI. Armeekorps gelangte am 1. Oktober das

3. Feldlazareth in Brie Comte Robert zunächst in dem städtischenHospital und dem Schulhause, sowie weiterhin in 11 Privat-gebäuden zur Wirksamkeit und behandelte in Summa 425 Mann.Vom 12. November ab blieb nur die 2. Sektion des Lazarethsin Brie Comte Robert thätig, während die erste in der Richtungauf Versailles abrückte. Am 7. Dezember ging der Dienst indem Lazareth zu Brie Comte Robert an das Lazareth-Reserve-personal II. Armeekorps über, welchem ein Bestand von61 Kranken übergeben wurde.

Am 18. Oktober etablirte sich das 4. Feldlazareth XL Armee-korps in den auf dem linken Seine-Ufer nahe bei Corbeil ge-legenen Ortschaften Plessis Chenet und Le Coudray Chäteauin fünf schlossartigen Gebäuden, welche sämmtlick günstigehygienische Verhältnisse und Raum für 300 Kranke boten.

Das Lazareth behandelte daselbst in Summa 1437 Mann. A»21. Februar beendete es seine Thätigkeit in den gedachtenOrtschaften.

In dem Dorfe Buc bei Versailles richtete sich am 24. Oktoberdas 6. Feldlazareth XL Armeekorps ein und belegteeiner Anzahl kleinerer Häuser insbesondere ein grösseres Land-haus (Chäteau Thomas). In Summa behandelte es 462 MauAm 22. Februar wurde es aufgelöst,

Das 11. Feldlazareth XL Armeekorps etablirte sieb m15. Oktober zu Jouy en Josas in den Schlössern Jouy undVillevers unter günstigen hygienischen Verhältnissen. DieKommandantur von Versailles und die Mairie von Jouy über-wiesen eiserne Bettstellen. Das Pflegepersonal des Lazarethswurde durch Lazarethgehilfen und Wärter des 1. FeldlazaretteXL Armeekorps, sowie durch freiwillige Krankenpfleger ver-stärkt. In Summa behandelte das Lazareth in Jouy en Josas641 Kranke. Am 27. Februar wurde es aufgelöst.

Seitens des XIII. Armeekorps löste das 7. Feldlazareth am11. Oktober das 1. Feldlazareth XL Armeekorps in BoinjSt. Leger ab und behandelte 441 Mann, darunter 71 Verwundete.Am 21. Dezember wurde es durch das 9. Feldlazareth II. Armee-korps abgelöst.

Das 8. Feldlazareth XIII. Armeekorps liess sich in dreigrossen schlossähnlichen Landsitzen von Yeres nieder, welchegünstige gesundheitliche Verhältnisse boten, war aber spätergenöthigt, weitere zehn Häuser für Lazarethzwecke zu benntaaEs nahm in Summa 692 Mann auf (u. a. 30 Verwundete), vondenen es 129 am 21. Dezember dem ablösenden 7. FeldlazarettIL Armeekorps übergab.

Das 9. Feldlazareth XIII. Armeekorps belegte in Y«e>zwei grössere Privatgebäude sowie eine Wollspinnerei undnahm daselbst in Summa 268 Kranke auf. Am 9. Novembererhielt es Befehl, der 17. Division zu folgen und übergab seinenBestand mit 244 Kranken dem 8. Feldlazareth XIII. Armeekorps.

Um am 8. Oktober das Aufnahms-Feldspital No. 9 inVillebousin abzulösen rückte das Aufnahms-Feldspital No. 11

1. Bayerischen Armeekorps zum 5. Oktober von Epernay ab undarbeitete im erstgenannten Orte bis 25. November, um insgesammt380 Mann zu behandeln.

Nachdem es vom 21. September3. Oktober zu ChätenayimStandquartier gelegen, hatte das Aufnahms-Feldspital No. iIL Bayerischen Armeekorps am 4. Oktober nach Versailles zimarschiren, um sich dort zu etabliren. In dem hierzu am7. Oktober bestimmten Gebäude, der Garde-Infanterie-Kaserne,konnten nach gründlicher Reinigung und Desinfektion sainuit-licher Räume die ersten Kranken am 9. Oktober aufgenommenwerden. Die rasche Steigerung des Krankenstandes, welcheram 25. Oktober die Höhe von 560 erreichte, bedingte nicht nureine Vermehrung des Personals durch Truppenärzte und Hilfs-krankenwäi-ter, sondern auch wegen drohender Ueberfüllun«der Kaserne mit Schwerkranken (Typhus- und Ruhrfälle) dieEinrichtung neuerer Unterkunftsräume, wozu drei PrivathänMund eine Schule benutzt wurden. Mit Einrechnung dieserFilialen konnten 600 Kranke Unterkunft finden.

Als der Krankenzugang Ende Oktober nachliess, hatte n

2. Sektion des Spitals die bisherigen Filialen des Armee-Feld-spitals No. 7 zu Amblainvillers und Villegenis mit einemKrankenbestand von 112 Kranken am 14. November zu über-nehmen und blieb dortselbst bis 22. Februar thätig. V»wiegend kamen hier innerlich Kranke viele Typhus- un«Ruhrkranke zur Behandlung; nur 27 Verwundete wurdeiaufgenommen. In Versailles steigerte sich im Monat Novemberund Dezember die Krankenzahl in erheblicher Weise durch di<von Orleans und Chartres ankommenden Verwundetentran

Band I-

VI. Absein

Am 6. März 1871 wurcKranken und Verwundl.aunv. die nicht tramiiitaire übergeleitet;Tage seine Thätigkeitjnr Aufnahme 2520 Iwurden 1253 Mann 1zeitweilig 28 Mann vontheilen, fünf Französiscund ein Ordensbruder,

Das Aufnahms-Ferichtete sich am 4. 0pflegung in Bievre ein9. Oktober bereits zurhalbe Stunde entfernteam 29. Oktober in dBeide Filialen musstenZuganges am 15. NovFeldspitals No. 4 übevon dieser Zeit an nurweiterer RäumlichkeitLagerstellen (für Verwschaft zu halten). ]namentlich schwererganzen Winter hindurerheblichem Grade ab; ian zahlreiche Passantenim Spitale übernachtetliehe Ziffer zwischen 2Ganzen 6050 KrankeCorbeil, Lagny, theilsgeführt. Zu Krankerluftige Villen, das Sehzwei kleine abseits ge.7. März 1871 an durfinden. Am 8. März :der Schwerkranken namarschbereit, um am 1Kantonnements zu foljdie Heimath nicht melFilialen hat es 3638 Krbehandelt: unter denwundete.

Das 6. Württembirieres und in Rentilly12. Oktober bis 18. F<letzterem Orte arbeitet'lt. Februar 1871 und

Die Verluste unParis und während t20. September 1870

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