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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.

Zweiter Abschnitt.

Die ersten Kämpfe der III. Armee (Weissenburg,'> Wörth 2) ) und

die Belagerung von Strassburg.

Treffen bei Weissenburg am 4. August 1870.

Als die III. Armee 3 ) die Grenze überschritt und am4. August das Treffen bei Weissenburg lieferte, befandensich die Preussischen Sanitätsdetachements bei ihren Korps;dasselbe war auch bezüglich der Bayerischen Sanitäts-Kompagnien der Fall, indess machte sich bei letzteren derMangel an Aerzten fahlbar, da von den auf KriegsdauerErnannten noch keiner in seiner Feldstelle eingetroffen war.

Bei Beginn des Treffens entsandte die 2. BayerischeSanitäts-Kompagnie einen Zug zur Errichtung des Hilfs-platzes 4 ) nach dem Dorfe Schweigen, nördlich Weissenburg,und schlug 15 bis 20 Minuten von der Gefechtslinieentfernt den Hauptverbandplatz nordöstlich dieses Dorfesin einem zum Dorfe Aechtenbach gehörigen Hause auf.Die Kompagnie versorgte unter Mitwirkung von Truppen-ärzten 271 Verwundete. In dem noch weiter nordöstlichgelegenen Städtchen Bergzabern hatten die EinwohnerUnterkunftsräume vorbereitet; dorthin wurden alle transport-fähigen Verwundeten noch am 4. August von der Feuer-wehr der Stadt auf zweckmässig eingerichteten Wagenübergeführt. Von den Schwerverletzten blieben einzelne

') Vergl. Generalstabswerk 1, S. 174 ff.

2 ) Vergl. Generalstabswerk 1, S. 216 ff.

3 ) Die III. Armee besass an Sanitäts-Anstalten (vergl. hierzuSeite 54 und 55 und Beilage 11):

V. Armeekorps: 3 Sanitätsdetachements, 12 Peldlazarethe, 1 Lazareth-Reservepersonal (3 Sektionen);

XI. Armeekorps: 3 Sanitätsdetachements, 12 Peldlazarethe, 1 Lazareth-Reservepersonal (3 Sektionen);

I. Bayerisches Armeekorps: 2 Sanitäts-Kompagnien, 4 (später 5) Auf-

nahms-Feldspitäler, 4 Haupt-Feldspitäler, 2 (anfänglichunbespannte) Aufnahms-Feldspitäler;

II. Bayerisches Armeekorps: 2 Sanitäts-Kompagnien, 4 (später 5) Auf-

nahms-Feldspitäler, 4 Haupt-Feldspitäler, 2 (anfänglich

unbespannte) Aufnalims-Feldspitäler;Württembergische Feld-Division: 4 Feld-Sanitätszüge, 6 Feldspitäler;Badische Feld-Division: 1 Sanitätsdetachement (3 Züge), 5 Feldspitäler,

1 Sektion Lazareth-Reservepersonal.Erst vom 10. August ab gehörte auch das VI. Korps zur

III. Armee; dasselbe besass 3 Sanitätsdetachements, 12 Feldlazarethe,1 Lazareth-Reservepersonal (3 Sektionen).

d ) Betreffs des AusdrucksHilfsplatz" im Gegensatz zuHaupt-verbandplatz" vergl. Seite 38.

an Ort und Stelle, andere wurden nach Weissenburg ge-bracht. Am Abend des 5. August schloss sich die2. Bayerische Sanitäts-Kompagnie dem Vormarsch ihmDivision an, nachdem sie während des Vormittags noch dei:Transport der übriggebliebenen Verwundeten nach Berg-zabern vermittelt hatte.

Das 1. Sanitätsdetachement V. Armeekorps etablirteeinen Verbandplatz bei Altenstadt, südöstlich Weissenhure.und erhielt von 1 Uhr Mittags ab die Unterstützung de»1. Feldlazareths "V. Armeekorps, welches sich von 4 Uli:Nachmittags ab in Altenstadt selbst einrichtete.

In der Nähe des Geissberges benutzte das 3. Sanität»detachement V. Armeekorps eine Meierei als Verbandplatz.Die daselbst verbundenen Verwundeten fanden nach daEinnahme Weissenburgs hier bezw. in Altenstadt Aufnahme:ihre Ueberführung nach den genannten Orten wurde durcldas 5. Feldlazareth V. Armeekorps vermittelt.

In dem Forsthause zur Haardt, nahe der Strasse Ger-mersheimWeissenburg, hatte das 1. SanitätsdetachementXL Armeekorps gleich nach Beginn des Gefechts einenVerbandplatz errichtet; Unterstützung erhielt dasselbe seitensder 1. Sektion des 2. Feldlazareths XL Armeekorps, weichetdie weitere Pflege der daselbst aufgenommenen 127 Ver-wundeten zufiel. Wiewohl das Gehöft zur Haardt sich nur weni«zu Lazarethzwecken eignete und bei der Unzulänglichkeit derRäumlichkeiten ein Tlieil der Verwundeten trotz ungünstigerWitterung unter freiem Himmel gelagert werden musstekonnte das Forsthaus bei dem Fehlen anderweitiger Räumlich-keiten wenigstens für den ersten Bedarf als Lazareth nicht ent-behrt werden, doch wurden baldigst die Leichtverwundet«nach Landau, die Schwerverwundeten mit Hilfe der frei-willigen Krankenpflege am 9. und 10. August nach Weissen-burg evakuirt.

In Haardt blieb ein Arzt des 2. Feldlazareths XI. Armee-korps mit Lazarethgehilfen und Krankenwärtern zurück; dergrössere Theil des Personals der 1. Sektion dieses Lazarethfolgte vom 5. August ab seinem Korps.

Das 3. Sanitätsdetachement XL Armeekorps war an:derselben Stelle erschienen, da aber die Wagen desselbeinicht sogleich auf das Schlachtfeld vorrücken durften, konntaAerzte und Mannschaften in ausgiebigerer Weise sich er.-tbethätigen, als Mittags das Material herankam.

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