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1 (1912) Text
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VORWORT. -LV

der Seuterischen Stipendiaten aus. Oft ergab sich die Zugehörigkeitzur theologischen Fakultät nur aus der später erfolgten Übertragungeiner Pfarre: der in Irmischers Catalog nicht beschriebene Codex268 a der Erlanger Universitätsbibliothek enthält die Protokolle sämt-licher zwischen 1583 und 1807 in Altdorf stattgefundenen Ordina-tionen. Besonders lag es mir an, ein Bild der dem Wandel starkunterworfenen peregrinatio academica zu zeichnen: ich bemühte mich,mit Hilfe der gedruckten Matrikeln die früher oder später von denAltdorf er Studenten besuchten Schulen und Universitäten festzustellen,loobei, da die Matrikeln sich gegenseitig erhellen, für diese selbsthin und wieder Berichtigungen heraussprangen. Freilich kann ichnicht entfernt dafür einstehen, das weitschichtige, vielfach registerlose,nicht selten durch grobe Fehler entstellte Material ausgeschöpft zuhaben, zumal in neuerer Zeit, als man die Vornamen zu häufen liebte,die Matrikeln (und ebenso die Stammbücher) bald nur den einembald nur den andern anzugeben pflegen und daraus der Identificationder Personen Schwierigkeiten erwachsen. Ich wäre weiter gekommen,wenn ich die Basler, Jenaer und Helmstedter sowie für das 17. Jahr-hundert die Wittenberg er Matrikel hätte heranziehen können. 1 MeinesErachtens ist eine Publication aller noch erhaltenen Matrikeln derhöhern und mittlem Schulen Deutschlands bis etwa zum Jahr 1830,mit welchem insgemein die gedruckten Personalstände beginnen, drin-gendes Bedürfnis: nur so kann eine sichere Basis für die recht imargen liegende biographische Litteratur älterer Zeit und die Gelehrten-geschickte gewonnen werden. 2 Schon aus den Zeiträumen, auf die

1 Aus Matrikeln die Namen von Angehörigen einzelner Landschaften oder Ortezu sammeln, ist nachgerade zum Sport ausgeartet: Zusammenstellungen der Art findensich überall in unserer schier unübersehbaren Zeitschriflenlitteratur verstreut. Sind sienichtveröffentlichten Matrikeln entnommen oder weiss wenigstens ihr Autor kraft seinergenauem Personen- und Lokalkenntnis Erläuterungen beizusteuern, so dürfen sie Bankbeanspruchen. Ein Aufsatz hingegen, der sich mit dem Excerpt kahler Namen ausgedruckten Matrikeln oder deren Registern begnügt, enttäuscht den Leser, der seineroft nur mit Mühe hat habhaft werden können, bitterlich und entbehrt jedes wissenschaft-lichen Wertes.

2 In diesem"Zusammenhange sei darauf hingewiesen, dass auch für die DeutscheLilteraturgeschichte Kleinigkeiten abfallen. F. v. Logau hat 162527 in Altdorf mehrrandaliert als studiert, Be. Neukirch hielt sich 1695 dort als Begleiter eines SchlesischenHerrn auf, der Dichter des Krambambuliliedes, F. Chr. Wittekind, war aus Hannovergebürtig; dagegen bestätigt sich nicht, dass der Sammler einer vielberufenen Lieder-handschrift (vgl. namentlich Arthur Kopp, Deutsches Volks- und Sludentenlied in vor-klassischer Zeit, Berlin 1899, und Em. C. Blümml, Teutonia 10, V), Freiherr AI.E. F. v. Crailsheim (112895), in Altdorf zu suchen ist.